Montag: Thilo in Duisburg? In Duisburg dagegen!

Kundgebung am
29.11.2010,
ab 18 Uhr,
Düsseldorfer Straße
Ecke Friedrich Wilhelmstraße

Der Duisburger Aufruf: DuisburgerIm Rahmen einer Ausstellung im Wilhelm Lembruck Museum, soll der Rassist, Sozialdemokrat und ehemaliges Vorstandsmitglied der deutschen Zentralbank Thilo Sarrazin, aus seinem Buch vorlesen. Dies ist für uns dringender Anlass, um zu einer Kundgebung aufzurufen und gegen Rassismus und antimuslimische Hetze zu protestieren. [via Zusammen Kämpfen]

So schien es lange so, dass Rassentheorien, Demagogie und Sozialdarwinismus zumindest in der etablierten Politik der Vergangenheit angehört hätten und derartige pseudowissenschaftliche Ansätze längst überwunden wären. Doch der einschlagende Erfolg der Sarrazin Kampagne, welche auf breite Unterstützung aus Politik und Medien bauen kann, zeigt aufs Neue, auf welch fruchtbaren Boden rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit stoßen. Sie ist ein Angriff gegen alle MirgrantInnen, der sich insbesondere gegen Muslime richtet. Mit völlig wirren Zahlen und Statistiken versucht Sarrazin, seine Thesen zu untermauern. Der Aufschrei aus der politischen Mitte blieb bisher im Wesentlichen aus. Empört müssen wir feststellen, dass ein Hetzer wie Sarrazin ausgerechnet in einer Stadt wie Duisburg Platz auf einer Bühne nehmen darf. Auf Schärfste kritisieren wir Museumdirektor Reinard Stecker, der für die Einladung verantwortlich ist, ebenso die Stadtoberen, welche die Veranstaltung abgesegnet haben. Der Künstler Wackerbarth hält es weiterhin für richtig, dass er sich mit Sarrazin auseinandersetzt. Wir verurteilen das Verhalten aller Beteiligten und bleiben dabei, dass es in Duisburg keinen Platz für rassistische Hetzer geben darf. Wir stellen uns gegen den Auftritt von Thilo Sarrazin, welcher neofaschistischen Gruppierungen in Puncto Rassismus in nichts nachsteht.

Für uns als DuisburgerInnen, Linke, AntifaschistInnen, und MigrantInnen, die wir hier leben, ist es unerträglich, dass einem Rassisten wie Thilo Sarrazin eine Bühne geboten wird, um gegen MigrantInnen, Muslime und Hartz 4 EmpfängerInnen zu hetzen.

Deswegen rufen wir zu einer Protestkundgebung auf, um gegen Sarrazin und die Hetze gegen Muslime zu protestieren.

Keine rassistische Hetze in unserer Stadt!