Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Prozess gegen rassistisches Mörder-Duo

Düsseldorf/Neuss. Die Hintergründe um den rassistischen Mord an dem Wohnungslosen Pham Duy Doan in Neuss erinnern auf frappierende Weise an den Mord an Josef Anton Gera vor 14 Jahren in Bochum. Der schwarz-rote Prozessbeobachter berichtet über den 2. Prozesstag, der letzten Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht stattfand. Hier geht’s zum » Bericht.

An dieser Stelle sei auch auf den aktualisierten Bericht über Todesopfer rechter Gewalt hingewiesen. Von 1990 bis 2011 wurden nach Recherchen u.a. der Amadeu-Antonio-Stiftung insgesamt 182 Menschen aus rassistischen, antisemitischen, homophoben, sozialchauvinistischen oder ähnlichen Gründen getötet. Während schon vor längerer Zeit das Thema über die Mainstream-Medien in die bundesweite Debatte eingebracht wurde, und nachträglich immer mehr Fälle hinzu gezählt werden müssen (2010: 137 Opfer, 2011: 182), besteht die Bundesregierung weiterhin auf ihre Zählungsweise, nach der nur 47 Opfer auf das Konto rechter Gewalttäter gehen.

Mord an Obdachlosem in Neuss möglicherweise rassistisch motiviert

Vor dem Landgericht Düsseldorf sind momentan zwei mutmaßliche Mörder angeklagt, welche im März diesen Jahres nachts auf einem Parkplatz einen vietnamesischen Wohnungslosen im Schlaf überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt haben sollen. Sie kannten das Opfer aus einer Nachtschlafstelle für Wohnungslose. Nun hat einer der Angeklagten Medienberichten zufolge am ersten Prozesstag vor Gericht sein Bekenntnis zum neonazistischen Weltbild und Kontakte in die örtliche Szene eingeräumt. Inwieweit seine Verachtung für „Kanacken“ bei der unmittelbaren Tat eine Rolle gespielt hat, dieser Frage bemüht sich das Gericht am Donnerstag, den 17.11, nachzuspüren. Ein Besuch als Prozessbeobachter lohnt sich um zu sehen, wie die Staatsanwaltschaft und das Gericht mit diesen Fragen umgeht.

- Die Meldung der Antifaschistischen Aktion Neuss

- „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ vom 27.März 2011

- NTV: Vietnamese wegen acht Euro getötet – Mörder hat Hakenkreuz-Tattoo

NGZ: Obdachlosen-Mord: Ausländerhass als Motiv?

Dokumentarfilm über „Arisierung“ jüdischen Eigentums

Aktuell hostet der Bahnhof Langendreer eine Ausstellung zum Thema „Arisierung“ jüdischen Eigentums im Nationalsozialismus, welche als staatlich organisierte „Aktion 3″ ein weit reichender und einschneidender Schritt in der systematischen Entrechtung der Jüdinnen und Juden in Deutschland darstellt. Am 73. Jahrestag der Reichsprogromnacht, am Mittwoch, den 9. November, zeigt der Bahnhof Langendreer zudem eine WDR-Dokumentation über die Erfahrung von Marianne Winter, die als einziges Mitglied ihrer Familie die Shoah überlebte und nach der Befreiung vom Faschismus den ehemaligen Familienbesitz im Eigentum ihrer ehemaligen Nachbarschaft wiederfindet.
» Ankündigungstext

Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf
Mittwoch, 19.11.
19 Uhr
Raum 6 im Bhf. Langendreer

Flugblatt gegen Nazis und Alltagsrassismus

Gemeinsam & Solidarisch – Alltagsrassismus und Nazis bekämpfen !

