Markus Schumacher und André Zimmer wollen den Nationalsozialismus

An dieser Stelle möchten wir einen Artikel, den wir auf Indymedia Linksunten gefunden haben, dokumentieren. Dieser befasst sich inhaltlich mit einem Flugblatt, was vor wenigen Tagen in Altenbochum verteilt wurde und sich auf die dortigen Nazischmiereien bezieht.

Gestern Abend warfen wir in Altenbochum, in der Nachbarschaft von NPD-“Kader“ Markus Schumacher Flyer in die Briefkästen. In der letzten Zeit waren dort immer wieder Nazischmierereien aufgetaucht. Die Hintergründe dieser Codes und die Informationen über die „Künstler“ Markus Schumacher und André Zimmer wollten wir natürlich auch der hiesigen Nachbarschaft zu nicht vorenthalten.

Nachbarschaftsinformation Nr. 4

Nazipropaganda in Altenbochum
Markus Schumacher und André Zimmer wollen den Nationalsozialismus
Seit einiger Zeit beleidigen Nazisymbole und Aufkleber mit rechtsradikalem Inhalt in einem großen Umfang die PassantInnen auf den Straßen Altenbochums. Schon früher sind in Altenbochum Neonazi-Aufkleber aufgetaucht, da Markus Schumacher, aktives Mitglied der NPD und seit Jahren Teil der Bochumer Neonaziszene, in der Goystraße wohnhaft ist. So klebt er öfters, wenn er nachts in einem zu groß ausgefallenem Hemd und mit einer Sonnenbrille ‚bewaffnet‘ von seinem Elternhaus in Richtung Wittener Str. läuft, Neonazi-Propaganda. Aber was ist seit einiger Zeit los in Altenbochum, dass es zu solchen Veränderungen im Stadtteil kommt?

Ob NPD oder NSBO – der braune Mist stinkt zum Himmel!
Im gesamten Gebiet um die Straßenbahnhaltestelle Altenbochum Kirche ist die Nazipropaganda zu verzeichnen. So klebt an fast jeder Laterne, Ampel oder sonstigen Gegenständen, die beklebt werden können, eine Botschaft der NPD oder der NSBO („Nationale Sozialisten Bochum“). Ob die rassistischen Forderungen nach einem Minarett-Verbot oder die Aufforderung an die Jugend „wieder zu kämpfen“ (wofür, ist klar) – es bleibt bei den typischen Naziparolen. Die meist gesprühte Parole ist das Gruppenkürzel „NSBO“. Hierbei bildet das „O“ ein Keltenkreuz – ein häufig verwendetes Symbol in der Naziszene. Das Keltenkreuz taucht im Verlauf der Goystr, die das Zentrum und der Ausgangspunkt für die nächtlichen Propagandaaktionen der beiden Nazis sind, immer wieder auf. Auch die Forderung nach dem Nationalsozialismus in Form von „NS jetzt“, gekoppelt mit einem verkrüppelten dreiarmigen Hakenkreuz („Triskele“), wird immer wieder in den Straßen Altenbochums gesprüht. Die beiden größten Schmierereien befanden sich bis vor Kurzem direkt an einer großen weißen Wand an der Wittener Straße. Hier konnte man wieder „NSBO“ und ein übergroßes Keltenkreuz sehen. Neben den NSBO-“Tags“ häufen sich gerade in Wattenscheid auch judenfeindliche Sprüche und die Verherrlichung von Morden, die von Neonazis verübt wurden. Die rechtsradikale Gesinnung der Akteure ist nur nur eindeutig durch die Parolen auf der Straße zu erkennen, sondern auch im Internet: Auf der Twitter-Seite der NSBO wurde am 20. April ein lobender Text anlässlich des Geburtstages Adolf Hitlers, Zitat: „Heute Führergeburtstag. In Gedenken an den großen Staatsmann und Begründer des III.“ Ein Foto Hitlers in voller Nazimontur ergänzte den Beitrag.


