Antifaschistische Jugend Bochum http://ajb.blogsport.de Sun, 03 Mar 2013 20:22:26 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Demo in Gedenken an Mohammad Sillah http://ajb.blogsport.de/2011/12/23/demo-in-gedenken-an-mohammad-sillah/ http://ajb.blogsport.de/2011/12/23/demo-in-gedenken-an-mohammad-sillah/#comments Fri, 23 Dec 2011 12:50:06 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/12/23/demo-in-gedenken-an-mohammad-sillah/
Samstag, 14. Januar 2012 – Remscheid Hauptbahnhof
ab 15:00 Uhr Kundgebung
16:00 Uhr Beginn Demonstration

Der Aufruf als Flyer

Anlässlich des fünften Todestages von Mohammad Sillah rufen wir zu einer Demonstration in Remscheid auf. Wir wollen auf die Situation der Flüchtlinge in Remscheid und vor allem auf die gesundheitliche Unterversorgung hinweisen. Durch die Demonstration werden wir den Protest der Remscheider Flüchtlinge würdigen und stärken. Seit Mohammad Sillahs Tod haben sie durch kontinuierlichen und hartnäckigen Protest stückweise ihre Isolation durchbrochen und Erfolge erzielt.

Wir haben in den vergangenen Jahren hier in Remscheid erlebt, dass der Zusammenhalt der Flüchtlinge die Stadtverwaltung Remscheid dazu brachte, einige ihrer Zermürbungsinstrumente zurückzunehmen. So wurde durch den ersten offenen Brief der Flüchtlinge vom Januar 2009 die menschenverachtende Praxis des Sozialamtes Remscheid für die Öffentlichkeit sichtbar. Die Anwesenheitskontrollen finden nicht mehr täglich sondern wöchentlich statt, „im Regelfall“ gibt es Bargeld statt Gutscheine und Krankenscheine für drei Monate.

Trotzdem werden die Ausgrenzung und auch die gesundheitliche Unterversorgung in Remscheid weitergeführt. Viele können nicht den Arzt aufsuchen, den sie brauchen; psychisch kranke Menschen werden allein gelassen und sind von ihren Nachbarn im Flüchtlingsheim abhängig; immer noch weigern Hausmeister sich, in Notfällen einen Krankenwagen zu rufen. Das Lagerleben und das Arbeitsverbot machen die Menschen zusätzlich krank.

In diesem Jahr wurden wieder Flüchtlinge aus Remscheid abgeschoben. Die Abschiebung von Herrn Hari Dhatt Batt konnte nur verhindert werden, weil seine Freunde und die Öffentlichkeit sich einschalteten. Syrische und afghanische Flüchtlinge, die seit mehr als 10 Jahren hier leben, dürfen nicht hier in Sicherheit und Frieden leben und müssen in Flüchtlingsheimen wohnen. Obwohl in diesen Ländern Krieg oder Verfolgung an der Tagesordnung sind, wird diesen Menschen das Recht auf Leben in Remscheid verwehrt.

Die Demonstrationen in Remscheid legen den staatlichen Ausschluss von Flüchtlingen der Gesellschaft offen. Nicht erst durch Sarrazin oder der Morde durch die NSU ist das rassistische Gesicht des deutschen Staates uns bekannt geworden. Die Toten mahnen uns. Mohammad Sillah durch seine Lieder, Oury Jalloh durch seine Schreie aus der Dessauer Polizeizelle und Christy Schwundeck aus dem „Jobcenter“ in Frankfurt.

Wir fordern daher alle auf, aktiv gegen Ausschluss und Erniedrigung von Menschen einzutreten und den Kampf der Flüchtlinge für ihre Würde und für das Recht auf Leben zu unterstützen.

In Gedenken an Mohammad Sillah,
Oury Jalloh und alle Opfer der rassistischen Staatsgewalt!
Der Spaltung der Gesellschaft von oben
setzen wir Solidarität und Zusammenhalt entgegen!
Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausbeutung und Kriege!

Es rufen auf:
antirassistische perspektive mh/ruhr
Antifa Velbert
Autonome Antifa Remscheid
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Transnationales Aktionsbündnis Bochum/Dortmund
Antifaschistische Jugend Bochum

Bericht von der Demo vom 14. Januar 2011
und Hintergrundinformationen findet ihr unter:
http://thecaravan.org/node/2732

Video des verstorbenen Flüchtlings und Sängers aus Guinea, Mohammad

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Chronik der Naziübergriffe in Bochum-Langendreer http://ajb.blogsport.de/2011/11/28/chronik-der-naziuebergriffe-in-bochum-langendreer/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/28/chronik-der-naziuebergriffe-in-bochum-langendreer/#comments Mon, 28 Nov 2011 11:55:27 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ... http://ajb.blogsport.de/2011/11/28/chronik-der-naziuebergriffe-in-bochum-langendreer/ Das Bündnis „Langendreer gegen Nazis“ hat sich im Laufe dieses Jahres in Reaktion auf die steigende Zahl bekannt gewordener Überfälle von Neonazis auf MigrantInnen und Andersdenkende formiert und nun eine Chronik zusammen gestellt, um der Öffentlichkeit einen Überblick über die rechten Aktivitäten zu verschaffen. Am 15. April verteilten wir bereits auf der Demonstration gegen Nazistrukturen in Bochum eine Chronik, die nun um viele weitere und teilweise noch brutalere Übergriffe erweitert werden musste. Der hinlänglich bekannte Polizei- und Gerichtsreportert der WAZ Bernd K. gab sich gerade beim letzten Vorfall wieder die Ehre als unkritisches Sprachrohr der Polizeipressestelle: Er verklärte eine handfeste Bedrohung eines Nazis gegen Kinder glatt zu einem Familienstreit. Im folgenden könnt ihr die Chronik einsehen:

Neonazi-Aktivitäten in und um Langendreer 2011 (unvollständig!)

(Quelle)

12.03.2011

Bedrohung einer Anwohnerin und Sprengung ihres Briefkastens in Langendreer. Täter bis heute unbekannt. Schon einige Zeit vorher sind zwei Mietparteien wegen Pöbeleien und rechtsradikalem Gegröle aus dem Haus des bekannten Nazis Daniel E. ausgezogen: aus Angst.
Pressemitteilung der AJB
Artikel in der BSZ
Seit März sichtbare Zunahme von Aufklebern und Schmierereien von Nazi-Symbolen.

02.04.2011

Circa 100 Nazis demonstrieren nahe der Stadtgrenze zu Bochum-Langendreer in Dortmund-Lütgendortmund gegen die Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen im Wohnheim „Grevendicks Feld“. Bochumer Nazis sind mit dabei.

09.04 .2011

Nächtlicher Angriff von drei Neonazis auf drei Personen in der der Alten Bahnhofstraße. Einer der Neonazis schlägt zu und ruft „Zecke verrecke“. Der betroffene Rechtsanwalt ist leicht verletzt. Die Täter flüchten und werden bis heute nicht gefasst.

01.05.2011

Gegen 01:30 Uhr laufen drei Männer auf der Alten Bahnhofstraße in Richtung Langendreer Amt. Sie brüllen „Sieg Heil“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand!“. Als sich eine Anwohnerin aus dem Fenster lehnt und sie auffordert, das Brüllen einzustellen, ruft einer der Männer: „Halts Maul, du Fotze!“ Nächtliche Umzüge mit Nazi-Grölereien werden immer häufiger.

02.06.2011

Ans Amtshaus in Langendreer wird „White Power“ und ein Hakenkreuz gesprüht. SS-Runen und Ähnliches werden auf einen Lieferwagen und öffentliche Flächen am Karl-von-Ossietzky-Platz gesprüht.

06.06.2011

Circa 40 Nazis protestieren am Kurt-Schumacher-Platz/Huestraße (Nähe Hauptbahnhof Bochum) gegen angebliche „Übergriffe auf ihre Kameraden“, die in Langendreer durch Migranten angegriffen und verletzt worden sein sollen. Auch einige NPDler und etliche Autonome Nationalisten aus Dortmund und Recklinghausen sind anwesend.

30.06.2011

Circa 10 Nazis verteilen an einem NPD-Stand auf dem Langendreerer Marktplatz ihre Propaganda. Bekannte Anwesende sind unter anderem Marcel Haliti (NPD-Ratsherr Essen), Claus Cremer (NPD Ratsherr Bochum), Markus Schumacher und Carsten Römhild (NPD Bochum). Außerdem sind weitere Neonazis da, die schon auf NPD-Ständen in Essen gesichtet wurden.

Juli 2011

In der Teimannstraße und Unterstraße werden vermehrt NPD-Aufkleber gesichtet. Im Bereich Amt finden sich zahlreiche Naziaufkleber des „Freien Netzes“.

02.07.2011

Nazis ziehen grölend durch Langendreer. Ein Fahrzeug eines Antifaschisten wird mit Aufklebern beklebt. An der Unterstraße finden sich an einer Haltestelle mehrere Aufkleber der NPD. Am 17.07. kleben an derselben Haltestelle noch einmal die gleichen Aufkleber.

07.07.2011

Zwei Frauen kommen aus der Gaststätte Landau an der Alten Bahnhofsstraße. Als sie an einer Gruppe von fünf bis sechs Neonazis vorbeigehen, werden sie beschimpft, verfolgt und sie werden mit Böllern beworfen.

09.07.2011

Drei Kölner StudentInnen warten am S-Bahnhof Langendreer auf die letzte Bahn. Am Bahnsteig werden sie von einer Gruppe Neonazis belästigt, die Naziparolen grölen.

19.08.2011

Daniel E. aus Langendreer wird beobachtet, wie er am Abend „An der Laake“ mit nacktem Oberkörper, Handschuhen und Hammer in der Hand gegen ein Fahrzeug mit
Migrant*innen tritt, rumbrüllt, sie auffordert, auszusteigen. Unterstützt wird er von einem Mann mit Baseballschläger in der Hand. Verbal droht er auch noch einer
Nachbarin. Sinngemäß: „Soll die Schlampe doch die Bullen holen. Die fick ich auchnoch.“ Das Ganze findet vor der Wohnung seiner Schwester statt, die dort mit ihrem
Nazifreund, Kind und Hund lebt.

August 2011

Am Haus eines couragierten Bürgers landen auf dem Parkplatz jede Menge selbstgemalte Schnipsel mit NS-Parolen und einer Nachbarin werden über die Terrassentür zwei Eier in die Wohnung geschmissen. Wieder ein Info-Stand der NPD am Marktplatz Langendreer. Außerdem randaliert eine Gruppe Neonazis vor einem neueröffneten griechischen
Restaurant in der Alte Weststraße und ruft Besuchern zu, Deutsche sollen nur bei Deutschen essen, und wiedermal Naziparolen.

22.08.2011

Pöbeleien und Androhung körperlicher Gewalt seitens zweier Nazis aus einem Auto heraus am Kreisverkehr am Amt.

24.09.2011

Nazis spucken um Mitternacht in der Alten Bahnhofstraße gegen das Fenster eines couragierten Anwohners zünden Bengalische Feuer und rufen Parolen. Eine Stunde
später greifen Nazis (dieselben?) drei Menschen am S-Bahnhof Langendreer an, brechen einem von Ihnen das Nasenbein und schubsen die anderen beiden auf die
Gleise kurz bevor die S-Bahn kommt. Die Polizei ermittelt noch. Elf Nazis stehen in Verdacht.
Lokalkompass
Artikel bei Indymedia Linksunten
Artikel bei Indymedia Deutschland

03.10.2011

Die Fensterscheiben am Linkspartei-Büro an der Unistraße werden eingeschlagen:
Artikel bei Bo-Alternativ

Mitte Oktober 2011

Verteilerkästen auf der Stiftstraße, der Alten Bahnhofstraße und am Kreisverkehr am Amt werden mit Hakenkreuzen, „NS jetzt“ und „frei sozial national“ beschmiert.

22.10.2011

Infostände der NPD in Werne, Weitmar und Wattenscheid

25.10.2011

Brandanschlag auf eine Pizzeria in der Kaltehardstraße. Fünf Neonazis werden vorübergehend in Gewahrsam genommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob die
Tat von Neonazis begangen wurde ist nach wie vor unbekannt. Es gab aber früher schon Pöbeleien von Nazis vor der Gaststätte. Artikel in den Ruhrnachrichten
Artikel in der WAZ

14.11.2011

Daniel E. pöbelt drei Mädchen in Langendreer an und bedroht sie. Sie fliehen in eine
Apotheke, rufen die Polizei und ihre Eltern an. E. begibt sich derweil zu seiner
Schwester in der Straße An der Laake. Wenig später treffen dort die Eltern und
Verwandte der Mädchen und auch zwei Polizisten ein. Diese fordern Verstärkung an. Es
erscheinen mehrere Streifenwagen mit Polizisten in Schutzanzügen. Ob Anzeige gegen
E. erstattet wurde ist uns bisher leider nicht bekannt.
Artikel bei bo-alternativ

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Veranstaltungshinweis:Zweitausend Kilometer für Bewegungsfreiheit http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/veranstaltungshinweiszweitausend-kilometer-fuer-bewegungsfreiheit/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/veranstaltungshinweiszweitausend-kilometer-fuer-bewegungsfreiheit/#comments Mon, 21 Nov 2011 15:10:24 +0000 Administrator Allgemein International Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/veranstaltungshinweiszweitausend-kilometer-fuer-bewegungsfreiheit/ Für das Recht zu gehen und für das Recht zu bleiben – Berichte von AktivistInnen über die Bamako-Dakar-Karawane vom 27.01. bis 06.02.2011.

