Nach Hause fahrende Nazis und eine Spontankundgebung in Bochum

Nachdem am Samstag, den 04.September, der „nationale Antikriegstag“ beendet war, erreichte uns die Nachricht, dass Nazis eine Spontandemo in Bochum durchführen wollen.Es war von rund 120 Nazis die Rede. Was diese Spekulation zunächst scheinbar bestätigte, war das Eintreffen von Bochumer und Dortmunder Hundertschaften, die sich direkt auf den Weg zu den Gleisen machten und die Aussteigenden der Züge aus Dortmund kontrollierten.

Gegen 17:45 Uhr drohte ein Mädchen mit einem „Hasta la vista Antifascista“-shirt, dass gleich „ihre Kameraden kommen“ und die Antifaschist_Innen gleich ihr blaues Wunder erleben würden. Nur war bis zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger Nazi am Bochumer Hauptbahnhof angekommen. Gegen 18:00 Uhr trafen weitere PolizistInnen am Bahnhof ein und verscheuchten Punker mit der Begründung, dass gleich eine „größere Anzahl von Rechten“ ankommen würden. Um genau diese Uhrzeit wurde von antifaschsitischer Seite aus eine Spontankundgebung angemeldet, die jedoch von den PolizistInnen auf die andere Straßenseite verlegt wurde. Eine halbe Stunde später erreichten rund 35 Nazis den Bochumer Hauptbahnhof und wurden direkt von der Polizei umstellt. Zu Beginn war kaum durchzublicken, was die Nazis überhaupt in Bochum wollen. Der erste Gedanke war, dass sie eventuell eine Spontandemo zur Polizeiwache an der Uhlandstraße machen würden, um gegebenenfalls ihre festgenommenen Kameraden von der Gesa abzuholen. Wie bereits in den letzten Jahren wurden nämlich die Nazis in die Gesa nach Bochum gebracht.

Jedoch war nach einer kurzen Zeit abzusehen, dass sie nur in Bochum in andere Züge umsteigen wollten. Unter anderem wurden hierbei die Wittener Nazis Christian Wiggerhausen und Dieter Schulz am Bochumer Hauptbahnhof gesehen, wie sie in den Zug nach Witten stiegen. Zusätzlich waren noch vereinzelt Neonazis im Hauptbahnhof, die in Kleinstgruppen oder alleine Bochum mit dem Zug verlassen wollten.

Die größte Überraschung an dem Abend waren jedoch die Nazis aus Berlin und Neubrandenburg, welche ihre Autos bzw. Busse auf einem Brachgelände in Bochum geparkt hatten. Diese wurden mit Polizeibegleitung zu ihren Fahrzeugen gebracht. Aus antifaschistischer Sicht konnte hier jedoch nicht gestört werden. Und somit konnten die Nazis Bochum ohne weitere Probleme verlassen.

Erfreulich war jedoch, dass sich spontan rund 50 Menschen an der Kundgebung beteiligten. Ob es nun Bochumer BürgerInnen waren oder AntifaschistInnen, die nach dem langen Tag in Dortmund, doch wenigstens die Nazis in Bochum stören wollten. Auf der Kundgebung selbst wurden, sowie am Vormittag in Dortmund, Mobi-Flyer für die in Bochum anstehende Josef Anton Gera Demo verteilt. Nachdem dann um ca. 19:15 alle Nazis, die aus Dortmund kamen, weg waren, zog sich auch die Polizei mit all ihren Kräften zurück. Die Kundgebung wurde dann noch bis ca. 20:00 Uhr durchgeführt. Bevor sie dann endgültig aufgelöst wurde, riet man allen Leuten, die vor Ort waren, in Gruppen abzureisen.

Nach dem anstrengenden Tag in Dortmund war es erfreulich eine Spontankundgebung in Bochum mit solch einer Beteiligung durchführen zu können.

Wir haben keinen Bock auf Nazis – weder in Dortmund noch in Bochum.

Antifaschistische Jugend Bochum

Bilder auf Linksunten


Infos zur Gera Demo:

Kommt zur Josef Anton Gera Demo!
Gegen Homophobie, soziale Ausgrenzung und rechte Gewalt!
16.Oktober, 15:00 Uhr, Bochum Hauptbahnhof