Solidarität mit den unterdrückten Bevölkerungsgruppen in der Türkei!

Hiermit rufen wir dazu auf sich an den Protesten am morgigen Samstag gegen den türkischen Premierminister Erdogan zu beteiligen. Ab 14:00Uhr werden Proteste am Ruhrstadion stattfinden und ab 17:00Uhr wird eine Demonstration am Bochumer Hauptbahnhof starten.

Zur Demo
Zu den Veranstaltungen am Stadion

Unsere Solidaritätserklärung:

Solidarität mit den unterdrückten Bevölkerungsgruppen in der Türkei!

Wir, Bochumer AntifaschistInnen, solidarisieren uns mit den Protesten gegen den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan.
Am 17. März soll ihm in der Bochumer Jahrhunderthalle der Steiger Award für „Toleranz und Menschlichkeit“ verliehen werden. Dass einer Person, die für menschenverachtende Politik, Verfolgung von Minderheiten und Repression mit verantwortlich gemacht werden kann, ein Preis für „Toleranz und Menschlichkeit“ übergeben werden soll, ist unserer Meinung nach eine Unverschämtheit.
Die Türkei gehört seit Jahrzehnten zu den Ländern mit einer der höchsten Anzahlen von politischen Gefangenen. Hierbei werden die Gefangenen oftmals in menschenunwürdiger Isolationshaft gehalten und gefoltert. Da am 18. März der Tag der politischen Gefangen ist, ist es umso peinlicher, dass Erdogan dieser Award ein Tag vorher verliehen werden soll.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Organisatoren des Steiger Awards Preise an Menschen vergeben, die nur mit ihrer Bekannheit, aber definitiv nicht mit „Toleranz und Menschlichkeit“ glänzen können. Bereits im Jahr 2007 zeigten die Organisatoren des Awards, welchen Leuten sie bereit sind, Preise zu verleihen: damals wurde der Preis an den korrupten und von der NATO eingesetzten afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verliehen. Dass dieses Jahr Gerhard Schröder die Laudatio für Erdogan hält, passt ins Bild, zumal dieser bereits in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er zu autoritären und repressiven Regierungen – siehe Putin – beste Kontakte pflegt. Aus diesem Grund ist es nötig, die Organisation des Steiger Awards als Ganzes zu kritisieren.
Heute geht es darum, sich mit den unterdrückten und verfolgten Minderheiten in der Türkei solidarisch zu zeigen und den Anlass zu nutzen, um auf die menschenverachtende Politik Erdogans und anderer türkischer Nationalisten aufmerksam zu machen.

Hierbei springt natürlich zunächst der Kurdistan-Konflikt in die Augen. Die türkische Armee ist während der Amtszeit von Erdogan immer wieder gegen die kurdische Bevölkerung vorgegangen. So bombadierte z.B. im Dezember 2007 die türkische Armee den Nordirak, wo viele Kurden leben. Auch im Dezember 2011 starben 35 Personen, die zwischen 15 und 19 Jahren alt waren, durch Bombadierungen seitens der türkischen Armee. Dabei handelte es sich lediglich um Jugendliche, die Diesel aus dem Irak in die Türkei schmuggelten, um ihr Einkommen zu sichern. Doch nicht nur bezüglich des Kurdistan-Konflikts ist Erdogan ein Hardliner, auch weigert er sich weiterhin den Völkermord im Ersten Weltkrieg an den Armeniern anzuerkennen und leugnet diesen vehement. Diversen JournalistInnen, MenschenrechtlerInnen und andere KritikerInnen werden in der Türkei Prozesse gemacht, weil ihnen „Beleidigung des Türkentums“ vorgeworfen wird. Diese Gesetzgebung dient der türkischen Regierung dazu, die Meinungs- und Pressefreiheit einzuschränken. Gerade wenn es um AlevitInnen, KurdInnen, ArmenierInnen und andere Minderheiten in der Türkei geht, wird die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten. Wir beteiligen uns an den Protesten, um deutlich klarzustellen, dass Erdogan kein Verfechter von „Toleranz und Menschlichkeit“ ist, sondern einen autoritären, nationalistischen Staat vertritt, der Menschenrechte mit Füßen tritt.

Freiheit für die politischen Gefangen in der Türkei!
Antifa Genclik Enternasyonal!
Hoch die Internationale Solidarität!

Antifaschistische Jugend Bochum

Radikale Linke Bochum