Freitag, 25. November 2011, 19:30 Uhr im Sozialen Zentrum, Josephstr.2 in Bochum
organisiert vom Transnationalen Aktionsbündnis

Durch den arabischen Frühling und den Krieg in Lybien rückt die Lage von Flüchtlinge und Migrant_innen in Nordafrika und damit das EU-Migrationsregime mit seinen tödlichen Folgen in das Licht der Öffentlichkeit. Dazu gehört auch die weit vor die Grenzen Europas vorverlegte Migrationskontrolle. In diesem Konzept übernehmen
nordafrikanische Transit-Staaten die Rolle der „Torwächter“ für die EU.

Das Besondere der Karawane war nicht allein diese politische Reise von 200 Afrikaner_innen durch Afrika, son­dern die Teilnahme von 50 Aktivist_innen aus Europa. Es waren Flüchtlinge und Migrant_innen da­bei, die das europäische Grenz-, Lager- und Abschiebe-Regime am eigenen Leib durchlebt haben und erfolgreich dagegen kämpfen konnten.
Inhaltlich ging es bei der Karawane um die Situation und die Rechte von Flüchtlingen und Migrant_innen (in den Transitländern genauso wie an den Außengrenzen bzw. innerhalb der EU) sowie um die Hintergründe von Flucht und Migration (»Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört«).
Wesentliches Ziel ist der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen Basisinitiativen in Afrika und Europa.

A. B. und R. S. vom Transnationalen Aktionsbündnis [TAB] nahmen als Aktivist_in­nen an der Karawane teil. Sie werden über ihre Erlebnisse und dort gemachten Erfahrungen berich­ten und einen Videofilm zeigen.

Weitere Informationen zum Netzwerk Afrique-Europe-Interact und der Bamako-Dakar-Karawane findet ihr hier:
www.afrique-europe-interact.net

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Prozess gegen rassistisches Mörder-Duo http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/prozess-gegen-rassistisches-moerder-duo/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/prozess-gegen-rassistisches-moerder-duo/#comments Mon, 21 Nov 2011 11:01:24 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ...ausgrenzungprozessbeobachtungwohnungslos http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/prozess-gegen-rassistisches-moerder-duo/ Düsseldorf/Neuss. Die Hintergründe um den rassistischen Mord an dem Wohnungslosen Pham Duy Doan in Neuss erinnern auf frappierende Weise an den Mord an Josef Anton Gera vor 14 Jahren in Bochum. Der schwarz-rote Prozessbeobachter berichtet über den 2. Prozesstag, der letzten Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht stattfand. Hier geht’s zum » Bericht.

An dieser Stelle sei auch auf den aktualisierten Bericht über Todesopfer rechter Gewalt hingewiesen. Von 1990 bis 2011 wurden nach Recherchen u.a. der Amadeu-Antonio-Stiftung insgesamt 182 Menschen aus rassistischen, antisemitischen, homophoben, sozialchauvinistischen oder ähnlichen Gründen getötet. Während schon vor längerer Zeit das Thema über die Mainstream-Medien in die bundesweite Debatte eingebracht wurde, und nachträglich immer mehr Fälle hinzu gezählt werden müssen (2010: 137 Opfer, 2011: 182), besteht die Bundesregierung weiterhin auf ihre Zählungsweise, nach der nur 47 Opfer auf das Konto rechter Gewalttäter gehen.

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Mord an Obdachlosem in Neuss möglicherweise rassistisch motiviert http://ajb.blogsport.de/2011/11/10/473/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/10/473/#comments Thu, 10 Nov 2011 11:10:59 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ...ausgrenzungbürgerliche pressedieter eichprozesssoziale ausgrenzungwohnungslos http://ajb.blogsport.de/2011/11/10/473/ Vor dem Landgericht Düsseldorf sind momentan zwei mutmaßliche Mörder angeklagt, welche im März diesen Jahres nachts auf einem Parkplatz einen vietnamesischen Wohnungslosen im Schlaf überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt haben sollen. Sie kannten das Opfer aus einer Nachtschlafstelle für Wohnungslose. Nun hat einer der Angeklagten Medienberichten zufolge am ersten Prozesstag vor Gericht sein Bekenntnis zum neonazistischen Weltbild und Kontakte in die örtliche Szene eingeräumt. Inwieweit seine Verachtung für „Kanacken“ bei der unmittelbaren Tat eine Rolle gespielt hat, dieser Frage bemüht sich das Gericht am Donnerstag, den 17.11, nachzuspüren. Ein Besuch als Prozessbeobachter lohnt sich um zu sehen, wie die Staatsanwaltschaft und das Gericht mit diesen Fragen umgeht.

- Die Meldung der Antifaschistischen Aktion Neuss

- „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ vom 27.März 2011

- NTV: Vietnamese wegen acht Euro getötet – Mörder hat Hakenkreuz-Tattoo

NGZ: Obdachlosen-Mord: Ausländerhass als Motiv?

