Vorsicht: Nazis sind in Langendreer unterwegs!

laIn Langendreer hat sich aufgrund der zunehmenden Naziaktivitäten vor Ort ein unabhängiges Plenum gegründet, welches ein Flugblatt zur aktuellen Situation auf seiner Website veröffentlicht hat:

In der Nacht zum 12. März 2011 wurde ein Briefkasten eines Mehrfamilienhauses in einer Seitenstraße zwischen Unterstraße und Alter Bahnhofsstraße gesprengt. Die Polizei, die Lokalpresse sowie Bochumer Antinazigruppen sind von einem neonazistischem Hintergrund überzeugt. Außerdem ziehen seit etwa Mitte März 2011 am Wochenende rechte Skinheadgruppen von 3-10 erwachsenen Männern unter lautem Geschrei von neonazistischen Parolen über die alte Bahnhofsstraße zwischen Langendreer Markt und Langendreer Amt sowie durch die Seitenstraßen. Dabei kam es zu Bedrohungen (bis hin zu Morddrohungen) und Einschüchterungen von ansässigen Ladenbesitzer_innen und Anwohner_innen, massiven körperlichen Angriffen auf Passant_innen und Abbrennen von illegalen Knall- und Feuerwerkskörpern. Hinzukommen Hakenkreuzschmierereien sowie Aufkleber im genannten Straßenbereich.

Zuletzt wurden in der Nacht vom 01.06. zum 02.06.2011 Hakenkreuze, SS-Runen und die Parolen „White Power“ (weiße Kraft)
bzw. „Anti-Antifa“ am Langendreer Amt und an der alten Bahnhofsstraße auf die Amtsfassade, Stromkästen und ein parkendes Auto gesprüht. Bei den Umtrieben handelt es sich um politisch motivierte Straftaten und nicht um Kavaliersdelikte oder jugendlichen Leichtsinn! Es gibt Verbindungen zum Wattenscheider NPDAktivisten André Zimmer und anderen organisierten
Neonazis aus dem Rhein-/Ruhrgebiet. Der 19jährige André Z. Steht zur Zeit wegen Sprengstoffanschlägen, Brandstiftung, Körperverletzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, und Besitz von kinderpornographischen Bildern vor Gericht.

Neben diesen Vorfällen findet man seit zwei Jahren in ganz Langendreer vermehrt Naziaufkleber im Straßenbild. Am Neggenborn und Umgebung, und erst vor kurzem, auch am Wallbaumweg sowie am Langendreer S-Bahnhof tauchten in diesem Jahr (2011) zahlreiche NPD-Sticker auf. Besonders die riesige Menge dieser Aufkleber zeigen, dass die Nazis versuchen öffentlich Präsenz zu zeigen und besonders migrantische Anwohner_innen gezielt einzuschüchtern.
Neben den bereits erwähnten NPD/JN-Stickern tauchen auch Aufkleber von verschiedenen ausserparteilich organisierten Neonazis auf. Hier sei vor allem auf die Organisation „freies Netz“ sowie auf „widerstand.info“, die Internetplattform der sogenannten Dortmunder „Autonomen Nationalisten“ hingewiesen. Durch gewalttätige Aktionen machten diese immer wieder auf sich aufmerksam. Der Angriff auf die DGB-Kundgebung am 1. Mai 2009 und die Vertreibung einer Familie aus Dortmund Dorstfeld sind nur die bekanntesten davon. Dortmund gilt als Neonazihochburg.
All diese Vorfälle zeigen eine deutliche Tendenz der neonazistischen Szene, sich in Langendreer und Umgebung breit zu machen. Von sogenannten „No-Go-Areas“ – Bereiche, in die sich Menschen, die nicht in das beschränkte Weltbild von Nazis passen, nicht mehr hinein trauen, – haben viele Menschen besonders schon im Zusammenhang mit ostdeutschen Kleinstädten, gehört. Dass ein solcher Raum, in dem die Neonazis bestimmen, wer unbeschadet über die Straße gehen darf und wer nicht, auch vor der eigenen Haustür entstehen kann, ist für uns als Ansässige unzumutbar! Wir finden, rassistische & antisemitische Hetze muss aufhören und wir möchten uns, auch als nicht direkte Opfer, dafür einsetzen.
Das (gewalttätige) Neonazis heutzutage nicht mehr nur als Skinheads auftreten, sondern auch als ganz normal gekleidete oder sogar alternativ wirkende Personen, soll an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden.
Wir finden die neonazistischen Tendenzen im Viertel erschreckend und möchten hiermit an jede_n Befürworter_in von Freiheit und Toleranz appellieren, sich dem rechten Trend in Langendreer und Bochum mit kreativem Widerstand und Zivilcourage entgegenzustellen.
Keine Macht den Nazis, weder hier noch sonst wo!
Gegen Naziübergriffe und rechte Banden im Viertel!
Langendreer gegen Nazis!

Handlungsmöglichkeiten:
Entfernen Sie Neonazipropaganda von der Straße! Aufkleber lassen sich besonders leicht bei Feuchtigkeit entfernen. Handelt es sich um verfassungswidrige Symbole oder Parolen (z. B. Hakenkreuze, SS-Runen, Keltenkreuze oder andere Symbole mit eindeutigem Bezug zum 3. Reich) können Sie auch die Polizei verständigen! Bei Ruhestörungen durch zu laute Nazimusik, bei Abbrennen von Knall- und Feuerwerkskörpern, bei Bedrohungen und Beleidigungen, oder wenn Sie auf verfassungswidrige Parolen und Zeichen (wie den „Hitler-Gruß“ oder Parolen wie „Sieg Heil“, „Heil Hitler“ oder auch „mit deutschem Gruß“) aufmerksam werden, können Sie die Polizei verständigen. Solche Hinweise dürfen auch anonym gegeben werden!

Zeigen Sie Zivilcourage! – Schauen sie nicht weg, bei rassistischen Äußerungen und Handlungen – greifen sie ein!
Machen Sie auf das Problem aufmerksam! Unterstützen Sie die Opfer durch Aufmerksamkeit und Rückhalt. Machen Sie jeden Übergriff öffentlich!

V.i.S.d.P.: Langendreer gegen Nazis c/o Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum