Bochum: NPD Kundgebung auf dem Husemannplatz

Am Donnerstag, den 09.02.2012, gegen 18:00 Uhr versammelten sich 25 Nazis aus dem Ruhrgebiet auf dem Husemannplatz in Bochum. Diese haben eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen die Verharmlosung von Kindesmißbrauch – Höchststrafe für Sexualstraftäter!“ abgehalten, jedoch blieb diese nicht lange ungestört. Grund für die Kundgebung war wohl ein Prozess bezüglich eines Sexualtäters vor dem Bochumer Amtsgericht.

Verlauf des Abends:
Nach gut einer halben Stunde waren um die 20 AntifaschistInnen vor Ort, welche lautstark gegen die Nazis protestierten und pöbelten.
Nachdem die Kundgebung begonnen hatte, wagte sich das Gelsenkirchener NPD Mitglied Dennis Bruglemanns an das Megafon. Die Rede konnte leider nicht gestört werden, da zu diesem Zeitpunkt noch keine GegendemonstrantInnen vor Ort waren. Kurz bevor der „NPD Referent“ Markus Schumacher das Wort ergriff, erschien die erste Gruppe von rund 5 AntifaschistInnen. Diese grölten die üblichen Parolen und forderten Schumacher in einer unfreundlichen und bestimmenden Art und Weise dazu auf doch die Fresse zu halten. Währenddessen wurden einige wenige Exemplare von „Kein Bock auf Nazis“-Zeitungen verteilt und ein Transparent entrollt. Danach hielt der NPD Kreisvorsitzende aus Essen, Marcel Haliti, eine Rede.
In dieser Zeit wuchs die Zahl der Antifas auf ca.20 an, welche aber kurzzeitig immer wieder von vorbeilaufenden Passanten unterstützt wurden, so schwankte die Anzahl der Gegenprotestlern zwischen 20 und 30 Personen. Es kam auch ein zweites Transparent hinzu, welches sich gegen die Nazis richtete.
Nachdem Claus Cremer, der Landesvorsitzende der NPD-NRW, das Wort ergriffen hatte, bekam Dennis Bruglemanns ein zweites Mal die Möglichkeit seinen geistigen Müll zum Ausdruck zu bringen. Er versuchte wohl auf Verständnis auf Seiten der AntifaschistInnen zu stoßen, da sie ja diesmal nicht gegen sogenannte „kriminelle Ausländer“ protestieren würden, sondern gegen Kinderschänder. Dies löste auf Seiten der AntifaschistInnen nur Gelächter und weitere „Halt die Fresse“ Rufe aus.
Auf die Zwischenrufe der Antifas, dass ihr Kamerad Andre Zimmer, der nach Sachsen-Anhalt in ein „betreutes Wohnprojekt“ geschickt wurde, Kinderpornos auf seinem Handy und deshalb ein Verfahren hatte, wollten die Nazis nicht eingehen. Die Aussenwirkung der Nazis war alles in allem relativ schlecht. Sie konnten zwar auf dem durch die Polizei gut abgeriegelten Husemannplatz stehen, jedoch lief zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Kälte und der eintretenden Dunkelheit kaum jemand vorbei. Sie konnten genau 1 Flugblatt verteilen. Die Polizei-Präsens schien außerdem die PassantInnen abzuschrecken.

Weitere Nazis:
Neben den bereits erwähnten Nazis war auch Christopfer Krumtünger aus Bochum vor Ort. Dieser taucht in letzter Zeit immer häufiger auf Veranstaltungen und Aktionen der NPD aus Bochum auf. So war dieser bereits Ende Januar bei einem NPD Stand in Wattenscheid Höntrop dabei. Doch schon 2010 und 2011 wurde er bei Nazikundgebungen in Bochum und Wattenscheid gesichtet. Doch nicht nur Kundgebungen der NPD Bochum/Wattenscheid supportet Krumtünger, sondern auch Demonstrationen im restlichen Ruhrgebiet. So lief er im letzten September am „nationalen Antikriegstag“ mit einer Reichsfahne durch die Dortmunder Nordstadt. Er verkehrt sehr häufig am Bochumer Hauptbahnhof. Hier scheint dieser auch vereinzelt Jugendliche/Freunde für Nazidemos anzuwerben. So wurden Einzelpersonen, die am Bochumer Haubtbahnhof abhängen z.B. auf einer Nazidemonstration in Hamm Anfang Oktober gesichtet.
Auch anwesend war Daniel Ewers aus Bochum Langendreer. Ob dieser immer noch in Langendreer wohnt ist unklar, da er sein Wohnort anscheind gewechselt hat. Auf seine Kappe gehen wohl meherer Naziübergriffe, die in Langendreer in den letzten Monaten verübt wurden. „Muskelmann-Lars“ aus Essen war ebenfalls Teilnehmer der Kundegebung. Auch zu erwähnen ist, dass der bereits erwähnte Markus Schumacher sich wohl wieder an der Ruhruniversität eingeschrieben hat. Dieser wurde mehrmals an den G-Gebäuden der Ruhr-Uni gesichtet.
Gegen kurz vor 20:00 Uhr beendete der Anmelder Claus Cremer die Kundgebung und ca. 10-15 Nazis wurden unter Polizeischutz zum Bochumer Hauptbahnhof gebracht und stiegen in eine Regionalbahn in Richtung Essen. Der Bochumer und Gelsenkirchener Anhang ist wohl mit dem Auto abgereist.

Fazit
Mensch kann durchaus sagen, dass trotz der Kälte und der kurzfristigen Info über die Nazikundgebung der Abend recht zufriedenstellend endete. Die meisten Reden der Nazis wurden gestört und die Stimmung der Antifas und der BürgerInnen, die sich kurzfristig angeschlossen hatten, war gut.
Leider war so kurzfristig kein weiteres Material in Form von Flugblättern oder „Kein Bock auf Nazis“ Zeitungen zu organisieren, sodass nur einige wenige Zeitungen an die BürgerInnen verteilt wurden.
Nachdem im letzten Jahr zwei Nazi Kundgebungen vor dem Bochumer Hauptbahnhof stattfanden, wovon eine leider gar nicht gestört werden konnte und die zweite nur auf wenig Gegenprotest stieß, kann mensch hoffen, dass es dieses Jahr vielleicht wieder besser läuft, was spontane Nazistände und Kundgebungen angeht. Unproblematisch können Nazis jedoch in Wattenscheid Stände durchführen. Diese werden meistens nicht gestört und somit muss auch das Vorgehen in Wattenscheid verbessert werden.

Kein Fußbreit den Faschisten!
Weder in Bochum, noch anderswo!


Antifaschistische Jugend Bochum

Bilder:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/54584

Diverse Quellen:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/40246

http://linksunten.indymedia.org/node/22293

http://linksunten.indymedia.org/node/47633

http://linksunten.indymedia.org/de/node/22130

http://linksunten.indymedia.org/de/node/42024

http://linksunten.indymedia.org/de/node/35074

http://linksunten.indymedia.org/de/node/41294

P.S.: Aufgrund der Lichtverhältnisse konnten keine guten Fotos vom heutigen Abend gemacht werden.
Die Fotos vom Antikriegstag stammen vom Antifapaparazzi .