NPD Bochum/Wattenscheid stellt Direktkandidaten für die Landtagswahl auf

Wie die Bochumer NPD auf ihrer Internetseite am 18. Januar verkündete, wurde bei der am selben Tag stattgefundenen Mitgliederversammlung beschlossen, dass Markus Schumacher, Andre Zimmer und Claus Cremer zur nächsten Landtagswahl als Direktkandidaten antreten.

So wird Andre Zimmer, neuerdings Jugendbeauftragter der NPD Bochum, für den Wahlkreis 107 (Bochum I) antreten. Zimmer tritt seit Juli 2008 regelmäßig als NPD Anhänger in Erscheinung. So wurde er das erste Mal bei einem NPD Infostand im Juli 2008 gesichtet.
Er war in Begleitung von Markus Schumacher, als es im Frühjahr 2009 darum ging, Unterschriften für die NPD zu sammeln. Die beiden Herren trafen sich fast täglich am Bochumer Hauptbahnhof, um dann gemeinsam sich dem Kampf gegen den „Parteienfilz“ anzunehmen.
Dass dieser Junge, der sich nicht zu schade ist täglich Propaganda der NPD zu verkleben oder zu verteilen und aktiv am Wahlkampf der NPD in Bochum beteiligt ist, nun Jugendbeauftragter ist, verwundert nicht. Denn gerade er hat sich sehr häufig mit anderen Jugendlichen seines Alters in der Innenstadt oder auf Spielplätzen getroffen und ganz offen zur Schau gestellt, dass er ein Nazi ist. Wehement versucht er krampfhaft, Nachwuchs für die NPD anzuwerben.
Auch wenn Zimmer oftmals einen armseligen Eindruck hinterlässt: Der Jungnazi will nicht nur den Eindruck eines Bidermanns erwecken, sondern auch den eines Brandstifters. Als letztes Jahr alternative Jugendliche von einer Meute Neonazis angegriffen wurden, beteiligte sich Zimmer am Überfall. Dass er nun offiziell als „Jugendbeauftragter“ der NPD gilt, ist mehr als lächerlich. Dies bedeutet nämlich, dass die NPD auch weiterhin gewaltbereiten, abenteurorientierten Nachwuchs bekommen wird.

Andres Ziehbruder ist der 30jährige Markus Schumacher. Mit ihm zusammen hat er dazu beigetragen, dass die NPD mit 0,94 % in den Bochumer Stadtrat eingezogen ist.
Schumacher ist Kreisvorstandsmitglied der Bochumer NPD und tritt ebenfalls für denWahlkreis 108 (Bochum II) als Direktkandidat an. Er ist bereits zur Kommunal- und Bundestagswahl als Deputierter der Bochumer Nationalen angetreten.
Schumacher ist oft zu sehen als Redner bei Veranstaltungen und Demostrationen der NPD. Auch bei Ständen während des Wahlkampfes letztes Jahr war er ständig anzutreffen.
Neben seinen Aktivitäten als NPD-Futzi, ist er auch „Vorsitzender von der Bürgerbewegung Pro Bochum“ und „militanter Straßenkämpfer der NSBO“ (Nationale Sozialisten Bochum). So bemalt er zusammen mit Simon Lottmann und Andre Zimmer Postaufkleber mit Wachsmalstiften und betreibt auf der Straße die „Propaganda der Tat“.
Zu diesem Label gehörte auch eine eigene kleine Internetpresenz, die jwahrscheinlich auf Druck von Claus Cremer offline gehen musste.

Dass Claus Cremer eine Vorliebe für Internetseiten hat, die offline gehen, kann man an einer anderen Meldung der Bochumer NPD erkennen. Denn die persönliche Internetpresenz von Claus Cremer wurde durch die „Domainvergeber-Firma gesperrt“. In der selben Mitteilung heult sich Cremer über die Gutmenschen aus die in „stalinistischer Manier“ darüber entscheiden, was gut und böse ist. Naja lieber Claus, so it goes!
Aber der Direktkandidat für den Wahlkreis 109 (Wattenscheid[Bochum III]/Herne II) und frischeingezogene „Ratsherr“ im Bochumer Stadtparlament braucht sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, da er nun eine neue Internetpresenz verwalten kann.
Dass nicht nur die persönliche Seite Cremers, sondern auch die Internetseite der Bochumer NPD offline gehen sollte, kann man auch ganz gut an der unverschämten Forderung nach einem „Ausländerrückführungsbeauftragten“ erkennen. Weiterhin stellt die NPD ein weiteres Mal klar, dass sie Menschen mit Migrationshintergund das Recht abspricht eigene Interessen vertreten zu dürfen. Dass gerade diese Partei nun auch ein Bürgerbüro in der Bochumer Innenstadt von der Stadtverwaltung erhalten hat, welches sich in einem Gebäude befindet, wo auch die Gleichstellungstelle, die Schwerbehindertenvertretung und das Integrationsbüro ihre Sitze haben, ist ein Skandal und mehr als geschmackslos. Wir hoffen, dass sich zeitnah Menschen aus den genanten „Vertretungen“ dazu bereit erklären, den Widerstand gegen die NPD aus dem Inneren des Gebäudes zu führen. Zudem ist es fragwürdig, dass weder die Stadtverwaltung noch jene Vertretungen offiziell Stellung nehmen möchten.

Für uns AntifaschistInnen ist ganz klar, dass wir in den folgenden Monaten den Protest gegen das Bürgerbüro ausbauen müssen und den Wahlkampf der NPD so gut es geht behindern müssen.


Antifaschistische Jugend Bochum

Einen weiteren Artikel zu der Thematik hat das Polit Café Azzoncao verfasst und bei Indymedia Linksunten veröffentlicht. Den Artikel findet ihr hier.