Wittener Neonazi geoutet

Wie die Antifa Koordination südliches Ruhrgebiet auf Indymedia verkündete, wurde in der Nacht zum 28.01. der NPD-Kandidat und JN-Funktionär Oliver Hürten in seiner Nachbarschaft geoutet. Aus dokumentarischen Zwecken möchten wir diesen Bericht auf unserem Blog festhalten. Hier der angesprochene Outing Artikel:

Seit etwa einem Jahr bettelt ein ehemaliger Mülheimer, heute Wittener Neonazi auf Indymedia und anderen linken Internetportalen um antifaschistische Aufmerksamkeit. In der Nacht zum 28.01.2010 wurde ihm der Wunsch erfüllt. Oliver Hürten, NPD-Kandidat und JN-Funktionär, ist in der Nachbarschaft der Billerbeckstr. 59 durch mehrere hundert Flugblätter ein Stück populärer geworden.

Schon seit mehreren Jahren ist Oliver Hürten als NPD- und JN-Mitglied und „NSBM“-Aktivist in der rechten Szene aktiv. Er tritt regelmäßig als Teilnehmer und Ordner auf Demonstrationen in ganz NRW in Erscheinung. Als Initiator und „Stützpunktleiter“ der „JN Witten“, Wortführer der „JN NRW“ und „JN Mülheim“-Phantom versucht sich Hürten in der rechten Partei-Szene einen Namen zu machen. Insbesondere die aktivere Arbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis ist in dieser Hinsicht durchaus erfolgreich – 2009 kandidierte er auf Bundes- und Kommunalebene für die regionale NPD. Auch als Anmelder von JN-Ständen tritt er gelegentlich in Erscheinung.

Im Raum Mülheim machte der gebürtige Duisburger rund um den Jahreswechsel 2008/2009 auf sich aufmerksam. Der erste Versuch, einen JN-Stand durchzuführen, scheiterte am 26.07.08 – Hürten und eine aus Oberhausen, Düsseldorf, Meerbusch und Witten angekarrte Gefolgschaft, ließ sich den Nachmittag von mehreren Dutzend AntifaschistInnen traktieren. Knapp drei Wochen später (16.08.08) meldete er weitere Stände in Mülheim-Heißen und Heimaterde an. Er und der auf drei KameradInnen geschrumpfte Unterstützerkreis tauchte in Heißen gar nicht erst auf und ließ sich in Heimaterde von einem breiten Spektrum bürgerlicher und autonomer Nazi-GegnerInnen nach zwanzig Minuten Kurzauftritt vertreiben.

Im Dezember 2008 wurden in Mülheim-Mitte Flugblätter gegen den SPD-Kommunalpolitiker Dieter Spliethoff gestreut. Grund für die Hetzkampagne der „JN NRW“ war dessen vermeintlich ungebrochene Unterstützung für das lokale Autonome Zentrum. In den folgenden Wochen kam es zu verschiedenen Aktionen gegen den Ratsherren und seine Familie. Unter Anderem wurde sein Auto mit Hakenkreuzen versehen und mit Fischkadavern verstopft. Auch Nina Eumann (Die Linke) geriet kurzzeitig ins Visier der Neonazis. Das Auto ihres Lebensgefährten wurde ebenfalls beschädigt und mit toten Fischen übergossen. In jedem Fall hinterließen die Täter Werbematerial der NPD. Obwohl Hürten für diese Aktionen nie belangt wurde, kann von seiner aktiven Teilnahme an den Aktionen ausgegangen werden.

Seit diesem Zeitraum bemüht sich Hürten unter dem Schutz vermeintlicher Internetanonymität um Anerkennung seiner Aktionen. Neben dilletantischen virtuellen Anlaufversuchen in Sachen „Anti-Antifa“, fantasiert er regelmäßig Falschmeldungen in Bezug auf Mülheim und andere Städte zusammen. Obwohl Hürten wenig Profil in seiner politischen Laufbahn erkennen lässt, gehört er zur aktiveren Riege der nordrheinwestfälischen JN/NPD. Eine erste Bekanntschaft mit ungeplant erhöhtem Bekanntheitsgrad dürfte ihm einen Vorgeschmack darauf geliefert haben, wie die Konsequenzen seiner rechtsextremen Sinnsuche zukünftig aussehen können.

Nazis auf die Pelle rücken!

Antifa Koordination südl. Ruhrgebiet

Quelle: Indymedia