Verlauf des Abends:
Nach gut einer halben Stunde waren um die 20 AntifaschistInnen vor Ort, welche lautstark gegen die Nazis protestierten und pöbelten.
Nachdem die Kundgebung begonnen hatte, wagte sich das Gelsenkirchener NPD Mitglied Dennis Bruglemanns an das Megafon. Die Rede konnte leider nicht gestört werden, da zu diesem Zeitpunkt noch keine GegendemonstrantInnen vor Ort waren. Kurz bevor der „NPD Referent“ Markus Schumacher das Wort ergriff, erschien die erste Gruppe von rund 5 AntifaschistInnen. Diese grölten die üblichen Parolen und forderten Schumacher in einer unfreundlichen und bestimmenden Art und Weise dazu auf doch die Fresse zu halten. Währenddessen wurden einige wenige Exemplare von „Kein Bock auf Nazis“-Zeitungen verteilt und ein Transparent entrollt. Danach hielt der NPD Kreisvorsitzende aus Essen, Marcel Haliti, eine Rede.
In dieser Zeit wuchs die Zahl der Antifas auf ca.20 an, welche aber kurzzeitig immer wieder von vorbeilaufenden Passanten unterstützt wurden, so schwankte die Anzahl der Gegenprotestlern zwischen 20 und 30 Personen. Es kam auch ein zweites Transparent hinzu, welches sich gegen die Nazis richtete.
Nachdem Claus Cremer, der Landesvorsitzende der NPD-NRW, das Wort ergriffen hatte, bekam Dennis Bruglemanns ein zweites Mal die Möglichkeit seinen geistigen Müll zum Ausdruck zu bringen. Er versuchte wohl auf Verständnis auf Seiten der AntifaschistInnen zu stoßen, da sie ja diesmal nicht gegen sogenannte „kriminelle Ausländer“ protestieren würden, sondern gegen Kinderschänder. Dies löste auf Seiten der AntifaschistInnen nur Gelächter und weitere „Halt die Fresse“ Rufe aus.
Auf die Zwischenrufe der Antifas, dass ihr Kamerad Andre Zimmer, der nach Sachsen-Anhalt in ein „betreutes Wohnprojekt“ geschickt wurde, Kinderpornos auf seinem Handy und deshalb ein Verfahren hatte, wollten die Nazis nicht eingehen. Die Aussenwirkung der Nazis war alles in allem relativ schlecht. Sie konnten zwar auf dem durch die Polizei gut abgeriegelten Husemannplatz stehen, jedoch lief zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Kälte und der eintretenden Dunkelheit kaum jemand vorbei. Sie konnten genau 1 Flugblatt verteilen. Die Polizei-Präsens schien außerdem die PassantInnen abzuschrecken.
Weitere Nazis:
Neben den bereits erwähnten Nazis war auch Christopfer Krumtünger aus Bochum vor Ort. Dieser taucht in letzter Zeit immer häufiger auf Veranstaltungen und Aktionen der NPD aus Bochum auf. So war dieser bereits Ende Januar bei einem NPD Stand in Wattenscheid Höntrop dabei. Doch schon 2010 und 2011 wurde er bei Nazikundgebungen in Bochum und Wattenscheid gesichtet. Doch nicht nur Kundgebungen der NPD Bochum/Wattenscheid supportet Krumtünger, sondern auch Demonstrationen im restlichen Ruhrgebiet. So lief er im letzten September am „nationalen Antikriegstag“ mit einer Reichsfahne durch die Dortmunder Nordstadt. Er verkehrt sehr häufig am Bochumer Hauptbahnhof. Hier scheint dieser auch vereinzelt Jugendliche/Freunde für Nazidemos anzuwerben. So wurden Einzelpersonen, die am Bochumer Haubtbahnhof abhängen z.B. auf einer Nazidemonstration in Hamm Anfang Oktober gesichtet.
Auch anwesend war Daniel Ewers aus Bochum Langendreer. Ob dieser immer noch in Langendreer wohnt ist unklar, da er sein Wohnort anscheind gewechselt hat. Auf seine Kappe gehen wohl meherer Naziübergriffe, die in Langendreer in den letzten Monaten verübt wurden. „Muskelmann-Lars“ aus Essen war ebenfalls Teilnehmer der Kundegebung. Auch zu erwähnen ist, dass der bereits erwähnte Markus Schumacher sich wohl wieder an der Ruhruniversität eingeschrieben hat. Dieser wurde mehrmals an den G-Gebäuden der Ruhr-Uni gesichtet.
Gegen kurz vor 20:00 Uhr beendete der Anmelder Claus Cremer die Kundgebung und ca. 10-15 Nazis wurden unter Polizeischutz zum Bochumer Hauptbahnhof gebracht und stiegen in eine Regionalbahn in Richtung Essen. Der Bochumer und Gelsenkirchener Anhang ist wohl mit dem Auto abgereist.
Fazit
Mensch kann durchaus sagen, dass trotz der Kälte und der kurzfristigen Info über die Nazikundgebung der Abend recht zufriedenstellend endete. Die meisten Reden der Nazis wurden gestört und die Stimmung der Antifas und der BürgerInnen, die sich kurzfristig angeschlossen hatten, war gut.
Leider war so kurzfristig kein weiteres Material in Form von Flugblättern oder „Kein Bock auf Nazis“ Zeitungen zu organisieren, sodass nur einige wenige Zeitungen an die BürgerInnen verteilt wurden.
Nachdem im letzten Jahr zwei Nazi Kundgebungen vor dem Bochumer Hauptbahnhof stattfanden, wovon eine leider gar nicht gestört werden konnte und die zweite nur auf wenig Gegenprotest stieß, kann mensch hoffen, dass es dieses Jahr vielleicht wieder besser läuft, was spontane Nazistände und Kundgebungen angeht. Unproblematisch können Nazis jedoch in Wattenscheid Stände durchführen. Diese werden meistens nicht gestört und somit muss auch das Vorgehen in Wattenscheid verbessert werden.
Kein Fußbreit den Faschisten!
Weder in Bochum, noch anderswo!
Antifaschistische Jugend Bochum
Bilder:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/54584
Diverse Quellen:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/40246
http://linksunten.indymedia.org/node/22293
http://linksunten.indymedia.org/node/47633
http://linksunten.indymedia.org/de/node/22130
http://linksunten.indymedia.org/de/node/42024
http://linksunten.indymedia.org/de/node/35074
http://linksunten.indymedia.org/de/node/41294
P.S.: Aufgrund der Lichtverhältnisse konnten keine guten Fotos vom heutigen Abend gemacht werden.
Die Fotos vom Antikriegstag stammen vom Antifapaparazzi .
Anlässlich des fünften Todestages von Mohammad Sillah rufen wir zu einer Demonstration in Remscheid auf. Wir wollen auf die Situation der Flüchtlinge in Remscheid und vor allem auf die gesundheitliche Unterversorgung hinweisen. Durch die Demonstration werden wir den Protest der Remscheider Flüchtlinge würdigen und stärken. Seit Mohammad Sillahs Tod haben sie durch kontinuierlichen und hartnäckigen Protest stückweise ihre Isolation durchbrochen und Erfolge erzielt.
Wir haben in den vergangenen Jahren hier in Remscheid erlebt, dass der Zusammenhalt der Flüchtlinge die Stadtverwaltung Remscheid dazu brachte, einige ihrer Zermürbungsinstrumente zurückzunehmen. So wurde durch den ersten offenen Brief der Flüchtlinge vom Januar 2009 die menschenverachtende Praxis des Sozialamtes Remscheid für die Öffentlichkeit sichtbar. Die Anwesenheitskontrollen finden nicht mehr täglich sondern wöchentlich statt, „im Regelfall“ gibt es Bargeld statt Gutscheine und Krankenscheine für drei Monate.
Trotzdem werden die Ausgrenzung und auch die gesundheitliche Unterversorgung in Remscheid weitergeführt. Viele können nicht den Arzt aufsuchen, den sie brauchen; psychisch kranke Menschen werden allein gelassen und sind von ihren Nachbarn im Flüchtlingsheim abhängig; immer noch weigern Hausmeister sich, in Notfällen einen Krankenwagen zu rufen. Das Lagerleben und das Arbeitsverbot machen die Menschen zusätzlich krank.
In diesem Jahr wurden wieder Flüchtlinge aus Remscheid abgeschoben. Die Abschiebung von Herrn Hari Dhatt Batt konnte nur verhindert werden, weil seine Freunde und die Öffentlichkeit sich einschalteten. Syrische und afghanische Flüchtlinge, die seit mehr als 10 Jahren hier leben, dürfen nicht hier in Sicherheit und Frieden leben und müssen in Flüchtlingsheimen wohnen. Obwohl in diesen Ländern Krieg oder Verfolgung an der Tagesordnung sind, wird diesen Menschen das Recht auf Leben in Remscheid verwehrt.
Die Demonstrationen in Remscheid legen den staatlichen Ausschluss von Flüchtlingen der Gesellschaft offen. Nicht erst durch Sarrazin oder der Morde durch die NSU ist das rassistische Gesicht des deutschen Staates uns bekannt geworden. Die Toten mahnen uns. Mohammad Sillah durch seine Lieder, Oury Jalloh durch seine Schreie aus der Dessauer Polizeizelle und Christy Schwundeck aus dem „Jobcenter“ in Frankfurt.
Wir fordern daher alle auf, aktiv gegen Ausschluss und Erniedrigung von Menschen einzutreten und den Kampf der Flüchtlinge für ihre Würde und für das Recht auf Leben zu unterstützen.
In Gedenken an Mohammad Sillah,
Oury Jalloh und alle Opfer der rassistischen Staatsgewalt!
Der Spaltung der Gesellschaft von oben
setzen wir Solidarität und Zusammenhalt entgegen!
Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausbeutung und Kriege!
Es rufen auf:
antirassistische perspektive mh/ruhr
Antifa Velbert
Autonome Antifa Remscheid
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Transnationales Aktionsbündnis Bochum/Dortmund
Antifaschistische Jugend Bochum
Bericht von der Demo vom 14. Januar 2011
und Hintergrundinformationen findet ihr unter:
http://thecaravan.org/node/2732
Video des verstorbenen Flüchtlings und Sängers aus Guinea, Mohammad
]]>Bedrohung einer Anwohnerin und Sprengung ihres Briefkastens in Langendreer. Täter bis heute unbekannt. Schon einige Zeit vorher sind zwei Mietparteien wegen Pöbeleien und rechtsradikalem Gegröle aus dem Haus des bekannten Nazis Daniel E. ausgezogen: aus Angst.
Pressemitteilung der AJB
Artikel in der BSZ
Seit März sichtbare Zunahme von Aufklebern und Schmierereien von Nazi-Symbolen.
Circa 100 Nazis demonstrieren nahe der Stadtgrenze zu Bochum-Langendreer in Dortmund-Lütgendortmund gegen die Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen im Wohnheim „Grevendicks Feld“. Bochumer Nazis sind mit dabei.
Nächtlicher Angriff von drei Neonazis auf drei Personen in der der Alten Bahnhofstraße. Einer der Neonazis schlägt zu und ruft „Zecke verrecke“. Der betroffene Rechtsanwalt ist leicht verletzt. Die Täter flüchten und werden bis heute nicht gefasst.
Gegen 01:30 Uhr laufen drei Männer auf der Alten Bahnhofstraße in Richtung Langendreer Amt. Sie brüllen „Sieg Heil“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand!“. Als sich eine Anwohnerin aus dem Fenster lehnt und sie auffordert, das Brüllen einzustellen, ruft einer der Männer: „Halts Maul, du Fotze!“ Nächtliche Umzüge mit Nazi-Grölereien werden immer häufiger.
Ans Amtshaus in Langendreer wird „White Power“ und ein Hakenkreuz gesprüht. SS-Runen und Ähnliches werden auf einen Lieferwagen und öffentliche Flächen am Karl-von-Ossietzky-Platz gesprüht.
Circa 40 Nazis protestieren am Kurt-Schumacher-Platz/Huestraße (Nähe Hauptbahnhof Bochum) gegen angebliche „Übergriffe auf ihre Kameraden“, die in Langendreer durch Migranten angegriffen und verletzt worden sein sollen. Auch einige NPDler und etliche Autonome Nationalisten aus Dortmund und Recklinghausen sind anwesend.
Circa 10 Nazis verteilen an einem NPD-Stand auf dem Langendreerer Marktplatz ihre Propaganda. Bekannte Anwesende sind unter anderem Marcel Haliti (NPD-Ratsherr Essen), Claus Cremer (NPD Ratsherr Bochum), Markus Schumacher und Carsten Römhild (NPD Bochum). Außerdem sind weitere Neonazis da, die schon auf NPD-Ständen in Essen gesichtet wurden.
In der Teimannstraße und Unterstraße werden vermehrt NPD-Aufkleber gesichtet. Im Bereich Amt finden sich zahlreiche Naziaufkleber des „Freien Netzes“.
Nazis ziehen grölend durch Langendreer. Ein Fahrzeug eines Antifaschisten wird mit Aufklebern beklebt. An der Unterstraße finden sich an einer Haltestelle mehrere Aufkleber der NPD. Am 17.07. kleben an derselben Haltestelle noch einmal die gleichen Aufkleber.
Zwei Frauen kommen aus der Gaststätte Landau an der Alten Bahnhofsstraße. Als sie an einer Gruppe von fünf bis sechs Neonazis vorbeigehen, werden sie beschimpft, verfolgt und sie werden mit Böllern beworfen.
Drei Kölner StudentInnen warten am S-Bahnhof Langendreer auf die letzte Bahn. Am Bahnsteig werden sie von einer Gruppe Neonazis belästigt, die Naziparolen grölen.
Daniel E. aus Langendreer wird beobachtet, wie er am Abend „An der Laake“ mit nacktem Oberkörper, Handschuhen und Hammer in der Hand gegen ein Fahrzeug mit
Migrant*innen tritt, rumbrüllt, sie auffordert, auszusteigen. Unterstützt wird er von einem Mann mit Baseballschläger in der Hand. Verbal droht er auch noch einer
Nachbarin. Sinngemäß: „Soll die Schlampe doch die Bullen holen. Die fick ich auchnoch.“ Das Ganze findet vor der Wohnung seiner Schwester statt, die dort mit ihrem
Nazifreund, Kind und Hund lebt.
Am Haus eines couragierten Bürgers landen auf dem Parkplatz jede Menge selbstgemalte Schnipsel mit NS-Parolen und einer Nachbarin werden über die Terrassentür zwei Eier in die Wohnung geschmissen. Wieder ein Info-Stand der NPD am Marktplatz Langendreer. Außerdem randaliert eine Gruppe Neonazis vor einem neueröffneten griechischen
Restaurant in der Alte Weststraße und ruft Besuchern zu, Deutsche sollen nur bei Deutschen essen, und wiedermal Naziparolen.
Pöbeleien und Androhung körperlicher Gewalt seitens zweier Nazis aus einem Auto heraus am Kreisverkehr am Amt.