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Dokumentarfilm über „Arisierung“ jüdischen Eigentums http://ajb.blogsport.de/2011/11/08/dokumentarfilm-ueber-arisierung-juedischen-eigentums/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/08/dokumentarfilm-ueber-arisierung-juedischen-eigentums/#comments Tue, 08 Nov 2011 11:11:36 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/11/08/dokumentarfilm-ueber-arisierung-juedischen-eigentums/ Aktuell hostet der Bahnhof Langendreer eine Ausstellung zum Thema „Arisierung“ jüdischen Eigentums im Nationalsozialismus, welche als staatlich organisierte „Aktion 3″ ein weit reichender und einschneidender Schritt in der systematischen Entrechtung der Jüdinnen und Juden in Deutschland darstellt. Am 73. Jahrestag der Reichsprogromnacht, am Mittwoch, den 9. November, zeigt der Bahnhof Langendreer zudem eine WDR-Dokumentation über die Erfahrung von Marianne Winter, die als einziges Mitglied ihrer Familie die Shoah überlebte und nach der Befreiung vom Faschismus den ehemaligen Familienbesitz im Eigentum ihrer ehemaligen Nachbarschaft wiederfindet.
» Ankündigungstext

Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf
Mittwoch, 19.11.
19 Uhr
Raum 6 im Bhf. Langendreer

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Kampagne gegen die NATO-Konferenz in Bonn http://ajb.blogsport.de/2011/11/01/kampagne-gegen-die-nato-konferenz-in-bonn/ http://ajb.blogsport.de/2011/11/01/kampagne-gegen-die-nato-konferenz-in-bonn/#comments Mon, 31 Oct 2011 22:57:05 +0000 Administrator Allgemein International Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/11/01/kampagne-gegen-die-nato-konferenz-in-bonn/ Von der Radikalen Linken Bochum wird eine Kampagne gegen die NATO-Konferenz zu Afghanistan am 5. Dezember in Bonn organisiert. Am 3. Dezember soll es eine Großdemo gegen die Konferenz geben. Dazu ist ein Bochumer Aufruf erschienen (siehe unten). Darüber hinaus wird es am 11. November eine Informationsveranstaltung zum Thema in Bochum geben und am 19. November eine Kundgebung vor der BP-Germany-Zentrale in Bochum. Letztere soll BP als Kriegsprofiteur des Irak-Kriegs markieren. Es folgt der Aufruf der RLBO:


- Im De­zember der NA­TO-​Kriegs-​Kon­fe­renz in Bonn ent­ge­gen­tre­ten! -

Vom 3. bis zum 5. De­zember 2011 wer­den sich die kriegs­füh­ren­den Par­tei­en im Af­gha­nis­tan­krieg am Bon­ner Pe­ters­berg tref­fen, um über zu­künf­ti­ge Stra­te­gi­en zu be­ra­ten. Ver­schie­de­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen und Bünd­nis­se wer­den gegen die­ses Gip­fel­tref­fen mo­bi­li­sie­ren und auch wir wol­len einen Bei­trag zum Pro­test leis­ten. Des­we­gen mo­bil­sie­ren wir zur Ge­gen­de­mons­tra­ti­on am 3. De­zember um 11 Uhr 30 auf dem Bon­ner Kai­ser­platz.

Der Krieg in Af­gha­nis­tan

Am 7. Ok­to­ber 2001 er­öff­ne­ten die USA und die NATO unter deut­scher Be­tei­li­gung den Krieg gegen Af­gha­nis­tan. Der Krieg wurde als „Selbst­ver­tei­di­gungs­akt der USA“ le­gi­ti­miert. Die Bush-​Re­gie­rung sprach sich in Folge der An­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber das Recht zu, Af­gha­nis­tan mi­li­tä­risch ein­zu­neh­men, um Osama bin Laden zu fas­sen und Aus­bil­dungs­la­ger des is­la­mis­ti­schen Netz­werks Al-​Qai­da, das für die An­schlä­ge ver­ant­wort­lich war, zu schlie­ßen. In einem in­ter­nen „Kriegs­ta­ge­buch“ des US-​Mi­li­tärs wird die Zahl der Kriegs­to­ten bis 2009 auf 24.​155 Men­schen ge­schätzt.
Wäh­rend Bun­des­re­gie­rung und bür­ger­li­che Pres­se in Deutsch­land Jahre lang das Bild des Schu­len-​ und Brun­nen­bau­en­den deut­schen Sol­da­ten pro­pa­gan­dis­tisch ver­brei­te­ten, führt die NATO einen hem­mungs­lo­sen Krieg mit Ta­li­ban und Neo-​Ta­li­ban auf dem Rü­cken der af­gha­ni­schen Zi­vil­be­völ­ke­rung. Im Sep­tem­ber 2009 kamen in Kun­duz 142 Zi­vi­lis­t_in­nen bei einem US-​ame­ri­ka­ni­schen Luft­an­griff ums Leben, der von der Bun­des­wehr an­ge­for­dert wor­den war. Spä­tes­tens seit die­sem Mas­sa­ker er­scheint jede Recht­fer­ti­gung die­ses Krie­ges mit Mo­ti­ven wie „De­mo­kra­tie“, „Frau­en­eman­zi­pa­ti­on“, etc. als in­halts­lee­re Farce.
Die kriegs­füh­ren­den Staa­ten sind rück­sichts­los ge­gen­über den In­ter­es­sen und Men­schen­rech­ten der af­gha­ni­schen Be­völ­ke­rung. Ihnen geht es ein­zig und al­lein um die Auf­recht­er­hal­tung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt­ord­nung in Zei­ten des Zer­falls, ihre He­ge­mo­nie­stel­lung in Zen­tral­asi­en, sowie ihre wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen. Af­gha­nis­tan ist ein fai­led state mit einer kor­rup­ten De­mo­kra­tie, grö­ße­rer Armut als zu Zei­ten der Ta­li­ban, einem flo­rie­ren­den Dro­gen­han­del und is­la­mis­ti­schen Lo­kal­macht­ha­ber_in­nen, die jedes Be­stre­ben nach Eman­zi­pa­ti­on im Keim er­sti­cken. Der Gip­fel in Bonn wird den west­li­chen Staa­ten einen wei­te­ren An­lass bie­ten, ihre Kriegs­pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten und in ge­wohnt de­mo­kra­tisch-​re­la­ti­vis­ti­scher Ma­nier die Vor­gän­ge in Af­gha­nis­tan in ein an­de­res Licht zu rü­cken.

