Bochum 7.3.: NPD musste frühzeitig nach Hause

Am Samstag den 07.03.2009 wollte die NPD Bochum und Wattenscheid einen Informationsstand in der Bochumer Innenstadt durchführen. Für einen baldigen Abzug sorgten antifaschistische Jugendliche und Bürger.

Wie zuletzt im Oktober letzten Jahres ( http://de.indymedia.org/2008/07/223654.shtm) postierte sich die NPD mit einem kleinen Stand in der Bochumer Innenstadt vor C&A. Dies blieb jedoch nicht lange unkommentiert. Schnell entwickelte sich spontaner Protest. Ca. 20 AntifaschistInnen waren vor Ort und bekamen Unterstützung durch eine sehenswerte Anzahl von Bürgerinnen.

Unter den Nazis befand sich der Nachwuchs-Nationalist Andre Z. aus Wattenscheid-Höntrop. Ebenfalls vor Ort war ein gewisser Robin aus dem Umfeld der ehemaligen FNBH.
Der ehemalige NPD-Stadtabgeordnete aus Hattingen, der Markus Schumacher, war auch anwesend. Obwohl er in Altenbochum bei seinem Papi von der Linkspartei wohnt, tritt er dieses Jahr zur Bundestagswahl für die NPD im Wahlkreis 142 (Herne-Bochum II) an.
Der ebenfalls am 15.Februar 2009 für den Wahlkreis 141 (Bochum I) als Direktkandidat für die Bundestagswahl aufgestellte Landesvorsitzende der NPD, Claus Cremer, glänzte mit Abwesenheit.
Dafür supportete ein weiterer Nationalist„seine NPD“. Er viel durch seine große Schnauze auf und drohte, dass „später“ weitere Kameraden kommen würden. Diese waren auch vor Ort, beobachteten das Spektakel, verschwanden aber ganz schnell wieder.

Die NPD-ler waren der Stimmung, die gegen sie erzeugt wurde, nicht gewachsen. Die Antifaschistinnen verteilten Materialien, waren lautstark und verfügten über ein gut sichtbares Transparent. So bekamen die NPD-ler schnell Hilfe durch die Bochumer Polizei. Diese traf mit vier Streifenwagen und zwei Wagen der Hundestaffel ein.
Darunter Torsten H., genannt „Toto“. Bekannt aus der SAT 1 – Sendung „Toto und Harry – die Zwei vom Revier“. „Toto“ war der Meinung, dass „es eine Errungenschaft der Demokratie sei, dass die NPD hier steht“. Da hatte er auf perfide Art mal Recht, der Herr Polizeioberkommissar. Diese „Demokratie“ schafft es mit ihrem aus der Mitte der Gesellschaft kommenden Rassismus, Nationalismus und Chauvinismus, genau diejenige Ideologie und ihre Träger wieder zu beleben, deren sie sich ihrer Verfassung nach eigentlich erwehren sollte. Und die staatlichen Organe, wie Polizei und Justiz spielen hier eine tragende Rolle. So war der Spruch des Ordnungshüters Herr Heim wohl nicht gemeint gewesen. Ob von dem Herrn Polizeioberkommissar ein Spruch wie z. B.„es ist eine Errungenschaft der Polizei, der Justiz, des Rechtsstaats, dass wir soviel Kriminalität haben“ über die Lippen gegangen wäre. Das kann man bezweifeln.
Der omnipotente Vielquatscher von SAT 1 belegte somit eigentlich nur die fehlende demokratische Grundhaltung vieler deutscher Beamter. Und eine, abgeminderte, aber ebenso katastrophal staatsautoritäre, antidemokratische Haltung der Beamtenschaft wie zur Zeit der Weimarer Republik.
Seine Ergüsse reichen gerade mal für www.polizeicafe.at oder für die homepages:
http://totoundharry.blogspot.com
http://www.totoundharryhomepage.de.vu
http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/24stunden/totoundharry
Am Besten einfach mal die Klappe halten.

Als die Polizisten bemerkten, dass es nicht all zu gut für die NPD aussah, mussten die anwesenden Nationalisten ihre sieben Sachen packen und nach Hause fahren.
Für die Antifaschistinnen war die Aktion noch nicht gelaufen, da die Polizei sie festhielt und sie ihre Personalien abgeben mussten. Dies wurde damit begründet, dass sie angeblich vermummt gewesen sein sollen oder auch wie es eine Polizistin festgestellt hat, sie „am lautesten waren“. Auf die Frage wie lange die Daten gespeichert werden, antwortete dieselbe Polizistin: “so lange bis repressive Maßnahmen nicht mehr von Nöten sein“. Was sie wohl damit meint?

