Archiv für Dezember 2008

Madrider Normalzustand

Santos Mirasierra wurde vom Fan auf Auswärtsfahrt zum Opfer der spanischen Justiz. Nun ist der Franzose nach zahlreichen Kampagnen wieder frei.

Seit dem 1. Oktober saß der Marseiller Fußballfan Santos Mirasierra in einem Madrider Gefängnis ein, nach­dem es beim Spiel zwischen Atlético Madrid und Olympique Marseille (OM) zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. Am Dienstag vergangener Woche kam er trotz einer zwischenzeitlichen Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft über­raschend gegen Kaution frei. In ganz Europa hatten Fankurven zuvor Partei für Santos ergriffen. (mehr…)

Ein Idol und ein Beispiel

Der Trägerverein der rechtsextremen Ungarischen Garde ist von einem Budapester Gericht aufgelöst worden. Doch in der ungarischen Gesellschaft sind die Faschisten keineswegs isoliert.

»Die Ungarische Garde ist unauflösbar, sie wird ihre die Nation und die Gesellschaft rettende Tätigkeit fortsetzen.« Mit diesen Worten kommentierte Gábor Vona, Vorsitzender der rechtsextremen Jobbik-Partei und zugleich Gründer der para­militärischen Ungarischen Garde, ein Urteil des Budapester Stadtgerichts, das den Trägerverein der Magyar Gárda in der vergangenen Woche auf­gelöst hatte. Der Verein jage den Roma in Ungarn und anderen Minderheiten Angst ein und verstoße mit seinen Aktivitäten gegen das Vereinsrecht, hieß es in der Urteilsbegründung. (mehr…)

Antifa-Demo in Prag am 13. Dezember 2008

Am 13. Dezember 2008 fand in Prag eine Antifa-Demo statt, die sich gegen den Versuch neonazistischer Gruppierungen richtete, im nordböhmischen Litvínov erneut Ausschreitungen gegen eine Romasiedlung zu initiieren. An der Antifa-Demo beteiligten sich rund 700 Antifaschist_Innen.
Der Artikel hat seinen Focus auf den Ereignissen rund um die rassistischen Pogrome und vermittelt einen Kurzüberblick über die Demonstration am 13. Dezember. (mehr…)

Schon 5 Nazimorde 2008? Aber die Bundesregierung schaut weg!

Nun ist es amtlich – nur nicht in der offiziellen Statistik: Für den Mord an einem Obdachlosen in Templin im Juli 2008 kommen zwei Rechtsextreme vor Gericht. Doch dies ist nicht der einzige Mord in diesem Jahr, der Neonazis zugeschrieben werden kann. In vier weiteren Fällen wird ermittelt. In Magdeburg begann soeben ein Prozess. Grotesk: Die Bundesregierung hat diese Taten bislang nicht als rechtsextrem oder rassistisch motiviert erfasst. (mehr…)

Neues Antifa Graffiti in Bochum entstanden

Graf1Wir haben am 14. Dezember 2008 das Bochumer Graffiti zu Erinnerung an sieben ermordete AntifaschistInnen der letzten Jahre fertig gestellt.

Mit der Parole „In unseren Träumen und Kämpfen lebt ihr weiter“ und „Kein Vergeben, kein Vergessen“ gedachten wir, stellvertretend für alle in den letzten Jahren ermordeten AntifaschistInnen, an: (mehr…)

Gequältes Volk, vergiss nicht das KZ Oropos, vergiss nicht den Faschismus!

theodokratisAls Rückblick und Mahnung zugleich kompensiert der politisch engagierte griechische Komponist Mikis Theodorakis seine Zeit unter der Diktatur der Obristen.

Der begnadete Komponist und Rebell kämpfte bereits im zweiten Weltkrieg auf der Seite des Widerstandes gegen die faschistische Besatzung. Auch im darauf folgendem Bürgerkrieg stand er auf der Seite der Linken und wurde weder zum ersten, noch zum letzten Mal Opfer von schwerer Folter und Misshandlungen. Mit seiner Musik erlangte er alsbald einen internationalen Bekanntheitsstatus. Dadurch, dass er musikalische Einflüsse des einfachen Volkes in seine Kompositionen mit einfließen ließ und sich in seinen Liedern mit versöhnlichen, wie auch zunehmend revolutionären Thematiken beschäftigte, gelangten seine Lieder auch in die soziale Widerstandsbewegung. (mehr…)

Der faschistische Mord an Renato Biagetti/Rom

renoizeDer 26jährige Renato Biagetti wurde in der Nacht vom 27. auf den 28.August 2006 von einem jugendlichen Faschisten in Focene, einem Stadtteil außerhalb Roms, erstochen.

Ende August 2008 waren einige Mitglieder von Azzoncao in Rom, um die Familie, FreundInnen und GenossInnen von Renato Biagetti zu interviewen.

Hier der 1. Teil des Interviews.
Die Antifas von Azzoncao trafen in dem besetzten Sozialzentrum „Acrobax“ Dario, den Bruder von Renato. Das „Acrobax“ befindet sich in den Gebäuden der ehemaligen Hunderennbahn an der via della Vasca Navale 6. Hier verkehrte Renato und ging seinem Hobby als DJ für elektronische Musik nach. Sein Bruder Dario, ein ehemaliger Rugby-Profi, trainiert dort die Rugby Männer- und Frauenmannschaft des Sozialzentrums, die „All Reds“.
In der Redaktion des Radio „ondarossa“, in der via dei volsci 56 im Stadtteil San Lorenzo, interviewte Azzoncao am folgenden Tag die beiden Mitglieder der antifaschistischen Sendung „maldestra“ Paolo und Enrico. Dieser Teil ist noch nicht niedergeschrieben und wird demnächst veröffentlicht.
(Wir weisen darauf hin, dass wegen der Übersetzung das gesprochene Wort etwas „eingedeutscht“ wurde. Also Begriffe und Ausdrücke umgangssprachlich niedergeschrieben wurden. Das verschriftliche Interview wurde der römischen Übersetzerin und den Interviewten zur Absegnung noch einmal vorgelegt.
Des weiteren haben wir uns nur auf die Niederschrift des Gesagten konzentriert. Wie Dario auf die Fragen reagierte und wie er gesprochen hat, war weit emotionaler, als der hier wiedergegebene Text es erscheinen lassen.) (mehr…)