Fai­led state? Fai­led sys­tem! -
Von Macht­kämp­fen und Kri­sen­im­pe­ria­lis­mus…

Der Im­pe­ria­lis­mus des 21. Jahr­hun­derts ist in ers­ter Linie ein Kri­sen­im­pe­ria­lis­mus, der mit aller Ge­walt um die Ret­tung einer Ord­nung be­müht ist, die sich selbst aus den An­geln hebt. Wei­ter­hin geht es um die glo­ba­le Ver­tei­lung von wich­ti­gen Res­sour­cen und die Vor­macht­stel­lung in Schlüs­sel­re­gio­nen wie zum Bei­spiel Zen­tral­asi­en.
Die glo­ba­le Krise des Ka­pi­ta­lis­mus führt kei­nes­falls not­wen­di­ger­wei­se zu so­zia­lem Wi­der­stand und Eman­zi­pa­ti­on. Ka­pi­ta­lis­ti­sche Ka­te­go­ri­en wie Ei­gen­tum und Kon­kur­renz be­ste­hen fort und ver­län­gern sich in die Ebene der Il­le­ga­li­tät. Ban­den­krie­ge, Dro­gen­han­del und kor­rup­te Staats­ge­bil­de sind die Folge. Das In­ter­es­se der ka­pi­ta­lis­ti­schen Me­tro­po­len ist es, die be­ste­hen­de Ord­nung um jeden Preis auf­recht­zu­er­hal­ten. Wäh­rend die öko­no­mi­sche Sta­bi­li­sie­rung der be­trof­fe­nen Re­gio­nen nicht mög­lich, oder nicht ge­wollt ist, fah­ren die im­pe­ria­lis­ti­schen Staa­ten ihren re­pres­si­ven Arm nach außen hin aus. Die Un­ter­stüt­zung au­to­ri­tä­rer Dik­ta­tu­ren im nahen Osten und Zen­tral­asi­en im Sinne der „Sta­bi­li­tät“ (siehe Gad­da­fi in Li­by­en, Ben Ali in Tu­ne­si­en, Mu­ba­rak in Ägyp­ten, Mu­schar­raf in Pa­kis­tan, u.v.m.) ist die eine Seite der Me­dail­le, die an­de­re Seite sind Krieg und Be­sat­zung, wie zum Bei­spiel in Af­gha­nis­tan, oder jüngst in Li­by­en.

Die Kri­sen­haf­tig­keit des ka­pi­ta­lis­ti­schen Sys­tems ma­ni­fes­tiert sich glo­bal und zeigt sich am stärks­ten dort, wo ganze Staa­ten öko­no­misch und po­li­tisch schei­tern und Men­schen sich in Scha­ren re­ak­tio­nä­ren Kri­sen­ideo­lo­gi­en, wie zum Bei­spiel dem Is­la­mis­mus an­schlie­ßen. Af­gha­nis­tan ist ein gutes Bei­spiel hier­für. Bis 2001 war das Land be­reits seit über 20 Jah­ren im Kriegs­zu­stand ge­we­sen. Der Ein­marsch so­wje­ti­scher Trup­pen rief die Ta­li­ban auf den Plan, die mit mas­si­ver US-​ame­ri­ka­ni­scher Un­ter­stüt­zung von Pa­kis­tan aus das Land er­ober­ten. Fünf Jahre lang herrsch­ten die Ta­li­ban mit Mord- und Tot­schlag in Af­gha­nis­tan, das Land zer­fiel öko­no­misch, frag­men­tier­te sich ent­lang lo­ka­ler Stam­mes-​ und Macht­struk­tu­ren. Der 11. Sep­tem­ber bot der NATO einen idea­len Recht­fer­ti­gungs­grund, das Land mi­li­tä­risch zu er­obern und die ka­pi­ta­lis­tisch-​na­tio­nal­staat­li­che Ord­nung dort mit aller Ge­walt durch­zu­set­zen und zu ver­tei­di­gen. We­ni­ger die ei­ge­nen „Si­cher­heits­in­ter­es­sen“ mo­ti­vier­ten west­li­che Staa­ten zu die­sem Krieg, viel mehr ging es darum die ka­pi­ta­lis­ti­sche „Sta­bi­li­tät“ in Zen­tral­asi­en um den Preis zehn­tau­sen­der Men­schen­le­ben zu si­chern.
Na­tür­lich las­sen sich die ord­nungs­po­li­ti­schen Mo­ti­ve nie von He­ge­mo­nie­an­sprü­chen und wirt­schaft­li­chen Mo­ti­ven tren­nen. Als 2003 die USA und ei­ni­ge an­de­re Staa­ten (dar­un­ter auch das neu er­ober­te Af­gha­nis­tan) den Irak an­grif­fen, war klar, dass es sich um einen Krieg han­del­te, der in ers­ter Linie Öl­res­sour­cen für west­li­che Un­ter­neh­men zu­gäng­lich ma­chen soll­te. Im­mer­hin hat der Irak welt­weit die dritt­größ­ten Öl­re­ser­ven. Auf der an­de­ren Seite si­cher­ten sich die USA die Vor­macht­stel­lung im Nahen Osten und Zen­tral­asi­en, das im Zu­griffs­be­reich di­ver­ser im­pe­ria­lis­ti­scher Mäch­te liegt (Russ­land, China, In­di­en, Iran).
In Li­by­en ging es eben­falls nicht um die Ent­mach­tung des Dik­ta­tors und Mas­sen­mör­ders Gad­da­fi, mit dem man jahr­zehn­te­lang mi­li­tä­risch, wirt­schaft­lich und in der Flücht­lings­ab­wehr ko­ope­riert hatte. Es ging darum, schnell Sta­bi­li­tät in das Land zu brin­gen, das über Afri­kas größ­te Öl­res­sour­cen ver­fügt. Und auch hier hat sich ge­zeigt: auch wenn man Gad­da­fi, eben­so wie Sad­dam Hus­sein, keine ein­zi­ge Träne hin­ter­her­wei­nen darf, im­pe­ria­lis­ti­scher Krieg führt nie­mals zur Eman­zi­pa­ti­on von au­to­ri­tä­ren Re­gi­men, son­dern zu tau­sen­den Toten, Chaos, Kor­rup­tio­nen und Cli­quen­herr­schaft. So­zia­ler Wi­der­stand in Eu­ro­pa soll­te daher nicht nur darum be­müht sein, die Kri­sen­ver­wal­tung im je­weils ei­ge­nen Land zu at­ta­ckie­ren, son­dern mit Ve­he­menz den ei­ge­nen im­pe­ria­lis­ti­schen Mi­li­tärap­pa­rat be­kämp­fen.