Nazis spucken um Mitternacht in der Alten Bahnhofstraße gegen das Fenster eines couragierten Anwohners zünden Bengalische Feuer und rufen Parolen. Eine Stunde
später greifen Nazis (dieselben?) drei Menschen am S-Bahnhof Langendreer an, brechen einem von Ihnen das Nasenbein und schubsen die anderen beiden auf die
Gleise kurz bevor die S-Bahn kommt. Die Polizei ermittelt noch. Elf Nazis stehen in Verdacht.
Lokalkompass
Artikel bei Indymedia Linksunten
Artikel bei Indymedia Deutschland
Die Fensterscheiben am Linkspartei-Büro an der Unistraße werden eingeschlagen:
Artikel bei Bo-Alternativ
Verteilerkästen auf der Stiftstraße, der Alten Bahnhofstraße und am Kreisverkehr am Amt werden mit Hakenkreuzen, „NS jetzt“ und „frei sozial national“ beschmiert.
Infostände der NPD in Werne, Weitmar und Wattenscheid
Brandanschlag auf eine Pizzeria in der Kaltehardstraße. Fünf Neonazis werden vorübergehend in Gewahrsam genommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob die
Tat von Neonazis begangen wurde ist nach wie vor unbekannt. Es gab aber früher schon Pöbeleien von Nazis vor der Gaststätte. Artikel in den Ruhrnachrichten
Artikel in der WAZ
Daniel E. pöbelt drei Mädchen in Langendreer an und bedroht sie. Sie fliehen in eine
Apotheke, rufen die Polizei und ihre Eltern an. E. begibt sich derweil zu seiner
Schwester in der Straße An der Laake. Wenig später treffen dort die Eltern und
Verwandte der Mädchen und auch zwei Polizisten ein. Diese fordern Verstärkung an. Es
erscheinen mehrere Streifenwagen mit Polizisten in Schutzanzügen. Ob Anzeige gegen
E. erstattet wurde ist uns bisher leider nicht bekannt.
Artikel bei bo-alternativ
Freitag, 25. November 2011, 19:30 Uhr im Sozialen Zentrum, Josephstr.2 in Bochum
organisiert vom Transnationalen Aktionsbündnis
Durch den arabischen Frühling und den Krieg in Lybien rückt die Lage von Flüchtlinge und Migrant_innen in Nordafrika und damit das EU-Migrationsregime mit seinen tödlichen Folgen in das Licht der Öffentlichkeit. Dazu gehört auch die weit vor die Grenzen Europas vorverlegte Migrationskontrolle. In diesem Konzept übernehmen
nordafrikanische Transit-Staaten die Rolle der „Torwächter“ für die EU.
Das Besondere der Karawane war nicht allein diese politische Reise von 200 Afrikaner_innen durch Afrika, sondern die Teilnahme von 50 Aktivist_innen aus Europa. Es waren Flüchtlinge und Migrant_innen dabei, die das europäische Grenz-, Lager- und Abschiebe-Regime am eigenen Leib durchlebt haben und erfolgreich dagegen kämpfen konnten.
Inhaltlich ging es bei der Karawane um die Situation und die Rechte von Flüchtlingen und Migrant_innen (in den Transitländern genauso wie an den Außengrenzen bzw. innerhalb der EU) sowie um die Hintergründe von Flucht und Migration (»Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört«).
Wesentliches Ziel ist der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen Basisinitiativen in Afrika und Europa.
A. B. und R. S. vom Transnationalen Aktionsbündnis [TAB] nahmen als Aktivist_innen an der Karawane teil. Sie werden über ihre Erlebnisse und dort gemachten Erfahrungen berichten und einen Videofilm zeigen.
Weitere Informationen zum Netzwerk Afrique-Europe-Interact und der Bamako-Dakar-Karawane findet ihr hier:
www.afrique-europe-interact.net
An dieser Stelle sei auch auf den aktualisierten Bericht über Todesopfer rechter Gewalt hingewiesen. Von 1990 bis 2011 wurden nach Recherchen u.a. der Amadeu-Antonio-Stiftung insgesamt 182 Menschen aus rassistischen, antisemitischen, homophoben, sozialchauvinistischen oder ähnlichen Gründen getötet. Während schon vor längerer Zeit das Thema über die Mainstream-Medien in die bundesweite Debatte eingebracht wurde, und nachträglich immer mehr Fälle hinzu gezählt werden müssen (2010: 137 Opfer, 2011: 182), besteht die Bundesregierung weiterhin auf ihre Zählungsweise, nach der nur 47 Opfer auf das Konto rechter Gewalttäter gehen.
]]>- Die Meldung der Antifaschistischen Aktion Neuss
- „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ vom 27.März 2011
- NTV: Vietnamese wegen acht Euro getötet – Mörder hat Hakenkreuz-Tattoo
]]>Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf
Mittwoch, 19.11.
19 Uhr
Raum 6 im Bhf. Langendreer
Ende August entstand am Bahnhof Langendreer ein Graffiti, dass die Überschrift dieses Flugblattes trägt. Dieses Flugblatt ruft dazu auf dieses Motto in die Tat umzusetzen, erklärt die beunruhigende Situation mit den Nazis und kritisiert den allgegenwärtigen Alltagsrassismus.
