Stellungnahme der Antifaschistischen Jugend Bochum zum Thompson-Konzert und dem Bochumer Wahlzirkus am 27.05.2009

Das Konzert des rechtsradikalen Ultranationalisten Marko Perkovic, alias Thompson, am 6.6.2009 in Bochum wird nicht stattfinden. So verkündeten heute am 27. Mai die Fraktionsvorsitzenden der Bochumer SPD und Grünen.
Dem ganzen voraus gegangen war die Absicht der Linkspartei-Ratsfraktion am morgigen Tag im Rat einen Dringlichkeitsantrag einzubringen, um ein Verbot des rechten Events im Bochumer RuhrKongress zu erwirken. Kaum war das Anliegen auf dem Tisch, erfolgte diese überraschende Stellungsnahme der SPD/die Grünen. In ihrer Pressemitteilung konstanieren sie, dass der Antrag der Linkspartei gegenstandslos sei, da das Thompson Konzert längst abgesagt wäre.
Ein erstaunlicher Fakt, wurde doch heute nachmittag in diversen Internet-Portalen wie „Kroatien Aktuell“, „Bartime“ und anderen noch über den anstehenden Auftritt von Marko Perkovic am übernächsten Samstag in Bochum gesprochen und das Konzert beworben.
Aber augenscheinlich wissen die dort schreibenden kroatischen Nationalisten weniger als die Bochumer Stadtspitze, die auch den Aufsichtsrat der unglückseligen Veranstaltungs- GmbH stellt, die der Thompons-Band mündlich zusagte.
Es stellt sich also die Frage, ob das Konzert wirklich schon vorher abgesagt wurde und die Herrschaften aus der Stadtspitze ihre politisch-peinliche Blindheit nur verschweigen wollten. Oder sie im jetztigen Wahlkamopf mal schnell innerhalb von Stunden Tatsachen schafften.

Generell steht es aber laut SPD/Grüne noch zur Debatte, ob man Herrn Perkovic als Faschisten bezeichnen kann. Wir von der „Antifaschistischen Jugend Bochum“, die DIE LINKE auf das Thompson-Konzert aufmerksam gemacht haben, wundern uns etwas über den Faschismusbegriff der Bochumer demokratischen Mitte.

Heiteres Politik-Raten für Sozialdemokraten:
»Das verbreitete Zeigen von Ustascha- und ultranationalischen Symbolen bei »Thompson«-Konzerten ist kein Fehler oder eine Zufälligkeit. Ein Musiker, der nostalgisch über den Ustascha-Führer Ante Pavelic singt und sich positiv über Kroatiens schlimmstes Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg in Jasenovac und Stara Gradiska äußert, fordert seine Fans offen zur Indentifikation mit dem genozidalen Ustascha Regime auf« Dies ist ein Zitat des Simon-Wiesenthal-Center aus einem Brief an den kroatischen Staatspräsidenten Stipe Mesic.
Noch ein paar Zitate des Herrn Perkovic gefällig Herr Fleskes und Herr Cordes?
„There is nothing wrong with my voicing right-wing, Ustaše, beliefs.“
„I don‘t mind Ustaše symbols. Why should I?“
„Serbs lie, they are that kind of a people. They can‘t love us, nor is that natural. They are our eternal sworn enemies.“ (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Marko_Perkovic)

Antifaschistische Jugend Bochum, Mai 2009