Die Geis­ter, die sie rie­fen

Im öf­fent­li­chen Dis­kurs wird ein „Clash of Ci­vi­liza­t­i­ons“ (Hun­ting­ton) her­auf­be­schwo­ren, in dem der frei­heit­li­che Wes­ten gegen den rück­schritt­lich-​ty­ran­ni­schen is­la­mi­schen „Kul­tur­kreis“ kämp­fe. Die­ses kul­tur­ras­sis­ti­sche Welt­bild, das von sich sta­tisch ge­gen­über ste­hen­den „Kul­tur­krei­sen“ aus­geht, dient der Le­gi­ti­mie­rung des Krie­ges fern­ab der eu­ro­päi­schen und US-​ame­ri­ka­ni­schen Au­ßen­gren­zen und der Hetze gegen (mus­li­mi­sche) Mi­gran­t_in­nen nach innen.
Der „kul­tur­frem­de“ Feind, Is­la­mis­t_in­nen, sowie au­to­ri­tä­re ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­sche Dik­ta­tu­ren, könne durch Krieg be­zwun­gen wer­den und die „west­li­che“ De­mo­kra­tie als „Ende der Ge­schich­te“ (Fu­ku­yama) glo­bal ver­brei­tet wer­den. Je­doch sind so­wohl der ara­bi­sche Na­tio­na­lis­mus, als auch der Is­la­mis­mus kei­nes­falls ab­ge­spa­ce­te Spröss­lin­ge einer „rück­schritt­li­chen“ is­la­mi­schen Kul­tur. Sie be­we­gen sich ideo­lo­gisch voll­kom­men im Rah­men west­lich-​auf­klä­re­ri­schen Den­kens. Die Her­aus­bil­dung ein­heit­li­cher Na­tio­nal­staa­ten war im­mer­hin eine eu­ro­päi­sche Idee, die un­ab­ding­bar mit der Ent­wick­lung des Ka­pi­ta­lis­mus ver­knüpft war. Und so taten die ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­schen Staa­ten unter der Füh­rung der Ba‘th-​Par­tei nie etwas an­de­res als ihr na­tio­na­les und öko­no­mi­sches In­ter­es­se ge­gen­über den Macht­blö­cken im Kal­ten Krieg zu ver­tei­di­gen.

Wäh­rend der Is­la­mis­mus in der west­li­chen Öf­fent­lich­keit als „ex­tre­me“ Ver­län­ge­rung „des Islam“ er­scheint, ist er in Wahr­heit doch nichts an­de­res als eine ba­na­le ka­pi­ta­lis­ti­sche Kri­sen­ideo­lo­gie. An­ti­se­mi­tis­mus, Se­xis­mus und die Sehn­sucht nach re­pres­si­ver Kol­lek­ti­vi­tät sind Denk­for­men im Geis­te der po­si­ti­vis­ti­schen Auf­klä­rung, die lie­ber einen greif­ba­ren Sün­den­bock für die Ver­hält­nis­se ver­ant­wort­lich macht, an­statt eine Trans­for­ma­ti­on der Ge­sell­schafts­ord­nung von Grund auf an­zu­stre­ben. Es ist ja nicht so, als wären einem die ideo­lo­gi­schen Frag­men­te des Is­la­mis­mus im Wes­ten gänz­lich un­be­kannt…
Wenn west­li­che Staa­ten auf dem Rü­cken von Zi­vi­lis­t_in­nen gegen ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­sche Dik­ta­tu­ren und is­la­mis­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen und Re­gimes Krieg füh­ren, kämp­fen sie nicht nur gegen ihre ei­ge­ne Bil­lig­ko­pie, son­dern vor allem auch gegen die Geis­ter, die sie rie­fen. Und so ist es eben kein Zu­fall, dass die Ta­li­ban ohne US-​Be­waff­nung Af­gha­nis­tan nie er­obert hät­ten, Sad­dam Hus­sein mit US-​ame­ri­ka­ni­schen Waf­fen gegen Iran ins Feld zog und mit deut­schen Gift­gas Kur­d_in­nen mas­sa­krier­te und Gad­da­fi jah­re­lang durch Eu­ro­pa und die USA ge­deckt wurde. Wäh­rend eta­blier­te Dumm­schwät­zer_in­nen einen „Clash of Ci­vi­liza­t­i­ons“ pro­pa­gie­ren und dabei an der Hei­mat­front gegen Mus­li­me im ei­ge­nen Land het­zen, kommt es uns eher so vor, als sei der Krieg zwi­schen west­li­chen Im­pe­ria­lis­t_in­nen und re­ak­tio­nä­ren Kräf­ten des Nahen Os­tens ein „Clash of Fun­da­men­ta­lis­ms“ (Tariq Ali).

Fight ca­pi­ta­list war – fight ca­pi­ta­list peace!

Wir emp­fin­den den im­pe­ria­lis­ti­schen Krieg und die Er­mor­dung tau­sen­der Zi­vi­lis­t_in­nen für ord­nungs­po­li­ti­sche Zwe­cke, He­ge­mo­nie­an­sprü­che und Pro­fit­in­ter­es­sen als per­vers und wi­der­wär­tig. Und den­noch wol­len wir uns nicht hin­ter einem pa­zi­fis­ti­schem Gut­men­schen­tum ver­schan­zen, das die sys­te­mi­schen Ur­sa­chen für Im­pe­ria­lis­mus und Krieg ver­kennt und glaubt, man könne durch mehr frie­dens­ori­en­tier­te Po­li­tik ge­walt­lo­se Ver­hält­nis­se schaf­fen. Jede Form von Pa­zi­fis­mus in­ner­halb der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­walt­ver­hält­nis­se ze­men­tiert diese um so mehr. Krieg be­ginnt nicht erst mit dem Aus­rü­cken von Flug­zeug­trä­gern und Pan­zern, er be­ginnt schon in einer Ge­sell­schafts­ord­nung, in der alle gegen alle in Kon­kur­renz zu ein­an­der ste­hen und in der die ge­walt­sa­me Ver­tei­di­gung der Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se auf der Ta­ges­ord­nung steht. Über diese Zu­stän­de kom­men wir nicht hin­aus, indem wir vor der all­ge­gen­wär­ti­gen Kon­kur­renz, Herr­schaft und Ge­walt­tä­tig­keit die Augen ver­schlie­ßen. Wir sind kri­tisch-​so­li­da­risch mit an­ti­im­pe­ria­lis­ti­schen Be­we­gun­gen, wie zum Bei­spiel der kur­di­schen, die auf allen Ebe­nen na­tio­nal­staat­lich-​im­pe­ria­lis­ti­schem Ter­ror be­geg­net. Ge­nau­so mit dem Auf­stän­den im nahen Osten und Ara­bi­en gegen die au­to­ri­tä­re Ty­ran­nei – und zwar so­wohl mit mi­li­tan­ten als auch mit sol­chen, die ohne Mi­li­tanz auf die Stra­ße gehen. Bren­nen­de Bar­ri­ka­den sind uns genau so lieb, wie kämp­fe­ri­sche Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen, ent­schei­dend ist der Ver­such von Selbst­er­mäch­ti­gung ge­gen­über den bis an die Zähne auf­ge­rüs­te­ten ka­pi­ta­lis­ti­schen Na­tio­nal­staa­ten jeder Cou­leur! Wir wis­sen, dass wir – im glo­ba­len Maß­stab be­trach­tet – als im Wes­ten le­ben­de Men­schen (noch) die Nutz­nie­ßer_in­nen von die­ser gan­zen Ver­an­stal­tung sind. Umso wich­ti­ger ist der Wi­der­stand gegen den Im­pe­ria­lis­mus hier in sei­nem Zen­trum. Denn der Haupt­feind steht, wie Karl Lieb­knecht sagte, im ei­ge­nen Land. Lasst uns in Bonn in­halt­lich und ganz prak­tisch zei­gen, dass Krieg und Im­pe­ria­lis­mus auch hier auf ent­schie­de­nen Wi­der­stand sto­ßen.