Langendreer und das Nazi-Problem
Seit Anfang dieses Jahres häufen sich die Aktivitäten von Neo-Nazis in Langendreer. Begonnen hatte es mit Übergriffen und Einschüchterungsversuchen gegenüber AntifaschistInnen. Die damaligen Aktionen gingen von einer Jugendclique aus, welche aus Schülern verschiedener Schulen in Langendreer besteht. Diese Jugendlichen traten im Look der „Autonomen Nationalisten“ (in schwarzen Regenjacken, Basecaps und Palästinensertüchern) auf. Eigentlich Klamotten, welche man eher in linken Kreisen oder jugendlichen Subkulturen zuordnen würde. Allerdings gibt es schon seit vielen Jahren Nazis, die mit diesem kopierten Aussehen versuchen attraktiver für Jugendliche zu erscheinen. Die Jugendlichen selber bezeichnen und verstehen sich als Faschisten. Ihre „Gruppe“ besteht aus knapp 10 Leuten. Doch bald schon kamen neue Probleme dazu. Als die NPD im März dieses Jahres eine Kundgebung vor dem Langendreer-Amt abhielt. Hier trat zum ersten Mal Daniel E. öffentlich in Erscheinung. Er ist rechten Skinheads zuzuordnen, welche Mitte dieses Jahres in Langendreer mit gewalttätigen Aktionen, die von Übergriffen bis zu Sprengstoffanschlag reichen, auffielen. Diese Nazis bedrängen Jugendliche, welche Nazipropaganda von den Straßen entfernten und schüchtern AntifaschistInnen und Linke mit roher Gewalt ein. Mitte März explodierte der Briefkasten eines Mehrfamilienhauses in Langendreer. Daniel und seine Freunde fotografierten sich mit einem breitem Grinsen und erhobenen Daumen vor diesem Briefkasten. Das Ziel war eine Anwohnerin, welche sich gegen die Nazis offen ausgesprochen hatte. Es ist auch davon auszugehen, dass die massive Nazipropaganda auf den Straßen Langendreers dieser Gruppe zu verdanken ist, welche seit März 2011 aktiv ist. Denn seit diesem Datum sieht man vermehrt Hakenkreuze und Parolen wie „88“ (Zahlencode für Heil Hitler) und SS-Runen an den Häusern stehen. Die Nazis zeigen allerdings auch mit Aufklebern der NPD und „Autonomen Nationalisten“, welche stark in Dortmund vertreten sind Präsenz. Die rechten Skins stehen in Verbindung mit der NPD. Vor allem zu dem ehemaligen NPD-Jugendbeauftragten, Andre Zimmer, welcher im Juni dieses Jahres unter anderem wegen Sprengstoffanschlägen und Körperverletzung verurteilt wurde. Auch er war bei rechtsradikalen Partys in Langendreer anzutreffen. Es ist auch davon auszugehen, dass die Nazis aus Langendreer zum „Nationalen Widerstand Dortmund“, einer überparteilichen Nazi-Gruppe aus Dortmund in Kontakt stehen. Dortmund gilt als Nazi-Hochburg. Die Stadtteile von Dortmund, in denen die Nazis sehr aktiv sind grenzen übrigens zum großen Teil an Langendreer. Dieses Jahr ist es auch zum ersten Mal passiert, dass für einen großen Nazi-Aufmarsch, der jedes Jahr im September in Dortmund statt findet, in Bochum erstaunlich viel Propaganda auf den Straßen Langendreers zu finden war. Hier hatte nicht jemand ausversehen die Stadtgrenze überschritten, sondern gezielt in Bochum Propaganda für die starken Dortmunder Nazi-Strukturen gemacht.
Kommt das vom Alltagsrassismus ?
In Deutschland herrscht eine rassistisch aufgeladene Stimmung. Diese hat ihren Ursprung zum größten Teil nicht bei Neo-Nazis, sondern in einer Hetze, welche von der bürgerlichen Gesellschaft und den Medien mitgetragen wird. Politiker wie Thilo Sarrazin und Christina Schröder, die MigrantInnen eine von Geburt an niedrige Intelligenz zuschreiben und sie als besonders gewaltbereit abstempeln treiben einen Diskurs voran, der Angst vor dem Islam und somit auch vor Menschen, die aus sogenannten „Islamischen Ländern“ stammen, schürt. Viele Menschen sind für solche Ängste empfänglich. Die Angst geht so weit, dass Menschen wie die Muslima Marva el-Scherbini 2009 in einem Dresdener Gerichtsall von einem Mann aus rassistischem Motiv erstochen wurde. Soziale Einschnitte und sonstiges Unrecht werden denen in die Schuhe geschoben, welche weder etwas dafür können und selber unter miesen Verhältnissen leiden. Hierbei wird so getan , als ob Herkunft oder Religion der Menschen das eigentliche Problem wären, somit wird die Hetze kuluturalisiert. Und das soziale Problem wird nicht mehr beachtet – es ist ja auch viel einfacher den Menschen die Schuld zuzusprechen als sich selber verantworten zu müssen und zuzugestehen, dass eine Menge falsch gelaufen ist und eine „Integrationspolitik“ nie statt gefunden hat. Unter so einem Klima ist für Nazis ein Nährboden geschaffen. So können sie ihre Menschenverachtende Ideologie unter „normalen“ Menschen verbreiten und diese sind empfänglicher dafür. Natürlich ist das nicht der einzige Grund dafür, dass es Nazis gibt. Jedoch macht ihnen es deutlich einfacher zu agieren. Die Nazis sind hierbei quasi ein nicht geplanter, radikaler Arm der Gesellschaft, was in einer Gesellschaft, die durch Konkurenzkampf und dem Erfolg des Stärkeren geprägt ist nicht verwunderlich ist. Der Faschismus ist schließlich nur die Zuspitzung der kapitalistischen Denkmuster in denen wir leben. Durch die sozialen Ungerechtigkeiten die im Kapitalismus vorprogrammiert sind wächst bei manchen die Wut auf Randgruppen und die Schuld wird ihnen zugesprochen. So ist es auch bei den Nazis.
