Deutschlandtour der NPD in Bochum umstellt

NPD im Rahmen ihrer Deutschlandtour eine Kundgebung auf dem Bochumer Husemannplatz abgehalten. Nachdem sie zuvor schon in der Dortmunder Nordstadt waren, trafen sie gegen 16:00 Uhr in Bochum ein.

Am gestrigen Samstag, den 21.07.2012, hat die Bereits zuvor war der Kundgebungsort der Nazis durch GegendemonstrantInnen umstellt. Die meisten dieser befanden sich in hör-und sehweite des Kundgebungsortes der NPD. Das Bündnis „Bochum gegen Rechts“ hat auf der Kortmumstrasse eine Kundgebung angemeldet und fiel größtenteils durch Parteifahnen der SPD und der Grünen auf. Bevor der ganze Rummel began, konnte noch ein Polizeibeamter mit einem Spürhund auf dem Husemannplatz gesichtet werden, der die diversen Büsche nach „Lärmbomben“ und Ähnlichem durchsuchte. Dies wird sich wohl auf den Vorfall im Mai diesen Jahres bezüglich einer Pro NRW Kundgebung beziehen.
Auf der anderen Seite des Husemannplatzes vor dem Landgericht an der Viktoriastrasse hielten sich größtenteils Jugendliche und parteifreie AntifaschistInnen auf.

Kleiner Zwischenfall vor der Kundgebung
Über die Viktoriastrasse sollte auch die NPD anreisen. Zuvor jedoch kam es noch zu einem kleinen Zwischenfall. Nachdem Markus Schumacher als erster Nazi am noch leeren Kundgebungsort eintraf, erreichte auch Andre Zimmer mit zwei weiteren Jungnazis den Kundgebungsort. Kurz danach grüßten die anwesenden Nazi auch ein Pärchen von denen eine Person eine Thor Steinar Jacke trug. Die AntifaschistInnen vor Ort fragten diesen, als er wieder gehen wollte, warum er sich denn nicht seinen Freunden anschließen wolle. Daraufhin drehte sich die Person um und kam auf die Antifas zu um ihnen sehr gereizt mitzuteilen, dass sie doch um die Ecke kommen sollten wenn sie echte Männer seien. Die kleine Schubserei die entstanden ist wurde ziemlich schnell von der Polizei aufgelöst.

Kundgebung der NPD

Als sie die NPD auf dem Husemannplatz gegen 16 Uhr positionierte veränderte sich umgehend die Geräuschkulisse, da von allen Seiten Personen anfingen in Trillerpfeiffen und Vuvuzelas zu pusten. Andere wiederum schrien diverse Parolen, die sich gegen die Nazis richteten. Reden auf Seiten der Nazis hielten Frank Franz,NPD Landesvorsitzender aus dem Saarland, Claus Cremer, NPD Vorsitzender der NPD NRW aus Bochum, und Markus Schumacher, Naziknecht aus Bochum und Referent des NPD Kreisverbands Bochum. Von den Reden war so gut wie nichts zu hören, da der Lärm der durch die GegendemonstantInnen erzeugt wurde eine Nummer zu groß für die nationale Lautsprecheranlage war. Nach ungefähr einer Stunde packte die NPD ihre 7 Sachen und räumte das Feld.

Ein Ei und drei Beamte in Zivil

Auf ihrer Abreise traf noch ein Ei das Flagschiff, welches zuvor ein eigenes Werbeplakat überfuhr.
Neben den bereits genannten Nazis waren auch Christopher Krumtünger aus Bochum, Marcel Haliti aus Essen und die Gebrüder Hewlett aus Essen anwesend. Nach der Kundgebung wurde eine Dame zur Personalienüberprüfung mitgenommen, nachdem sie von drei Beamten in ziviler Montur angeblich dabei gesehen worden sein soll, wie diese ein Ei warf. Diese drei Beamten, bisher ist unklar ob es sich um PolizistInnen oder eventuell VerfassungsschützerInnen handelte, wurden unter Polizeischutz wegchauffiert. Die Annahme das es sich um VS`ler handelte kommt daher, dass sie bereits in Dortmund gesehen wurden und sich nicht wie übliche Zivilpolizisten verhielten. Bei den Beamten handelte es sich um zwei Männer und eine Frau. Nachdem sie enttarnt wurden und von allen Seiten angepöbelt wurden, waren diese sehr zurückhaltend und selbst als eine von den Personen körperlich bedrängt wurde, äußerten diese sich nicht sondern versuchten nur so schnell es ging abzuhauen. Polzeibeamte hätten wohl in dieser Situation die Lage ausgenutzt und Festnahmen getätigt. Zu was für einer Behörde diese nun gehörten kann man aber letzten Ende nur spekulieren.

Fazit:
Abschließend kann man sagen, dass der Gegenprotest sehr effektiv war und die Nazis nicht wirklich zu verstehen waren. Für Claus Cremer war dies mal wieder ein peinlicher Auftritt in der Bochumer Innenstadt. Jedoch muss man auch eingestehen, dass die Parteiwerbung für Grüne und SPD, die seitens „Bochum gegen Rechts“ vollzogen wurde mehr als nervig war. Auch kritisch zu betrachten ist, dass es für drei Beamte in Zivil möglich war ungestört an den Gegenprotesten „teilzunehmen“ und am Ende eine Frau der Polizei „auszuliefern“.
Auch wenn der Protest im Ganzen zufriedenstellend für uns sein kann, muss man ja leider zugeben, dass es nicht möglich war das Flaggschiff der Nazis in Bochumer Hoheitsgewässern zu versenken.
Nun sind Duisburg und Düsseldorf gefragt.


NPD-Flaggschiff versenken!

Antifaschistische Jugend Bochum

Bilder und weitere Links zum Thema auf Indymedia Linksunten