Archiv für Mai 2009

Filmpremiere „UNO DI NOI“

Im Dezember des letzten Jahres brachten die antifaschistische Jugend Bochum und das Polit-Cafè Azzoncao mit Hilfe von Ruhrgebietssprayern ein Graffiti in Bochum Ehrenfeld „an die Wand“. Das Graffiti thematisiert die Morde an antifaschistischen Jugendlichen in Europa. Sieben Jugendliche aus verschiedenen Ländern werden porträtiert. Einen besonderen Platz nimmt dabei der Dortmunder Antifaschist und Punker Thomas Schulz, ein, der 2005 von einem Nazi ermordet wurde. Zu diesem Graffiti haben die beiden Gruppen eine 30 minütige Dokumentation erstellt, die sie am Samstag, den 6. Juni um 15.30 im Bahnhof Langendreer als
Premiere vorstellen wollen.

Vorstösse aus dem rechten Milieu

In Ungarn dringen Rechtsradikale an die Macht; Rassismus und Antisemitismus werden von Tag zu Tag salonfähiger.

Am 18. April, einen Tag vor dem Holocaust-Gedenktag, erschienen etwa 200 ungarische Neonazis vor der deutschen Botschaft in Budapest und brüllten ihre längst eingeübte Parole: «Am Holocaust ist nichts wahr!» Die mehrheitlich der jüngeren Generation angehörenden Demonstranten, die weisse Hemden, schwarze Hosen, dunkle Stiefel trugen und in der Hand jene Version der ungarischen Fahne schwangen, mit der seinerzeit die ungarischen Pfeilkreuzler auf die Strassen gegangen sind, waren Mitglieder oder Sympathisanten der Ungarischen Garde. (mehr…)

Gegen die Verharmlosung von Nazi-Konzerten!

Fakten und Argumente gegen den kroatischen Sänger Marko Perkovic

Für den 6. Juni 2009 plante der kroatische Popsänger Marko Perkovic alias „Thompson“ im Bochumer Ruhrkongress aufzutreten. Dieses Konzert ist durch eine kurzfristige Intervention durch die Ratsfraktion der LINKEN verhindert worden. Dank einem Hinweis eines antifaschistischen Musikfreundes konnte die Antifa-Jugend Bochum die Bochumer Ratsfraktion der Linkspartei über das Problem aufklären. Perkovic ist für seine faschistische, nationalistische und militaristische Gesinnung bekannt. Sein Künstlername „Thompson“ kommt von der Maschinenpistole der Marke „Thompson“ mit der er im Krieg gegen die Serben gekämpft hatte. (mehr…)

Stellungnahme der Antifaschistischen Jugend Bochum zum Thompson-Konzert und dem Bochumer Wahlzirkus am 27.05.2009

Das Konzert des rechtsradikalen Ultranationalisten Marko Perkovic, alias Thompson, am 6.6.2009 in Bochum wird nicht stattfinden. So verkündeten heute am 27. Mai die Fraktionsvorsitzenden der Bochumer SPD und Grünen.
Dem ganzen voraus gegangen war die Absicht der Linkspartei-Ratsfraktion am morgigen Tag im Rat einen Dringlichkeitsantrag einzubringen, um ein Verbot des rechten Events im Bochumer RuhrKongress zu erwirken. Kaum war das Anliegen auf dem Tisch, erfolgte diese überraschende Stellungsnahme der SPD/die Grünen. In ihrer Pressemitteilung konstanieren sie, dass der Antrag der Linkspartei gegenstandslos sei, da das Thompson Konzert längst abgesagt wäre.
Ein erstaunlicher Fakt, wurde doch heute nachmittag in diversen Internet-Portalen wie „Kroatien Aktuell“, „Bartime“ und anderen noch über den anstehenden Auftritt von Marko Perkovic am übernächsten Samstag in Bochum gesprochen und das Konzert beworben.
Aber augenscheinlich wissen die dort schreibenden kroatischen Nationalisten weniger als die Bochumer Stadtspitze, die auch den Aufsichtsrat der unglückseligen Veranstaltungs- GmbH stellt, die der Thompons-Band mündlich zusagte.
Es stellt sich also die Frage, ob das Konzert wirklich schon vorher abgesagt wurde und die Herrschaften aus der Stadtspitze ihre politisch-peinliche Blindheit nur verschweigen wollten. Oder sie im jetztigen Wahlkamopf mal schnell innerhalb von Stunden Tatsachen schafften.

