ProNRW am 9. März in Bochum

Am 9. März wird die selbsternannte Bürgerbewegung und Partei „Pro NRW“ vor einem Flüchtlingswohnheim eine Kundgebung abhalten. Diese Kundgebung wird im Rahmen einer NRW weiten Wahlkampftour der Partei stattfinden.

Rassismus im bürgerlichen Gewand
„Pro-NRW“ ist eine sogenannte rechtspopulistische Partei. Rechtspopulist_innen geben sich bei ihrer Hetze betont bürgerlich und vermeintlich demokratisch. Rassistische Inhalte werden versteckt, sind jedoch bei genauerem Hinsehen immer noch zu erkennen und es mangelt ihnen nicht an Menschenfeindlichkeit. Klassische rassistische Hetze und Hetzparolen werden dabei gegen vermeintlich harmlosere Forderungen ausgetauscht. Ein „Ausländer raus!“ (NPD) wird zu „Asylmissbrauch stoppen!“ (Pro NRW). Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung werden allerdings auch hier propagiert. Dies ist Teil der Wahlkampfstrategie, um gerade in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ Wähler_innenstimmen zu bekommen. Mit dieser Form von Rassismus kann „Pro NRW“ Anknüpfungspunkte in der Bevölkerung finden.
Der Gedanke, dass Migrantinnen und Migranten „uns“ die Arbeitsplätze wegnehmen oder das Sozialsystem belasteten ist in der Bevölkerung
weit verbreitet.

Alltagsrassismus
Diese Form von Rassismus ist der sogenannte „Alltagsrassismus“. Er besteht nicht darin, dass Nazigruppen ihre Opfer durch die Nacht jagen,
sondern darin, dass Bilder von Stereotypen präsentiert werden, für die Bürger_innen sehr empfänglich sind. Dabei geht es nicht um tatsächliche Herkunft oder Religion, sondern zumeist um rassistische Zuschreibungen auf Grund von Aussehen. Oft genutzt sind auch die Begriffe der „eigenen, deutschen Kultur“ und der „anderen, fremden Kultur“. „Kultur“ wird hier jedoch falsch und leichtfertig benutzt, um
sich selbst als vermeintlich einheitliche Deutsche gegen andere Menschen abzugrenzen. Dabei zeigt zum Beispiel das befremdliche Befinden
von Menschen die im Ruhrgebiet aufgewachsen sind, wenn sie an Lederhosen, Weißwurst und Jodeln denken, dass der Begriff „Kultur“ viel
vielschichtiger sein muss als man denkt und sich auf gar keinen Fall an Grenzen von konstruierten Nationen festmachen kann. Diese Form von
Rassismus von vermeintlich „aufgeklärten, demokratischen Deutschen“ ist aber nicht nur bei Anhänger_innen von „Pro NRW“ zu finden,
sondern vielerorts in der Gesellschaft. Sei es beim Innenminister Friedrich, der gegen Asylbewerber_innen hetzt oder auch in der
feuchtfröhlichen Runde in der Stammkneipe, bei welchem auf niedersten Niveau über Menschen herziehen, die nicht in ihr stupides Weltbild passen.

Rassismus ist und bleibt aber Rassismus!

Egal wie, oder wo er praktiziert wird. Dies wiederum ist offensichtlich rückwirkend ein gesunder Nährboden für Nazis, welche gestützt und geschützt von der Bevölkerung Menschen zusammenschlagen und sogar töten. Damals wie Heute – Rassismus muss gestoppt werden! Gerade die ausgewählten Demonstrationsorte von „Pro NRW“, nämlich nahezu ausschließlich Asylbewerber_innenheime, müssen bei allen ein Warnsignal auslösen. Denn wie auch bei den pogromartigen Ausschreitungen und Brandanschlägen von Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Mölln, Hoyerswerda und andernorts vor gerade mal 20 Jahren ziehen hier wieder Deutsche mit rassistisch-populistischen Forderungen vor das Zuhause von Menschen, um diese zu vertreiben, um Hetze zu betreiben, um im Sinne ihrer menschenfeindlichen Ideologie zu handeln.

Wir als Antifaschist_innen treten aus unserem Selbstverständnis heraus gegen Rassismus und für eine befreite Gesellschaft ein, in der die
Menschen frei von Unterdrückung auf Grund ihrer vermeintlichen Herkunft oder Religion leben können.

Wir haben kein Bock, dass ProNRW oder andere Rassisten in Bochum oder sonst irgendwo ihre stumpfe Hetze verbreiten können!
Am 9. März rufen wir dazu auf, sich mit uns gegen „Pro NRW“ und die deutsche Realität zu stellen!

Treffpunkt für eine gemeinsame Anreise: 09:00
Uhr am Bochumer HBF
Ansonsten: 10:00 Uhr Fröbelstrasse Ecke Krayer
Strasse