Widerstand!
Es ist ein Muss, gerade unter diesen Umständen den Nazis und den alltagsrassistischen Denkmustern den Kampf anzusagen. Dies kann nur Gemeinsam & Solidarisch geschehen. Haltet zusammen und achtet auf euch. Entfernt Nazipropaganda aus eurem Stadtteil und sagt den Nazis was ihr von ihnen und ihrer Ideologie haltet. Wenn ihr einen Übergriff oder sonstige faschistische Aktivitäten beobachtet schreitet ein und zeigt, dass Nazis nicht in eurem und auch in keinem anderen Stadtteil etwas zu suchen haben. Helft Menschen, wenn sie direkt unter Übergriffen und Aktionen leiden. Macht deutlich, dass jeder Mensch, egal woher er/sie kommt oder welcher Religion er/sie angehört immer und überall willkommen ist!
Informiert euch bei örtlichen AntifaschistInnen und informiert sie, wenn ihr etwas beobachtet habt.
Gemeinsam & Solidarisch – Alltagsrassismus und Nazis bekämpfen !
Antifaschistische Jugend Bochum – www.antifa-jugend.org
]]>
- Im Dezember der NATO-Kriegs-Konferenz in Bonn entgegentreten! -
Vom 3. bis zum 5. Dezember 2011 werden sich die kriegsführenden Parteien im Afghanistankrieg am Bonner Petersberg treffen, um über zukünftige Strategien zu beraten. Verschiedene Organisationen und Bündnisse werden gegen dieses Gipfeltreffen mobilisieren und auch wir wollen einen Beitrag zum Protest leisten. Deswegen mobilsieren wir zur Gegendemonstration am 3. Dezember um 11 Uhr 30 auf dem Bonner Kaiserplatz.
Der Krieg in Afghanistan
Am 7. Oktober 2001 eröffneten die USA und die NATO unter deutscher Beteiligung den Krieg gegen Afghanistan. Der Krieg wurde als „Selbstverteidigungsakt der USA“ legitimiert. Die Bush-Regierung sprach sich in Folge der Anschläge vom 11. September das Recht zu, Afghanistan militärisch einzunehmen, um Osama bin Laden zu fassen und Ausbildungslager des islamistischen Netzwerks Al-Qaida, das für die Anschläge verantwortlich war, zu schließen. In einem internen „Kriegstagebuch“ des US-Militärs wird die Zahl der Kriegstoten bis 2009 auf 24.155 Menschen geschätzt.
Während Bundesregierung und bürgerliche Presse in Deutschland Jahre lang das Bild des Schulen- und Brunnenbauenden deutschen Soldaten propagandistisch verbreiteten, führt die NATO einen hemmungslosen Krieg mit Taliban und Neo-Taliban auf dem Rücken der afghanischen Zivilbevölkerung. Im September 2009 kamen in Kunduz 142 Zivilist_innen bei einem US-amerikanischen Luftangriff ums Leben, der von der Bundeswehr angefordert worden war. Spätestens seit diesem Massaker erscheint jede Rechtfertigung dieses Krieges mit Motiven wie „Demokratie“, „Frauenemanzipation“, etc. als inhaltsleere Farce.
Die kriegsführenden Staaten sind rücksichtslos gegenüber den Interessen und Menschenrechten der afghanischen Bevölkerung. Ihnen geht es einzig und allein um die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Weltordnung in Zeiten des Zerfalls, ihre Hegemoniestellung in Zentralasien, sowie ihre wirtschaftlichen Interessen. Afghanistan ist ein failed state mit einer korrupten Demokratie, größerer Armut als zu Zeiten der Taliban, einem florierenden Drogenhandel und islamistischen Lokalmachthaber_innen, die jedes Bestreben nach Emanzipation im Keim ersticken. Der Gipfel in Bonn wird den westlichen Staaten einen weiteren Anlass bieten, ihre Kriegspropaganda zu verbreiten und in gewohnt demokratisch-relativistischer Manier die Vorgänge in Afghanistan in ein anderes Licht zu rücken.