Generell steht es aber laut SPD/Grüne noch zur Debatte, ob man Herrn Perkovic als Faschisten bezeichnen kann. Wir von der „Antifaschistischen Jugend Bochum“, die DIE LINKE auf das Thompson-Konzert aufmerksam gemacht haben, wundern uns etwas über den Faschismusbegriff der Bochumer demokratischen Mitte.

Heiteres Politik-Raten für Sozialdemokraten:
»Das verbreitete Zeigen von Ustascha- und ultranationalischen Symbolen bei »Thompson«-Konzerten ist kein Fehler oder eine Zufälligkeit. Ein Musiker, der nostalgisch über den Ustascha-Führer Ante Pavelic singt und sich positiv über Kroatiens schlimmstes Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg in Jasenovac und Stara Gradiska äußert, fordert seine Fans offen zur Indentifikation mit dem genozidalen Ustascha Regime auf« Dies ist ein Zitat des Simon-Wiesenthal-Center aus einem Brief an den kroatischen Staatspräsidenten Stipe Mesic.
Noch ein paar Zitate des Herrn Perkovic gefällig Herr Fleskes und Herr Cordes?
„There is nothing wrong with my voicing right-wing, Ustaše, beliefs.“
„I don‘t mind Ustaše symbols. Why should I?“
„Serbs lie, they are that kind of a people. They can‘t love us, nor is that natural. They are our eternal sworn enemies.“ (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Marko_Perkovic)

Antifaschistische Jugend Bochum, Mai 2009

Interview mit dem Ex-GAP-isten Enzo Galasi

Seit 5 Jahren organisieren Bochumer AntifaschistInnen Seminare in Mailand und Umgebung zur italienischen Partisanengeschichte. Als besonders erfreulich und fruchtbar hat sich dabei der seit langen bestehende Kontakt zum Institut ISEC in Sesto San Giovanni/Mailand erwiesen. Hier ist namentlich der Wissenschaftler Luigi Borgomaneri zu nennen, ohne dessen profunde Kenntnisse und Integrität all diese Seminare nicht zu Stande gekommen wären. Über ihn lernten wir Enzo Galasi kennen. Enzo Galasi ist einer der letzten lebenden Großstadtpartisanen, der Gruppi di Azione Patriottica (GAP).

Enzo gehörte nicht nur der allerersten GAP-Gruppe unter Melchiorre de Giuli an, sondern war auch Mitglied der 2ten und der 3. Mailänder GAP, die durch seinen Vater, Alfonso Galasi, befehligt wurde, und aktiv bei der Befreiung Mailands. Neben den genannten GAP-Einheiten gab es noch die bekannte GAP-Gruppe von Giovanni Pesce, der am 27. Juli 2007 verstarb. (mehr…)

Update: Generalstreik im Baskenland

Hier stellen wir euch ein Artikel aus der Jungen Welt zum Generalstreik im Baskenland vom 22.05.2009 zur Verfügung.

Basken im Generalstreik
Der gestrige Donnerstag war kein Feiertag im Baskenland. Trotzdem standen viele Räder still: Sechs linksnationale Gewerkschaften hatten in der Autonomen Baskischen Gemeinschaft (CAV) und in der Foralen Gemeinschaft Nafarroa (Navarra) zum Generalstreik aufgerufen – ein Ereignis, das es seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975 nicht mehr gegeben hatte. Die in den linksbaskischen Gewerkschaften organisierten Arbeiter gingen auf die Straße, um gegen die Madrider Wirtschaftspolitik sowie für einen sozialen und politischen Wandel zu demonstrieren. (mehr…)

Superqualjahr 2009: wir wählen nicht!

Mit diesem Text wollen wir erklären, warum für uns als Antifaschistinnen und Antifaschisten in Bochum bei den kommenden Wahlen im Jahr 2009 keine der antretenden Parteien wählbar ist. Es gibt tausende Gründe bestimmte Parteien nicht zu wählen, oder gar nicht zur Wahl zu gehen. Sie können ideologischer wie pragmatischer Natur sein. Wir wollen uns jedoch darauf beschränken die Frage aus dem Blickwinkel von vor Ort aktiven AntifaschistInnen darzustellen. Hierzu beschäftigen wir uns näher mit dem Verhalten der antretenden Parteien im Bezug auf die antifaschistische Arbeit in Bochum. Es sollte klar sein, dass die Parteien der Nazis, sowie CDU1 und FDP für uns Antifas natürlich vollkommen unwählbar sind. Auch die SPD käme nicht wirklich in Frage. Dementsprechend werden wir hier im Wesentlichen auf die Grünen, DIE LINKE und die Soziale Liste eingehen. (mehr…)