Am Samstag, dem 16.1. haben wir, die Antifaschistische Jugend Bochum, eine Fahrt ins benachbarte Rheinland gemacht. Ziel des Ausfluges war die ehemalige Zentrale der Gestapo im ELDE-Haus in Köln.
Treffpunkt war der Bochumer HBF, an dem wir uns gegen morgen einfanden. Mit einem Dutzend Genossen und Genossinnen [Freund_Innen] und den letzten Nachzügler_Innen, wurde der Regional Express in Richtung Rheinland genommen. Da die Zugfahrt über eine Stunde dauerte, gab es schon auf der Anreise genügend Möglichkeiten einen anregenden Tag mit Austausch und Debatte einzuläuten. In der Domstadt angekommen machten wir uns auf zu unserem Tagesziel, was wir nach kurzem Umweg für ein Frühstück fanden.
Das ELDE-Haus ist ehemalige Zentrale und Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) für den Regierungsbezirk Köln und beherbergt heute eine NS-Dokumentationsstätte. Parallel zu der Dauerausstellung gab es noch eine Zeitausstellung zum Thema „Weihnachten in der politischen Propaganda“.
Wir entschieden uns den Besuch im Kellergeschoss zu beginnen, in welchem sich der ehemalige Gefängnistrakt befindet, in dessen Zellen größtenteils politische Häftlinge interniert waren. Dort bekamen wir freundlicher Weise von einem Mitarbeiter eine spontane Einführung, die wir alle gerne noch länger gestaltet hätten. Vielen Dank an dieser Stelle!
Bevor wir uns auf den Weg in das Obergeschoss begaben, hinterließen wir noch ein paar Zeilen in dem Gästebuch, welche wir in Anlehnung an den Schwur von Buchenwald auswählten.
Da wir uns im Vorfeld entschieden haben das Dokumentationszentrum ohne „Guide“ zu besuchen, um uns die Möglichkeit zu lassen, miteinander und direkt vor Ort die ausgestellten Themen zu erörtern, machten wir uns als gelöste Gruppe auf den Weg nach oben. Die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ führt den Besucher über 2 Etagen von den Anfängen der Machtübernahme, diverse Themen wie Religion, Rassenpolitik und Krieg, bis zum Kriegsende. Da dort eine unglaubliche Reichhaltigkeit an Informationen vorhanden ist, die es kaum ermöglicht alles innerhalb eines Tages mitzunehmen, haben wir auch alle unterschiedliche persönliche Schwerpunkte gelegt und uns immer wieder vereinzelt bei bestimmten Themen „wiedergetroffen“.
Gerade das Thema Jugend bekommt im ELDE-Haus eine besondere Betrachtung, da in Köln und Umgebung umherziehende, unangepasste Jugendliche , die Edelweißpiraten, reichlich und vielfältig Widerstand gegen den Faschismus leisteten.
Vor 2 Jahren hatten wir die Gelegenheit mit Jean Jülich, einem ehemaligen Kölner Edelweißpiraten das ELDE-Haus zu besichtigen und uns im Anschluss dazu einen Vortrag von ihm anzuhören, was leider dieses Jahr nicht mehr möglich war.
Trotzdem haben wir einen interessanten Tag in Köln verbracht, der insbesondere den Jüngeren von uns einen informativen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus und explizit der Kölner Geschichte schaffte.
Antifaschistische Jugend Bochum