NPD gibt ihrem Antisemitismus die volle Blöße

Nachdem am vorletzten Wochenende zum Anlass des „Volkstrauertags“ die Nazis der Bochumer NPD wider Erwarten nicht, wie im letzten Jahr, am gehegten und gepflegten Kriegerdenkmal in Langendreer stramm standen, ist es am vergangenen Wochenende zu einer Art „Vergeltungsschlag“ gekommen, der in Bochum in den letzten Jahren seinesgleichen sucht.

Ausgerechnet in Bochum-Wattenscheid, wo seit Jahrzehnten die NPD-Landeszentrale beheimatet ist, wurde ein abgelegener historischer jüdischer Friedhof mit der ganzen NS-Symbolpalette überzogen: Hakenkreuze, Sig-Runen, „88″, „Auschwitz“ und „Juden raus“. Desweiteren wurden auch Mahnmale der Shoa Ziele von antisemtischer Entwürdigung.

Es ist offenkundig, dass es sich bei diesen entwürdigenden Taten um eine Reaktion von Seiten der Bochumer Nazis handelt.
Warum richtete sich die Aggression auf den jüdischen Friedhof und Mahnmale, und nicht etwa auf linke Einrichtungen?

Die wahnhafte politische Logik dahinter ist einfach gestrickt: Die NPD und ihre Sympatisanten halten sich selbst für die letzten Verteidiger und Retter einer imaginierten volksdeutschen Bastion, in welcher Opa nicht in (Kriegs-)Verbrechen der NS-Herrschaft verwickelt war und „die Juden“ seit der Zerschlagung Nazideutschlands angeblich aufgrund eines, von ihnen auf dem Rücken der volksdeutschen Seele kultivierten „Schuldkomplex“ ihre eigene „Holocaust-Industrie“ errichteten.

So soll mit der Schändung der jüdischen Grab- und Mahnmäler einerseits nachträglich das Gedenken an die Pogromnacht torpediert werden. Andererseits soll suggeriert werden, dass diejenigen, welche mit der Enthauptung eines militaristischen Ehrenmals in Langendreer einen politisch und historisch aktuellen Kommentar hinterließen (siehe Bundeswehr-Ehrenmäler und „legitime Wirtschaftskriege“), an sich nur Marionetten der „jüdischen Weltverschwörer“ gegen das „deutsche Volk“ und nicht zuletzt(!) die tapferen Recken der NPD selber sind. Ihre vermeintliche Ehrverletzung endlud sich kurz nach dem „Volkstrauertag“ auch beispielhaft in einer Drohung, die über das Kontaktformular von ajb.blogsport.de einging (Rechtschreibung im Original):

From: Streiter der Sache

Message: Köpfe werdeb rollen ! Die der Verräter, sich an deutschen Ehrenmälern zu vergreifen ist das letzte .Ihr werdet dies bald am eigenen Leib erleben das schwöre ich euch

In diesem Sinne gilt:

Das Gedenken an die Opfer der Shoa erhalten und verteidigen!
Der untoten deutschen Volksseele den Gnadenstoß geben!
Ob gestern oder heute – deutsche Täter sind keine Opfer!

Antifaschistische Jugend Bochum