Gequältes Volk, vergiss nicht das KZ Oropos, vergiss nicht den Faschismus!

theodokratisAls Rückblick und Mahnung zugleich kompensiert der politisch engagierte griechische Komponist Mikis Theodorakis seine Zeit unter der Diktatur der Obristen.

Der begnadete Komponist und Rebell kämpfte bereits im zweiten Weltkrieg auf der Seite des Widerstandes gegen die faschistische Besatzung. Auch im darauf folgendem Bürgerkrieg stand er auf der Seite der Linken und wurde weder zum ersten, noch zum letzten Mal Opfer von schwerer Folter und Misshandlungen. Mit seiner Musik erlangte er alsbald einen internationalen Bekanntheitsstatus. Dadurch, dass er musikalische Einflüsse des einfachen Volkes in seine Kompositionen mit einfließen ließ und sich in seinen Liedern mit versöhnlichen, wie auch zunehmend revolutionären Thematiken beschäftigte, gelangten seine Lieder auch in die soziale Widerstandsbewegung. Als es im 1967 zum Putsch der Obristen kam, traten die unter einer bürgerlich-demokratischen Fassade verdeckt gehaltenen Strukturen hervor und zeigten mit dem Faschismus ihr wahres, menschenverachtendes Gesicht. Unter Deckung von USA und Nato verfolgte, misshandelte und ermordete das Regime Oppositionelle. Theodorakis selbst rief den Widerstand ins Leben, wurde jedoch bereits nach vier Monaten verhaftet, verbannt und schließlich ins KZ Oropos überführt. Seine Lieder wurden von der Militärjunta verboten, wer sie sang, hörte, spielte oder besaß wurde bestraft. Dennoch oder gerade deswegen wurden seine Lieder und Melodien, welche teilweise aus der Haft herausgeschmuggelt wurden, zu denen des Widerstandes, zum Klang der Rebellion. Dank einer internationalen Solidaritätsbewegung wurde Theodorakis 1970 aus der Haft entlassen und ging ins Exil nach Paris. Auch von hier aus unterstützte er die Widerstandsbewegung gegen das Obristenregime bis zu dessen Ende 1974. In diesem Jahr kehrte er als „Volksheld“ zurück nach Griechenland und gab unter anderem das besagte Konzert. Bald jedoch stellten sich die politischen „Normalitäten“ wieder ein. Theodorakis, im musikalischen Leben weiterhin erfolgreich, schwankt im politischen zwischen Resignation und Engagement. Von den „Sozialisten“ enttäuscht betätigte er sich nun auch auf zunehmend bürgerlicher Basis. Dennoch äußerte er sich weiterhin kritisch zum Weltgeschehen, beispielsweise gegen die Unterdrückung von Kurden und Palästinensern oder die Angriffskriege in Jugoslawien und Irak.

Auch jetzt, da sich Griechenland im Umbruch befindet, solidarisiert er sich mit der sozialen Bewegung. Immer noch am leben und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet bleibt Mikis Theodorakis ein Mensch der sich immer, auch unter härtesten Folterungen, für ein Leben in Freiheit und Gleichheit einsetzte.

Hier sind zwei Videos von dem ersten Auftritt von Theodokratis nach dem Ende der Diktatur in Griechenland aus dem Jahr 1974 zu sehen:

Theodokratis – Oropos

Theodokratis – Andreas