Tipp: Veranstaltung zu „Grauen Wölfen“ am 3. Mai

In der Reihe „politischer Dienstag“ veranstaltet der AStA Bochum in Kooperation mit dem „Verband der Studierenden aus Kurdistan“ (YXK) einen Vortrag zum Thema „Graue Wölfe“ im Zusammenhang mit der Geschichte des Türkischen Nationalismus. Eine gute Übersicht und aktuelle Informationen der linken/anarchistischen und antifaschistischen Bewegung zwischen Deutschland und der Türkei findet ihr auf dem Blog efendisizler. Auch in Bochum gibt es mehrere Vereine, die zu dieser türkisch-faschistischen Bewegung gezählt werden können, weshab der Vortrag von Interesse sein sollte.:

Wann?
Dienstag, 3. Mai um 19:00 Uhr
Wo?
Kulturcafé an der Ruhr-Uni Bochum

Im Folgenden die Ankündigung zur Veranstaltung:

Die Grauen Wölfe heulen wieder
Diskussion über den türkischen Nationalismus in der Türkei und in Deutschland
Referent: Ali Sirin

Der türkische Nationalismus gehört in der Türkei zur Staatsdoktrin. Nachdem Untergang des Osmanischen Reiches versuchte die türkische Republik eine einheitliche Nation zu schaffen. Schon die Jungtürken versuchten vor Ausbruch des ersten Weltkrieges das Osmanische Reich zu reformieren und während des Weltkrieges vollendete Tatsachen zu schaffen. Der Genozid an den Armeniern ist ein Beleg dafür.
Der türkische (und muslimische) Nationalismus ist ein Ergebnis des Zusammenbruches des Vielvölkerreichs und der Unabhängigkeitsbestrebungen der Nicht-Türken, aber auch die Sehnsucht der Jungtürken nach alter imperialer Größe in einem türkisch-nationalen Gewandt. In der Gegenwart wird der türkische Nationalismus aus den innertürkischen Konflikten genährt.
Die Niederlage im ersten Weltkrieg zerstörte den Größenwahn der Jungtürken und führte zur Besetzung des Osmanischen Reiches. Mit dem von Mustafa Kemal (später Atatürk) gewonnenem Unabhängigkeitskrieg konnte die Türkische Republik gegründet und die Wandlung in einen Nationalstaat vollendet werden.
Mit Alparslan Türkes kehrte der türkische Nationalismus in seinem Größenwahn zurück. Antikommunismus, Antisemitismus und ab den 1980er Jahren antikurdische Hetze sind wichtige Stützpfeiler der von Alparslan Türkes gegründeten MHP (Partei der Nationalen Bewegung) und der Grauen Wölfe. Auch wenn die MHP der Türkei heutzutage bürgerlicher und gemäßigter daherkommt, versuchen sie stets weiterhin ihre nationalistische Ideologie an die Menschen zu vermitteln.
Die nationalistische Ideologie übt u.a. durch die Anschläge in Solingen oder Mölln unter den türkischen Jugendlichen in Deutschland eine anziehende Faszination aus. Im Gegensatz zu früher werben die Ideologen durch mehr Freizeitangebote. Allein in NRW gibt es ca. 70 sogenannte Kultur- und Idealistenvereine.

In dem Vortrag des Sozialwissenschaftlers Ali Sirin soll die Geschichte des türkischen Nationalismus, die Ideologie der Grauen Wölfe und der Einfluss des türkischen Nationalismus auf die türkischen Jugendlichen thematisiert und diskutiert werden.