So­zia­ler Wi­der­stand be­deu­tet nicht nur den Kampf für die ei­ge­nen In­ter­es­sen, so­zia­ler Wi­der­stand be­deu­tet am 3. De­zember auch Deutsch­land und der NATO in den Rü­cken zu fal­len!

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„Langendreer gegen Nazis“ http://ajb.blogsport.de/2011/10/22/langendreer-gegen-nazis/ http://ajb.blogsport.de/2011/10/22/langendreer-gegen-nazis/#comments Fri, 21 Oct 2011 22:44:46 +0000 Administrator Allgemein Antifa Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/10/22/langendreer-gegen-nazis/ Wir unterstützen den Aufruf des Bündnis „Langendreer gegen Nazis“. Kommt am nächsten Samstag (29.10.) nach Langendreer und zeigt den Nazis die Zähne!

Demonstration am Samstag, den 29.10.2011, 12:00 Uhr
Treffpunkt: Bochum Langendreer-West S-Bahnhof (Westausgang)

In Bochum Langendreer sind seit Anfang diesen Jahres Aktivitäten durch Nazis registriert worden. Neben Hakenkreuzschmierereien und Aufklebern mit rassistischen Parolen versuchen die Nazis nun vermehrt, BürgerInnen ein zu schüchtern. An den Wochenenden „marschieren“ sie laut durch die Straßen, fordern „Nationalen Sozialismus Jetzt“ und zünden Feuerwerkskörper. Den bisherigen traurigen Höhepunkt stellt ein Angriff Ende September am S-Bahnhof Langendreer dar: Eine Nazi-Gruppe griff drei Personen an, brach dabei einem das Nasenbein und prügelte die anderen beiden nur 2 Minuten vor Einfahrt der S-Bahn auf die Gleise.

Im benachbarten Dortmund führte das leugnen und verharmlosen des Naziproblems durch die Polizei und Stadtverwaltung dazu, dass über Jahre eine besonders aggressive Nazi-Szene herangewachsen ist. In Langendreer wiederholen Bezirksbürgermeister Norbert Busche (SPD) und die lokale Polizei die Fehler, die in Dortmund gemacht wurden. Die Angriffe der Nazis auf Unbeteiligte werden zu Schlägereien unter Jugendlichen oder zu einem Bandenkrieg zwischen Linken und Rechten verklärt. Menschen, die sich gegen Nazis engagieren, werden selbst als Extremisten bezeichnet und in einen Topf mit den Nazitätern geworfen. Bürgermeister und Polizei fallen damit den eigenen engagierten BürgerInnen in den Rücken.

Langendreer sind empört darüber, wie Faschisten ihr Unwesen treiben und werden nicht zulassen, dass sie Leute terrorisieren. Aus diesem Grund hat sich das Bündnis „Langendreer gegen Nazis“ gegründet. Wir rufen alle DemokratInnen und AntifaschistInnen dazu auf, sich an der Demonstration „Langendreer gegen Nazis“ am 29.10 um 12 Uhr zu beteiligen und den Nazis zu zeigen, dass Langendreer ihre Übergriffe und ihre Propaganda nicht dulden wird.

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Tipp: Veranstaltung zu „Grauen Wölfen“ am 3. Mai http://ajb.blogsport.de/2011/04/27/tipp-veranstaltung-zu-grauen-woelfen-am-3-mai/ http://ajb.blogsport.de/2011/04/27/tipp-veranstaltung-zu-grauen-woelfen-am-3-mai/#comments Wed, 27 Apr 2011 11:32:02 +0000 Administrator Allgemein Antifa International Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/04/27/tipp-veranstaltung-zu-grauen-woelfen-am-3-mai/

In der Reihe „politischer Dienstag“ veranstaltet der AStA Bochum in Kooperation mit dem „Verband der Studierenden aus Kurdistan“ (YXK) einen Vortrag zum Thema „Graue Wölfe“ im Zusammenhang mit der Geschichte des Türkischen Nationalismus. Eine gute Übersicht und aktuelle Informationen der linken/anarchistischen und antifaschistischen Bewegung zwischen Deutschland und der Türkei findet ihr auf dem Blog efendisizler. Auch in Bochum gibt es mehrere Vereine, die zu dieser türkisch-faschistischen Bewegung gezählt werden können, weshab der Vortrag von Interesse sein sollte.:

Wann?
Dienstag, 3. Mai um 19:00 Uhr
Wo?
Kulturcafé an der Ruhr-Uni Bochum

Im Folgenden die Ankündigung zur Veranstaltung:

Die Grauen Wölfe heulen wieder
Diskussion über den türkischen Nationalismus in der Türkei und in Deutschland
Referent: Ali Sirin