Failed state? Failed system! -
Von Machtkämpfen und Krisenimperialismus…
Der Imperialismus des 21. Jahrhunderts ist in erster Linie ein Krisenimperialismus, der mit aller Gewalt um die Rettung einer Ordnung bemüht ist, die sich selbst aus den Angeln hebt. Weiterhin geht es um die globale Verteilung von wichtigen Ressourcen und die Vormachtstellung in Schlüsselregionen wie zum Beispiel Zentralasien.
Die globale Krise des Kapitalismus führt keinesfalls notwendigerweise zu sozialem Widerstand und Emanzipation. Kapitalistische Kategorien wie Eigentum und Konkurrenz bestehen fort und verlängern sich in die Ebene der Illegalität. Bandenkriege, Drogenhandel und korrupte Staatsgebilde sind die Folge. Das Interesse der kapitalistischen Metropolen ist es, die bestehende Ordnung um jeden Preis aufrechtzuerhalten. Während die ökonomische Stabilisierung der betroffenen Regionen nicht möglich, oder nicht gewollt ist, fahren die imperialistischen Staaten ihren repressiven Arm nach außen hin aus. Die Unterstützung autoritärer Diktaturen im nahen Osten und Zentralasien im Sinne der „Stabilität“ (siehe Gaddafi in Libyen, Ben Ali in Tunesien, Mubarak in Ägypten, Muscharraf in Pakistan, u.v.m.) ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite sind Krieg und Besatzung, wie zum Beispiel in Afghanistan, oder jüngst in Libyen.
Die Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Systems manifestiert sich global und zeigt sich am stärksten dort, wo ganze Staaten ökonomisch und politisch scheitern und Menschen sich in Scharen reaktionären Krisenideologien, wie zum Beispiel dem Islamismus anschließen. Afghanistan ist ein gutes Beispiel hierfür. Bis 2001 war das Land bereits seit über 20 Jahren im Kriegszustand gewesen. Der Einmarsch sowjetischer Truppen rief die Taliban auf den Plan, die mit massiver US-amerikanischer Unterstützung von Pakistan aus das Land eroberten. Fünf Jahre lang herrschten die Taliban mit Mord- und Totschlag in Afghanistan, das Land zerfiel ökonomisch, fragmentierte sich entlang lokaler Stammes- und Machtstrukturen. Der 11. September bot der NATO einen idealen Rechtfertigungsgrund, das Land militärisch zu erobern und die kapitalistisch-nationalstaatliche Ordnung dort mit aller Gewalt durchzusetzen und zu verteidigen. Weniger die eigenen „Sicherheitsinteressen“ motivierten westliche Staaten zu diesem Krieg, viel mehr ging es darum die kapitalistische „Stabilität“ in Zentralasien um den Preis zehntausender Menschenleben zu sichern.
Natürlich lassen sich die ordnungspolitischen Motive nie von Hegemonieansprüchen und wirtschaftlichen Motiven trennen. Als 2003 die USA und einige andere Staaten (darunter auch das neu eroberte Afghanistan) den Irak angriffen, war klar, dass es sich um einen Krieg handelte, der in erster Linie Ölressourcen für westliche Unternehmen zugänglich machen sollte. Immerhin hat der Irak weltweit die drittgrößten Ölreserven. Auf der anderen Seite sicherten sich die USA die Vormachtstellung im Nahen Osten und Zentralasien, das im Zugriffsbereich diverser imperialistischer Mächte liegt (Russland, China, Indien, Iran).
In Libyen ging es ebenfalls nicht um die Entmachtung des Diktators und Massenmörders Gaddafi, mit dem man jahrzehntelang militärisch, wirtschaftlich und in der Flüchtlingsabwehr kooperiert hatte. Es ging darum, schnell Stabilität in das Land zu bringen, das über Afrikas größte Ölressourcen verfügt. Und auch hier hat sich gezeigt: auch wenn man Gaddafi, ebenso wie Saddam Hussein, keine einzige Träne hinterherweinen darf, imperialistischer Krieg führt niemals zur Emanzipation von autoritären Regimen, sondern zu tausenden Toten, Chaos, Korruptionen und Cliquenherrschaft. Sozialer Widerstand in Europa sollte daher nicht nur darum bemüht sein, die Krisenverwaltung im jeweils eigenen Land zu attackieren, sondern mit Vehemenz den eigenen imperialistischen Militärapparat bekämpfen.
Die Geister, die sie riefen
Im öffentlichen Diskurs wird ein „Clash of Civilizations“ (Huntington) heraufbeschworen, in dem der freiheitliche Westen gegen den rückschrittlich-tyrannischen islamischen „Kulturkreis“ kämpfe. Dieses kulturrassistische Weltbild, das von sich statisch gegenüber stehenden „Kulturkreisen“ ausgeht, dient der Legitimierung des Krieges fernab der europäischen und US-amerikanischen Außengrenzen und der Hetze gegen (muslimische) Migrant_innen nach innen.
Der „kulturfremde“ Feind, Islamist_innen, sowie autoritäre arabisch-nationalistische Diktaturen, könne durch Krieg bezwungen werden und die „westliche“ Demokratie als „Ende der Geschichte“ (Fukuyama) global verbreitet werden. Jedoch sind sowohl der arabische Nationalismus, als auch der Islamismus keinesfalls abgespacete Sprösslinge einer „rückschrittlichen“ islamischen Kultur. Sie bewegen sich ideologisch vollkommen im Rahmen westlich-aufklärerischen Denkens. Die Herausbildung einheitlicher Nationalstaaten war immerhin eine europäische Idee, die unabdingbar mit der Entwicklung des Kapitalismus verknüpft war. Und so taten die arabisch-nationalistischen Staaten unter der Führung der Ba‘th-Partei nie etwas anderes als ihr nationales und ökonomisches Interesse gegenüber den Machtblöcken im Kalten Krieg zu verteidigen.
Während der Islamismus in der westlichen Öffentlichkeit als „extreme“ Verlängerung „des Islam“ erscheint, ist er in Wahrheit doch nichts anderes als eine banale kapitalistische Krisenideologie. Antisemitismus, Sexismus und die Sehnsucht nach repressiver Kollektivität sind Denkformen im Geiste der positivistischen Aufklärung, die lieber einen greifbaren Sündenbock für die Verhältnisse verantwortlich macht, anstatt eine Transformation der Gesellschaftsordnung von Grund auf anzustreben. Es ist ja nicht so, als wären einem die ideologischen Fragmente des Islamismus im Westen gänzlich unbekannt…
Wenn westliche Staaten auf dem Rücken von Zivilist_innen gegen arabisch-nationalistische Diktaturen und islamistische Organisationen und Regimes Krieg führen, kämpfen sie nicht nur gegen ihre eigene Billigkopie, sondern vor allem auch gegen die Geister, die sie riefen. Und so ist es eben kein Zufall, dass die Taliban ohne US-Bewaffnung Afghanistan nie erobert hätten, Saddam Hussein mit US-amerikanischen Waffen gegen Iran ins Feld zog und mit deutschen Giftgas Kurd_innen massakrierte und Gaddafi jahrelang durch Europa und die USA gedeckt wurde. Während etablierte Dummschwätzer_innen einen „Clash of Civilizations“ propagieren und dabei an der Heimatfront gegen Muslime im eigenen Land hetzen, kommt es uns eher so vor, als sei der Krieg zwischen westlichen Imperialist_innen und reaktionären Kräften des Nahen Ostens ein „Clash of Fundamentalisms“ (Tariq Ali).
Fight capitalist war – fight capitalist peace!
Wir empfinden den imperialistischen Krieg und die Ermordung tausender Zivilist_innen für ordnungspolitische Zwecke, Hegemonieansprüche und Profitinteressen als pervers und widerwärtig. Und dennoch wollen wir uns nicht hinter einem pazifistischem Gutmenschentum verschanzen, das die systemischen Ursachen für Imperialismus und Krieg verkennt und glaubt, man könne durch mehr friedensorientierte Politik gewaltlose Verhältnisse schaffen. Jede Form von Pazifismus innerhalb der kapitalistischen Gewaltverhältnisse zementiert diese um so mehr. Krieg beginnt nicht erst mit dem Ausrücken von Flugzeugträgern und Panzern, er beginnt schon in einer Gesellschaftsordnung, in der alle gegen alle in Konkurrenz zu einander stehen und in der die gewaltsame Verteidigung der Eigentumsverhältnisse auf der Tagesordnung steht. Über diese Zustände kommen wir nicht hinaus, indem wir vor der allgegenwärtigen Konkurrenz, Herrschaft und Gewalttätigkeit die Augen verschließen. Wir sind kritisch-solidarisch mit antiimperialistischen Bewegungen, wie zum Beispiel der kurdischen, die auf allen Ebenen nationalstaatlich-imperialistischem Terror begegnet. Genauso mit dem Aufständen im nahen Osten und Arabien gegen die autoritäre Tyrannei – und zwar sowohl mit militanten als auch mit solchen, die ohne Militanz auf die Straße gehen. Brennende Barrikaden sind uns genau so lieb, wie kämpferische Massendemonstrationen, entscheidend ist der Versuch von Selbstermächtigung gegenüber den bis an die Zähne aufgerüsteten kapitalistischen Nationalstaaten jeder Couleur! Wir wissen, dass wir – im globalen Maßstab betrachtet – als im Westen lebende Menschen (noch) die Nutznießer_innen von dieser ganzen Veranstaltung sind. Umso wichtiger ist der Widerstand gegen den Imperialismus hier in seinem Zentrum. Denn der Hauptfeind steht, wie Karl Liebknecht sagte, im eigenen Land. Lasst uns in Bonn inhaltlich und ganz praktisch zeigen, dass Krieg und Imperialismus auch hier auf entschiedenen Widerstand stoßen.
Sozialer Widerstand bedeutet nicht nur den Kampf für die eigenen Interessen, sozialer Widerstand bedeutet am 3. Dezember auch Deutschland und der NATO in den Rücken zu fallen!
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