Unrühmlich war mal wieder die Rolle der etablierten Parteien, die keine 100 Meter entfernt an ihren Parteiständen standen und so taten es wäre nichts. Allein die stalinistische MLPD konterte etwas gegen die Nazis. Blamierte sich aber mit ihrer Unkenntnis von Fakten.
Wieder einmal war der aktive Antifaschismus eine Aufgabe von parteifernen Jugendlichen und Demokratinnen aus der Bevölkerung.

Alles im allen, war es aus Sicht der Antifaschistinnen, eine gute und zufrieden stellende Aktion. Die Nazis wurden lächerlich gemacht, waren lauten Parolen ausgesetzt und mussten am Ende unter Polizeischutz die Innenstadt verlassen. Ihr Wahlkampfauftakt in Bochum wurde bereits zu Beginn gestört.

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Das es an diesem Wochenende zu dem kleinen braunen Spektakel in der Bochumer City kam liegt mit Sicherheit auch daran, dass es am letzten Wochenende in der Wattenscheider NPD-Zentrale zu einem „Aktivistentreffen der NPD“ in Nordrhein-Westfalen gekommen war. Auf diesem sollen alle Kreisvorsitzenden, samt Stellvertreter geladen gewesen sein, um die Organisation der Kommunalwahlkampfs in NRW zu besprechen.

Anwesend waren neben Ingo H., dem Kreisvorsitzenden der Dürener NPD, und Stephan
H., der stellvertretende Landesvorsitzende, die über die Aufstellung der NPD zum Kommunal- und Bundestagswahlkampf in NRW referierten, der Bundesvorsitzende Udo Voigt und der Hamburger Landesvorsitzende, Jürgen Rieger.
Die beiden Letztgenannten ließen sich zu den aktuellen Streitigkeiten innerhalb der NPD aus.
Voigt sprach davon, dass die NPD „keinen weichgespülten Kurs“ einschlagen werde und „hielt ein eindeutiges Plädoyer für eine Zusammenarbeit mit den „Freien Kräften““.
Jürgen Rieger sprach sich ebenfalls gegen einen Kurswechsel der NPD aus. Er sähe in der NPD die „parlamentarische Kraft“ des nationalen Widerstands.
Auf der homepage der „Freien Nationalisten Siegerland“ heißt es bewertend zu diesem Treffen „die Redebeiträge Riegers und Voigts“ seien „ein klares Bekenntnis zum „Nationalen Widerstand“ und für den radikal-revolutionären Kurs der Partei.“
Ein Kurs für den auch der anwesende Landesvorsitzende Claus Cremer steht.

Lokal hat sich die NPD Wattenscheid und Bochum umstrukturiert. Schon im letzten Jahr fusionierten am 14. September 2008 der Wattenscheider und Bochumer Kreisverband zu einem Kreisverband „Bochum und Wattenscheid“. Kreisvorsitzender wurde der Bezirksabgeordnete und NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer. Benjamin D. wurde stellvertretender Kreisvorsitzender. Marion R., stellvertretende Landesvorsitzende des „Ring Nationaler Frauen“ in NRW, wurde Kreisschatzmeisterin. Ingo G., Thomas B. und Markus Schumacher wurden Beisitzer.
Konkurrenz von der ihm so gehassten „Pro Bewegung“ braucht Claus Cremer nicht zu befürchten.
Ein link von Claus Cremer persönlicher Website (clauscremer.wordpress) führt auf die site von Pro-Wattenscheid (pro-wattenscheid), die auf den Namen des stellvertretenden NPD-Kreisvorsitzenden Benjamin D. eingetragen ist. Und auch den Namen „Pro Bochum“ hat sich die örtliche NPD schon gesichert. Die homepage von „pro-bochum“ ist aber seit über einem Jahr „in Arbeit“, während man auf der site von „pro-wattenscheid“ NPD Texte findet.

Noch was Altes zur Bochumer NPD:
http://de.indymedia.org/2008/04/214517.shtml
http://de.indymedia.org/2008/04/214914.shtml
http://de.indymedia.org/2008/05/217178.shtml

Noch was Altes zum FNBH:
http://de.indymedia.org/2008/05/217214.shtml
http://de.indymedia.org/2008/05/217990.shtml
http://de.indymedia.org/2008/05/218624.shtml
http://ajhs.wordpress.com/2009/02/05/inferno-hattingen-mitte/#more-274

Bilder:

Schumi Kranzabwurf NPD-WAT

NPD-Treff NPD-Treff2

RNF in Bochum Ande Z.

andre z. beim NPD Stand im August 2008 Toto und Harry

Antifaschistische Jugend Bochum

Indymedia Artikel zum Stand