André Zimmer auf Achse in Altenbochum

Ein Grund für das erhöhte Aufkommen der Nazi-Schmierereien könnte der Jungnazi André Zimmer sein. Der 18-jährige André Zimmer ist Dauergast bei seinem besten ‚Kameraden‘ Markus Schumacher, der in der Goystraße 37 bei seinen Eltern wohnhaft ist. Zimmer ist seit ein paar Monaten Jugendbeauftragter der rechtsradikalen Partei NPD Bochum/Wattenscheid und ist für die Rekrutierung von Nazinachwuchs verantwortlich. Nebenbei ist er NPD-Direktkandidat zu den Landtagswahlen im Bochumer Osten. André ist nicht mehr bei seinen Eltern in Wattenscheid Höntrop wohnhaft, da der Postkasten in ihrem Haus im März 2010 in die Luft gegangen ist. Ob André Zimmer den Postkasten selbst in die Luft jagte oder ob ein Nachbar seiner Wut über Nazis durch Sachzerstörung Luft machte, bleibt ungeklärt. Bedenklich ist zumindest, dass André Zimmer Videos im Videoportal YouTube veröffentlichte, wo aufgezeichnet ist, wie er einen städtischen Müllcontainer in die Luft sprengt. MitschülerInnen berichten zudem, er habe einmal eine Rohrbombe mit in die Schule gebracht. Zudem existieren zahlreiche Bilder, die seinen Waffenfetischismus belegen. Eines steht fest – die NPD hat diesen Vorfall massiv dazu genutzt, um sich während des Wahlkampfs wieder mal als Opfer darzustellen und instrumentalisierte die Tat und beschuldigte die linken Ratsfraktionen als vermeintliche Täterinnen.
André ist neben seinem Kumpel Schumacher nicht nur aktives Mitglied der örtlichen NPD, sondern auch einer der Hauptakteure der „NSBO“. Meint man, es bliebe bei den Kritzeleien der Nazis, so täuscht man sich gewaltig. Die „Nationalen Sozialisten Bochum“ verbleiben nicht nur beim Verbreiten ihres ideologischen Mistes, sondern drohen auch andersdenkenden Menschen. So sind erst kürzlich Flugblätter aufgetaucht, in denen unabhängigen AntifaschistInnen, Mitgliedern lokaler Parteien und des Sozialen Zentrums damit gedroht wird, gegen sie vorzugehen. Darin behaupten sie, die Namen und Adressen ihrer (vermeintlichen) Gegner zu kennen und kündigen an „zurückzuschlagen“. Dass es nicht bei leeren Drohungen bleibt, bewies Andre Zimmer erst im Dezember vergangenen Jahres, als er bei einem Angriff auf Jugendliche in der Innenstadt beteiligt war.

Und was ist so schlimm daran?
Auch wenn es sich erst einmal „nur“ um Schmierereien handelt, darf man nicht zulassen, dass sich Neonazis in Altenbochum oder anderen Stadtteilen breit machen. Gerade durch solche Schmierereien und das Anbringen von Aufklebern versuchen Neonazis einen psychischen Effekt auszulösen: hiermit wollen sie anderen Jugendlichen zeigen, dass es sich um „ihr Viertel“ handele. Umgekehrt heißt das, dass bestimmte andere Personengruppen (MigrantInnen, Homosexuelle, „Assis“, usw.) im Sinne einer „national befreiten Zone“ unerwünscht wären. Da es dazu aber gar nicht erst kommen sollte, ist es notwendig ein deutliches Zeichen gegen die Nazis zu setzen und die Nazischmierereien und andere Propaganda zu entfernen. Sie können natürlich ihren Unmut auch bei Markus Schumacher, der für die NPD bereits zur Kommunal- und Bundestagswahl angetreten ist, kundtun.

Antifaschistische Freundinnen und Freunde

Quelle: Indymedia Linksunten

Bilder: