Antifaschistische Jugend Bochum 2012-02-10T07:54:47Z Copyright 2012 WordPress Administrator <![CDATA[Bochum: NPD Kundgebung auf dem Husemannplatz]]> http://ajb.blogsport.de/?p=478 2012-02-10T01:01:36Z 2012-02-10T01:01:36Z Allgemein Antifa Am Donnerstag, den 09.02.2012, gegen 18:00 Uhr versammelten sich 25 Nazis aus dem Ruhrgebiet auf dem Husemannplatz in Bochum. Diese haben eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen die Verharmlosung von Kindesmißbrauch – Höchststrafe für Sexualstraftäter!“ abgehalten, jedoch blieb diese nicht lange ungestört. Grund für die Kundgebung war wohl ein Prozess bezüglich eines Sexualtäters vor dem Bochumer Amtsgericht.

Verlauf des Abends:
Nach gut einer halben Stunde waren um die 20 AntifaschistInnen vor Ort, welche lautstark gegen die Nazis protestierten und pöbelten.
Nachdem die Kundgebung begonnen hatte, wagte sich das Gelsenkirchener NPD Mitglied Dennis Bruglemanns an das Megafon. Die Rede konnte leider nicht gestört werden, da zu diesem Zeitpunkt noch keine GegendemonstrantInnen vor Ort waren. Kurz bevor der „NPD Referent“ Markus Schumacher das Wort ergriff, erschien die erste Gruppe von rund 5 AntifaschistInnen. Diese grölten die üblichen Parolen und forderten Schumacher in einer unfreundlichen und bestimmenden Art und Weise dazu auf doch die Fresse zu halten. Währenddessen wurden einige wenige Exemplare von „Kein Bock auf Nazis“-Zeitungen verteilt und ein Transparent entrollt. Danach hielt der NPD Kreisvorsitzende aus Essen, Marcel Haliti, eine Rede.
In dieser Zeit wuchs die Zahl der Antifas auf ca.20 an, welche aber kurzzeitig immer wieder von vorbeilaufenden Passanten unterstützt wurden, so schwankte die Anzahl der Gegenprotestlern zwischen 20 und 30 Personen. Es kam auch ein zweites Transparent hinzu, welches sich gegen die Nazis richtete.
Nachdem Claus Cremer, der Landesvorsitzende der NPD-NRW, das Wort ergriffen hatte, bekam Dennis Bruglemanns ein zweites Mal die Möglichkeit seinen geistigen Müll zum Ausdruck zu bringen. Er versuchte wohl auf Verständnis auf Seiten der AntifaschistInnen zu stoßen, da sie ja diesmal nicht gegen sogenannte „kriminelle Ausländer“ protestieren würden, sondern gegen Kinderschänder. Dies löste auf Seiten der AntifaschistInnen nur Gelächter und weitere „Halt die Fresse“ Rufe aus.
Auf die Zwischenrufe der Antifas, dass ihr Kamerad Andre Zimmer, der nach Sachsen-Anhalt in ein „betreutes Wohnprojekt“ geschickt wurde, Kinderpornos auf seinem Handy und deshalb ein Verfahren hatte, wollten die Nazis nicht eingehen. Die Aussenwirkung der Nazis war alles in allem relativ schlecht. Sie konnten zwar auf dem durch die Polizei gut abgeriegelten Husemannplatz stehen, jedoch lief zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Kälte und der eintretenden Dunkelheit kaum jemand vorbei. Sie konnten genau 1 Flugblatt verteilen. Die Polizei-Präsens schien außerdem die PassantInnen abzuschrecken.

Weitere Nazis:
Neben den bereits erwähnten Nazis war auch Christopfer Krumtünger aus Bochum vor Ort. Dieser taucht in letzter Zeit immer häufiger auf Veranstaltungen und Aktionen der NPD aus Bochum auf. So war dieser bereits Ende Januar bei einem NPD Stand in Wattenscheid Höntrop dabei. Doch schon 2010 und 2011 wurde er bei Nazikundgebungen in Bochum und Wattenscheid gesichtet. Doch nicht nur Kundgebungen der NPD Bochum/Wattenscheid supportet Krumtünger, sondern auch Demonstrationen im restlichen Ruhrgebiet. So lief er im letzten September am „nationalen Antikriegstag“ mit einer Reichsfahne durch die Dortmunder Nordstadt. Er verkehrt sehr häufig am Bochumer Hauptbahnhof. Hier scheint dieser auch vereinzelt Jugendliche/Freunde für Nazidemos anzuwerben. So wurden Einzelpersonen, die am Bochumer Haubtbahnhof abhängen z.B. auf einer Nazidemonstration in Hamm Anfang Oktober gesichtet.
Auch anwesend war Daniel Ewers aus Bochum Langendreer. Ob dieser immer noch in Langendreer wohnt ist unklar, da er sein Wohnort anscheind gewechselt hat. Auf seine Kappe gehen wohl meherer Naziübergriffe, die in Langendreer in den letzten Monaten verübt wurden. „Muskelmann-Lars“ aus Essen war ebenfalls Teilnehmer der Kundegebung. Auch zu erwähnen ist, dass der bereits erwähnte Markus Schumacher sich wohl wieder an der Ruhruniversität eingeschrieben hat. Dieser wurde mehrmals an den G-Gebäuden der Ruhr-Uni gesichtet.
Gegen kurz vor 20:00 Uhr beendete der Anmelder Claus Cremer die Kundgebung und ca. 10-15 Nazis wurden unter Polizeischutz zum Bochumer Hauptbahnhof gebracht und stiegen in eine Regionalbahn in Richtung Essen. Der Bochumer und Gelsenkirchener Anhang ist wohl mit dem Auto abgereist.

Fazit
Mensch kann durchaus sagen, dass trotz der Kälte und der kurzfristigen Info über die Nazikundgebung der Abend recht zufriedenstellend endete. Die meisten Reden der Nazis wurden gestört und die Stimmung der Antifas und der BürgerInnen, die sich kurzfristig angeschlossen hatten, war gut.
Leider war so kurzfristig kein weiteres Material in Form von Flugblättern oder „Kein Bock auf Nazis“ Zeitungen zu organisieren, sodass nur einige wenige Zeitungen an die BürgerInnen verteilt wurden.
Nachdem im letzten Jahr zwei Nazi Kundgebungen vor dem Bochumer Hauptbahnhof stattfanden, wovon eine leider gar nicht gestört werden konnte und die zweite nur auf wenig Gegenprotest stieß, kann mensch hoffen, dass es dieses Jahr vielleicht wieder besser läuft, was spontane Nazistände und Kundgebungen angeht. Unproblematisch können Nazis jedoch in Wattenscheid Stände durchführen. Diese werden meistens nicht gestört und somit muss auch das Vorgehen in Wattenscheid verbessert werden.

Kein Fußbreit den Faschisten!
Weder in Bochum, noch anderswo!


Antifaschistische Jugend Bochum

Bilder:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/54584

Diverse Quellen:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/40246

http://linksunten.indymedia.org/node/22293

http://linksunten.indymedia.org/node/47633

http://linksunten.indymedia.org/de/node/22130

http://linksunten.indymedia.org/de/node/42024

http://linksunten.indymedia.org/de/node/35074

http://linksunten.indymedia.org/de/node/41294

P.S.: Aufgrund der Lichtverhältnisse konnten keine guten Fotos vom heutigen Abend gemacht werden.
Die Fotos vom Antikriegstag stammen vom Antifapaparazzi .

]]>
Administrator <![CDATA[Demo in Gedenken an Mohammad Sillah]]> http://ajb.blogsport.de/2011/12/23/demo-in-gedenken-an-mohammad-sillah/ 2011-12-23T12:50:06Z 2011-12-23T12:50:06Z Allgemein Antifa Von Anderen ... Veranstaltungen &#038; Demos
Samstag, 14. Januar 2012 – Remscheid Hauptbahnhof
ab 15:00 Uhr Kundgebung
16:00 Uhr Beginn Demonstration

Der Aufruf als Flyer

Anlässlich des fünften Todestages von Mohammad Sillah rufen wir zu einer Demonstration in Remscheid auf. Wir wollen auf die Situation der Flüchtlinge in Remscheid und vor allem auf die gesundheitliche Unterversorgung hinweisen. Durch die Demonstration werden wir den Protest der Remscheider Flüchtlinge würdigen und stärken. Seit Mohammad Sillahs Tod haben sie durch kontinuierlichen und hartnäckigen Protest stückweise ihre Isolation durchbrochen und Erfolge erzielt.