Der türkische Nationalismus gehört in der Türkei zur Staatsdoktrin. Nachdem Untergang des Osmanischen Reiches versuchte die türkische Republik eine einheitliche Nation zu schaffen. Schon die Jungtürken versuchten vor Ausbruch des ersten Weltkrieges das Osmanische Reich zu reformieren und während des Weltkrieges vollendete Tatsachen zu schaffen. Der Genozid an den Armeniern ist ein Beleg dafür.
Der türkische (und muslimische) Nationalismus ist ein Ergebnis des Zusammenbruches des Vielvölkerreichs und der Unabhängigkeitsbestrebungen der Nicht-Türken, aber auch die Sehnsucht der Jungtürken nach alter imperialer Größe in einem türkisch-nationalen Gewandt. In der Gegenwart wird der türkische Nationalismus aus den innertürkischen Konflikten genährt.
Die Niederlage im ersten Weltkrieg zerstörte den Größenwahn der Jungtürken und führte zur Besetzung des Osmanischen Reiches. Mit dem von Mustafa Kemal (später Atatürk) gewonnenem Unabhängigkeitskrieg konnte die Türkische Republik gegründet und die Wandlung in einen Nationalstaat vollendet werden.
Mit Alparslan Türkes kehrte der türkische Nationalismus in seinem Größenwahn zurück. Antikommunismus, Antisemitismus und ab den 1980er Jahren antikurdische Hetze sind wichtige Stützpfeiler der von Alparslan Türkes gegründeten MHP (Partei der Nationalen Bewegung) und der Grauen Wölfe. Auch wenn die MHP der Türkei heutzutage bürgerlicher und gemäßigter daherkommt, versuchen sie stets weiterhin ihre nationalistische Ideologie an die Menschen zu vermitteln.
Die nationalistische Ideologie übt u.a. durch die Anschläge in Solingen oder Mölln unter den türkischen Jugendlichen in Deutschland eine anziehende Faszination aus. Im Gegensatz zu früher werben die Ideologen durch mehr Freizeitangebote. Allein in NRW gibt es ca. 70 sogenannte Kultur- und Idealistenvereine.

In dem Vortrag des Sozialwissenschaftlers Ali Sirin soll die Geschichte des türkischen Nationalismus, die Ideologie der Grauen Wölfe und der Einfluss des türkischen Nationalismus auf die türkischen Jugendlichen thematisiert und diskutiert werden.

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Aufruf zur Aktion gegen Sammelabschiebungen http://ajb.blogsport.de/2011/04/02/aufruf-zur-aktion-gegen-sammelabschiebungen/ http://ajb.blogsport.de/2011/04/02/aufruf-zur-aktion-gegen-sammelabschiebungen/#comments Sat, 02 Apr 2011 14:46:12 +0000 Administrator Allgemein International Soziale Kämpfe Von Anderen ... Veranstaltungen & Demos http://ajb.blogsport.de/2011/04/02/aufruf-zur-aktion-gegen-sammelabschiebungen/ Folgenden Aufruf fanden wir gut und wichtig, und wollen deshalb hier auf ihn aufmerksam machen (via):

an zwei dienstagen im april – am 5. und 12. april – sollen in abschiebechartern insgesamt zwischen 200 und 300 menschen vom flughafen düsseldorf aus nach serbien und kosovo abgeschoben werden. der großteil von ihnen gehört den minderheiten der roma und ashkali an.

bereits im letzten jahr waren mehrere sammelabschiebungen von roma ins kosovo durchgeführt wurden, bis märz gab es für die in nrw lebenden menschen jedoch einen winterabschiebestopp. dieser läuft nun aus und es geht weiter. ausschlaggebend war ein im april 2010 zwischen deutschland und kosovo geschlossenes rücknahmeabkommen, mit dem die bundesrepublik nun die möglichkeit und die zielstellung hat insgesamt 14.000 „geduldete“ flüchtlinge, darunter 10.000 die zur minderheit der roma oder ashkali gehören, ins kosovo abzuschieben. 2.500 „fälle“ können pro jahr abgehandelt werden. betroffen sind etliche familien mit kindern, die teils mehr als 10 und bis zu 20 jahre in deutschland gelebt haben, die kinder in deutschland geboren.

wie antirassist_innen, zahlreiche menschenrechtsorganisationen und u.a. auch europarat und UNHCR belegen, werden roma im kosovo unverändert rassistisch diskriminiert und sind von gewalt und gesellschaftlichem ausschluss, sowie unterversorgung in jeder hinsicht bedroht. sie alle fordern ein aussetzen der „rückführungen“.

deutschland hatte zur zeit des nationalsozialismus die verfolgung der roma perfektioniert. etwa 500.000 angehörige der minderheit wurden bis 1945 im gesamten herrschaftsgebiet umgebracht. sie waren die zweite große gruppe der „rassisch verfolgten“ im III. Reich, die einem systematischen völkermord zum opfer fiel. eine offizielle anerkennung des genozids erfolgte jedoch erst nach jahrzehntelangen kämpfen von roma-bürgerrechtler_innen, erstmals im jahre 1982.
doch selbst 29 jahre später kennen wir die geschichte ihrer jahrhundertelangen verfolgung in europa und dem völkermord im ns nicht. „sinti und roma“ als schlagwort, ja das haben wir alle wahrscheinlich im geschichtunterricht gehört, doch das ist auch schon alles. eine offizielle aufarbeitung hat nie wirklich stattgefunden, die schulbücher geben nichts her. vorallem roma-organisationen selbst betrieben und betreiben in deutschland geschichtsaufarbeitung und -dokumentation. doch diesem wissen wird nicht die nötige verbreitung zuteil. ein zusammenhang zwischen vergangenheit und gegenwart der rassistischen zuschreibungen gegenüber roma als ideologische basis ihrer verfolgung und deren funktion (antiziganismus), wird daher von der öffentlichkeit nicht hergestellt. und genau das ermöglicht deutschland, trotz des wissens um die fortgesetzte diskriminierung und verfolgung insbesondere in den abschiebeländern, seine ausgrenzungs- und abschiebepolitik gegenüber roma ohne begleitung durch größere empörungsstürme durchzusetzen. von der wahrnehmung einer „besonderen verantwortung“ keine spur.

die bundesrepublik hält starr an ihrer menschenverachtenden linie fest, beschönigt, ringt dem kosovo lippenbekenntnisse ab und hat sich für eine schleichende massenabschiebung entschieden. schön leise und etappenweise – anders als in frankreich.

es gilt, nicht tatenlos zuzusehen, wie menschen in deutschland unter rassistischen sondergesetzen leiden müssen und abgeschoben werden, sobald es rechtlich möglich ist.
und diesen und natürlich nicht nur diesen abschiebungen gehörige aufmerksamkeit zu verschaffen!

deshalb:
Kommt alle am 5. April und am 12. April zum Flughafen Düsseldorf.
Das Bündnis alle bleiben! und andere Initiativen rufen zu Protestaktionen an beiden Abschiebeterminen, jeweils um 10 Uhr vor Ort auf.

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hier der link zu einer dokumentation des zdf (von 2009) zu hintergründen, abschiebepraxis und zur lebenssituation der roma im kosovo:
teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=slt59zl4giI
teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=ZIl2zk2bB1I&NR=1

und dagegen die propaganda des bundesamts (s. 1-3):
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Entscheiderbrief/2010/entscheiderbrief-04-2010.pdf?__blob=publicationFile

seite von alle bleiben!: http://www.alle-bleiben.info/

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