Archiv für März 2009

Trans*-Aktivistin in Istanbul ermordet

Die türkische Trans*-Aktivistin Ebru Soykan wurde am 10. März 2009 in ihrem Haus in Istanbul ermordet. Ebru war prominentes Mitglied von Lambda Istanbul, der größten Interessenvertretung lesbischer, schwuler, bisexueller und transgeschlechtlicher Menschen in Istanbul und der Türkei. Sie arbeitete seit Jahren gegen die polizeiliche Gewalt und die schlechte Behandlung von transgeschlechtlichen Menschen in Taskim, einem Bezirk im Zentrum Istanbuls.
TransInterQueer e.V. ist schockiert und unsagbar traurig. Wie lange noch sollen solche Gewaltverbrechen mit trans*phobem und homophobem Hintergrund in Europa Alltag sein? (mehr…)

1977-deutscher Herbst

Wir haben kürzlich ein Streetart-Video entdeckt, in dem sich Writer mit dem „deustchen Herbst“ auseinander gesetzt haben. Es wurden mehrere Motive und Bilder aus dieser Zeit auf Züge gemalt, sodass eine Wanderausstellung zum Thema „deutscher Herbst“ durch die Ortschaften gefahren ist.
Hierbei ist aber zu beachten, dass dem Betrachter die Möglichkeit geboten wurde, sich seine eigene Meinung zur Thematik zu machen. Das Video ist ein Teil der Consequence 3 DVD und wird in dieser unter dem zwischen Abschnitt „political propaganda“ eingeführt. Aber macht euch selbst ein Bild von der Aktion.

Das Video:

Die komplette DVD könnt ihr euch hier ansehen

Faschisten in die Parlamente?-Nein, danke!

Anfang Juni diesen Jahres findet die Europawahl (http://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl_2009) statt.
Anläßlich dessen stellen wir Euch zwei lesenswerte Untersuchungen vor.

Riedel-Nationalismus im EU Parlament

Rechtsextreme Netzwerke und Parteien in Europa-C.Hübner

Stellungnahme zum Kriminalisierungsversuch Bochumer AntifaschistInnen durch die Polizei

Am Samstag, den 7.3. errichtete die NPD Bochum/Wattenscheid einen Informationsstand auf der Kortumstraße (Höhe C&A), der als Auftakt zu „ihrem“ Wahljahr 2009 zu sehen ist. Erst eine Woche zuvor wurde zu einem „Aktivistentreffen der NPD“ in die Wattenscheider Parteizentrale eingeladen, um den Kommunalwahlkampf zu organisieren.
Binnen kürzester Zeit formierte sich ein beachtlicher Protest gegen das NPD-Stelldichein auf der Kortumstraße, zu denen sich TeilnehmerInnen des Weltfrauentags, jugendliche Antifas und viele PassantInnen gesellten, sodass für die NPD eine unwidersprochene (oder gar positive Außenwirkung) verunmöglicht wurde. Unter dem Schutz der Polizei, die erst eine viertel Stunde später dazu kam, mussten die Neonazis einpacken, was von den Protestierenden bejubelt wurde. (mehr…)

28.3.2009 – Gedenkdemo für Thomas Schulz in Dortmund

Am 28. März 2005 wurde der Dortmunder Punk Thomas Schulz, aka „Schmuddel“ von einem Nazi-Skinhead der “Skinheadfront Dortmund Dorstfeld” ermordet. Der 17-jährige Sven Kahlin erstach Schmuddel abends an der zentral gelegenen U-Bahn-Haltestelle Dortmund Kampstraße. Zuvor hatte Schmuddel Kahlin wegen seiner rechtsradikalen Sprüche zur Rede gestellt.
Schmuddel verstarb noch an der Haltestelle. Wie bereits bei den durch den “Kameraden” Michael Berger begangenen Morden an drei PolizistInnen in Dortmund im Jahr 2000, feierte die lokale Naziszene den Mord. Auf einer rechtsradikalen Homepage gab man bekannt, die “Machtfrage” sei gestellt und “positiv beantwortet” worden. Darüberhinaus verklebte man Plakate, auf denen es hieß “Wer der Bewegung im Weg steht, muß mit den Konsequenzen leben”. (mehr…)

Filmvorführung in Hattingen: “Wir erobern die Städte vom Land aus!”

Wir wollen hier kurz darauf aufmerksam machen, dass die Antifaschistische Jugend Hattingen am 14.03.2009 den Film „Wir erobern die Städte vom Lande aus“ im Haus der Jugend in Hattingen zeigt.

Der Film “Wir erobern die Städte vom Land aus!” ist das Portrait einer neonazistischen Keimzelle zwischen Weser und Elbe in Niedersachsen. Der besondere Aktionismus dieser rechtsextremistischen Gruppe und ihre Versuche sich im ländlichen Raum zu etablieren, bilden den Hintergrund dieser Dokumentation. Der Film ist Realität und Fiktion zugleich. (mehr…)

Veranstaltung: Antifaschistische Bewegung in Russland

Seit Jahren nimmt die russische Regierung immer diktatorischere Züge an.

Allgemeine Bürger- und Menschenrechte haben kaum noch Gewicht unter Putin. Demokratische oder linke Zeitungen, Parteien und Organisationen werden bespitzelt, behindert, kriminalisiert und verfolgt. Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus nehmen staatlicher und nichtstaatlicher seits immer mehr zu. Nationalistische und rassistische Organisationen und Parteien erleben eine wahre Renaissance. Die russische Naziszene ist die größte und gewalttätigste Europas und Asiens. 2006 wurden in Russland 62 Nazimorde gezählt, 2007 kam es zu 76 Morden und bis März 2008 geht man von 49 Morden aus. Am 19. Januar diesen Jahres wurde Stanislav Markelow und Anastasia Baburowa, ein exponierter linker Menschenrechtsanwalt und eine anarchistische Journalistin, auf offener Straße in Moskau erschossen. In Russland ist das demokratische und linke Engagement verschwindend gering und unter staatlicher Repression und nazistischem Terror traut sich kaum noch jemand öffentlich dagegen zu protestieren. Dennoch gibt es eine antifaschistische Szene in Russland, die sich den Nazis und ihren Überfällen entgegenstellt. Zum großen Teil besteht sie aus Mitgliedern von Subkulturen und Jugendlichen.

In St. Petersburg ist jetzt ein Film entstanden, in dem die Protagonisten dieser Szene zu Sprache kommen und ihre Sichtweise der Auseinandersetzung präsentieren. Eine generelle politische Analyse der Situation in Russland findet man in diesem Film nicht. Aber er sagt viel über die Verhältnisse in Russland aus und unter welchen Bedingungen AntifaschistInnen sich hier zur Wehr setzen müssen.

Filmvorführung und Vortrag eines russischen Antifas aus St. Petersburg.

Freitag 20.03.2009
19:30Uhr Raum 6
Bahnhof Langendreer Bochum

Antifaschistische Jugend Bochum
Azzoncao, ein Polit Café