Ende August entstand am Bahnhof Langendreer ein Graffiti, dass die Überschrift dieses Flugblattes trägt. Dieses Flugblatt ruft dazu auf dieses Motto in die Tat umzusetzen, erklärt die beunruhigende Situation mit den Nazis und kritisiert den allgegenwärtigen Alltagsrassismus. (mehr…)

Kampagne gegen die NATO-Konferenz in Bonn

Von der Radikalen Linken Bochum wird eine Kampagne gegen die NATO-Konferenz zu Afghanistan am 5. Dezember in Bonn organisiert. Am 3. Dezember soll es eine Großdemo gegen die Konferenz geben. Dazu ist ein Bochumer Aufruf erschienen (siehe unten). Darüber hinaus wird es am 11. November eine Informationsveranstaltung zum Thema in Bochum geben und am 19. November eine Kundgebung vor der BP-Germany-Zentrale in Bochum. Letztere soll BP als Kriegsprofiteur des Irak-Kriegs markieren. Es folgt der Aufruf der RLBO:


- Im De­zember der NA­TO-​Kriegs-​Kon­fe­renz in Bonn ent­ge­gen­tre­ten! -

Vom 3. bis zum 5. De­zember 2011 wer­den sich die kriegs­füh­ren­den Par­tei­en im Af­gha­nis­tan­krieg am Bon­ner Pe­ters­berg tref­fen, um über zu­künf­ti­ge Stra­te­gi­en zu be­ra­ten. Ver­schie­de­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen und Bünd­nis­se wer­den gegen die­ses Gip­fel­tref­fen mo­bi­li­sie­ren und auch wir wol­len einen Bei­trag zum Pro­test leis­ten. Des­we­gen mo­bil­sie­ren wir zur Ge­gen­de­mons­tra­ti­on am 3. De­zember um 11 Uhr 30 auf dem Bon­ner Kai­ser­platz.

Der Krieg in Af­gha­nis­tan

Am 7. Ok­to­ber 2001 er­öff­ne­ten die USA und die NATO unter deut­scher Be­tei­li­gung den Krieg gegen Af­gha­nis­tan. Der Krieg wurde als „Selbst­ver­tei­di­gungs­akt der USA“ le­gi­ti­miert. Die Bush-​Re­gie­rung sprach sich in Folge der An­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber das Recht zu, Af­gha­nis­tan mi­li­tä­risch ein­zu­neh­men, um Osama bin Laden zu fas­sen und Aus­bil­dungs­la­ger des is­la­mis­ti­schen Netz­werks Al-​Qai­da, das für die An­schlä­ge ver­ant­wort­lich war, zu schlie­ßen. In einem in­ter­nen „Kriegs­ta­ge­buch“ des US-​Mi­li­tärs wird die Zahl der Kriegs­to­ten bis 2009 auf 24.​155 Men­schen ge­schätzt. (mehr…)

betr.: AntifaCafe :-/

Das Antifa-Cafe, welches seit Anfang diesen Jahres alle zwei Wochen in den Räumen des Falkenheims statt gefunden hat, wird bis auf weiteres eingestellt. Sobald es einen Ersatz für das Cafe gibt, teilen wir euch das selbstverständlich auch auf diesem wege mit…

Feuer in Pizzeria von Nazis gelegt?

In Bochum ist es in der letzten Nacht im Stadtteil Langendreer zu einer Explosion in einer Pizzeria an der Kaltehardtstraße 40 gekommen. Das Gebäude ist ein Flachbau und grenzt direkt an Mehrfamilienhäuser an. Gegen Mitternacht wurde die Nachbarschaft durch eine Explosion aufgeschreckt, die auf eine Verpuffung von Gas zurückzuführen war. Die Fensterfront wurde herausgedrückt und zerbarst durch die Wucht. Die Feuerwehr gewann schnell die Kontrolle über den Brand, niemand wurde verletzt. Noch in der selben Nacht rückte eine Ermittlungsgruppe der Bochumer Polizei an, in die laut Medien auch der Wanne-Eickler Staatsschutz eingebunden war. Die Ermittler fanden Rückstände von Brandbeschleunigern, was für sie auf Brandstiftung zurückschließen lässt. Fünf der rechten Szene zugeordneten Personen wurden unverzüglich, aber vorübergehend, festgenommen, heißt es in WAZ und Ruhrnachrichten. Welche Indizien dabei eine Rolle gespielt haben, ist bisher nicht bekannt. Bekannt ist, dass die Pizzeria seit 4 Jahren von einer arabischen Familie betrieben wird. Da gestern Ruhetag war, hielt sich niemand von ihnen in der Pizzeria auf.
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