NPD-Stand am Langendreer-Markt gestört

Heute begann die NPD gegen 17:00 auf dem Marktplatz in Bochum-Langedreer einen Stand aufzubauen. Anwesend waren der NPD-NRW Vorsitzende und Stadtratsmitglied Claus Cremer, Markus Schuhmacher, Marcel Haliti von der NPD-Essen und ein paar weitere Nazis. Gegen 17:30 fanden sich etwa 30 AntifaschstInnen in Langendreer ein und protestierten gegen den Stand.

Nachdem die AntifaschisInnen sich um den Stand der NPD versammelten verkündeten sie lautstark ihren Protest, was auch den Wanne-Eickeler Staatsschutz und die übrigen PolizistInnen aufmerksam machte. Auf Druck der Polizei erklärte sich ein Verantwortlicher bereit, der eine Versammlung auf der gegenüberliegenden Straßenseite anmeldete. Doch die AntifaschistInnen kamen der Aufforderung sich vom Stand zu entfernen und die Straßenseite zu wechseln nicht nach. In Folge dessen wurden Personalausweise kontrolliert, Platzverwiese erteilt und Anzeigen ausgesprochen. Ein Beamter ließ noch verlauten, dass mensch der Aufforderung nachkommen sollte, da er keine Lust hätte gleich ein paar Köpfe einzuhauen und die AntifaschistInnen „wegzufrühstücken“. Gezwungener maßen wurde nun die Straßenseite gewechselt, was den Protest jedoch nur noch lauter machte. Auch AnwohnerInnen schlossen sich der antifaschistischen Kundgebung an. Gegen 18:30 begannen die Nazis schließlich ihren fehlplatzierten Stand abzubauen und die Heimreise anzutreten. Allerdings muss der Stadtteil immer öfter unter faschistischen Aktionen leiden.

Es macht den Anschein, dass Nazis versuchen Boden in Langendreer zu gewinnen. Sowohl faschistische Jugendcliquen und Skinheads als auch die NPD, welche mit letzteren in Kontakt steht, fallen in letzter Zeit immer öfter im eher alternativen Stadtteil auf. Das Aktionsspektrum reicht dabei von Ständen und Kundgebungen seitens der NPD bis zu Übergriffen und Brandanschlägen seitens der Jugendcliquen und rechten Skins. Erst vor drei Wochen fand in der Bochumer Innenstadt eine Kundgebung mit ca. 40 TeilnehmerInnen gegen die „Eskalation der Ausländergewalt in Langendreer“ statt, nachdem zwei Nazis bei einer Auseinandersetzung verletzt worden waren. Zwei Monate zuvor wurde der Briefkasten einer Antifaschistin im Stadtteil gesprengt und im März hielt die „Ruhrachse“ der NPD eine Kundgebung vor dem Langendreer-Amt ab. Dies sind nur einige Vorfälle.

Doch es formiert sich Widerstand. In den letzten Monaten bildete sich die Gruppe „Langendreer gegen Nazis“. Sie besteht aus engagierten AnwohnerInnen, Betroffenen und lokalen AntifaschistInnen. Das Ziel: Die AnwohnerInnen über die rechten Aktivitäten aufzuklären und Widerstand gegen das wachsende rechte Problem im Viertel zu organisieren.

Links:

Flugblattaktion zu Nazisaktivitäten in Bochum-Langendreer – http://linksunten.indymedia.org/de/node/22130

NPD-Im Schweinsgalopp durchs Ruhrgebiet – http://linksunten.indymedia.org/de/node/34717

NPD Kundgebung versinkt im Regen – http://linksunten.indymedia.org/de/node/41294

Bochum – Ein Stadtteil wehrt sich gegen Nazis – http://linksunten.indymedia.org/de/node/42024

Nazis in Werne und Lagendreer – http://linksunten.indymedia.org/de/node/22293

Langendreer gegen Nazis: http://www.langendreer-gegen-nazis.de/