Wir haben in den vergangenen Jahren hier in Remscheid erlebt, dass der Zusammenhalt der Flüchtlinge die Stadtverwaltung Remscheid dazu brachte, einige ihrer Zermürbungsinstrumente zurückzunehmen. So wurde durch den ersten offenen Brief der Flüchtlinge vom Januar 2009 die menschenverachtende Praxis des Sozialamtes Remscheid für die Öffentlichkeit sichtbar. Die Anwesenheitskontrollen finden nicht mehr täglich sondern wöchentlich statt, „im Regelfall“ gibt es Bargeld statt Gutscheine und Krankenscheine für drei Monate.

Trotzdem werden die Ausgrenzung und auch die gesundheitliche Unterversorgung in Remscheid weitergeführt. Viele können nicht den Arzt aufsuchen, den sie brauchen; psychisch kranke Menschen werden allein gelassen und sind von ihren Nachbarn im Flüchtlingsheim abhängig; immer noch weigern Hausmeister sich, in Notfällen einen Krankenwagen zu rufen. Das Lagerleben und das Arbeitsverbot machen die Menschen zusätzlich krank.

In diesem Jahr wurden wieder Flüchtlinge aus Remscheid abgeschoben. Die Abschiebung von Herrn Hari Dhatt Batt konnte nur verhindert werden, weil seine Freunde und die Öffentlichkeit sich einschalteten. Syrische und afghanische Flüchtlinge, die seit mehr als 10 Jahren hier leben, dürfen nicht hier in Sicherheit und Frieden leben und müssen in Flüchtlingsheimen wohnen. Obwohl in diesen Ländern Krieg oder Verfolgung an der Tagesordnung sind, wird diesen Menschen das Recht auf Leben in Remscheid verwehrt.

Die Demonstrationen in Remscheid legen den staatlichen Ausschluss von Flüchtlingen der Gesellschaft offen. Nicht erst durch Sarrazin oder der Morde durch die NSU ist das rassistische Gesicht des deutschen Staates uns bekannt geworden. Die Toten mahnen uns. Mohammad Sillah durch seine Lieder, Oury Jalloh durch seine Schreie aus der Dessauer Polizeizelle und Christy Schwundeck aus dem „Jobcenter“ in Frankfurt.

Wir fordern daher alle auf, aktiv gegen Ausschluss und Erniedrigung von Menschen einzutreten und den Kampf der Flüchtlinge für ihre Würde und für das Recht auf Leben zu unterstützen.

In Gedenken an Mohammad Sillah,
Oury Jalloh und alle Opfer der rassistischen Staatsgewalt!
Der Spaltung der Gesellschaft von oben
setzen wir Solidarität und Zusammenhalt entgegen!
Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausbeutung und Kriege!

Es rufen auf:
antirassistische perspektive mh/ruhr
Antifa Velbert
Autonome Antifa Remscheid
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Transnationales Aktionsbündnis Bochum/Dortmund
Antifaschistische Jugend Bochum

Bericht von der Demo vom 14. Januar 2011
und Hintergrundinformationen findet ihr unter:
http://thecaravan.org/node/2732

Video des verstorbenen Flüchtlings und Sängers aus Guinea, Mohammad

]]>
Administrator <![CDATA[Chronik der Naziübergriffe in Bochum-Langendreer]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/28/chronik-der-naziuebergriffe-in-bochum-langendreer/ 2011-11-28T11:55:27Z 2011-11-28T11:55:27Z Allgemein Antifa Von Anderen ... Das Bündnis „Langendreer gegen Nazis“ hat sich im Laufe dieses Jahres in Reaktion auf die steigende Zahl bekannt gewordener Überfälle von Neonazis auf MigrantInnen und Andersdenkende formiert und nun eine Chronik zusammen gestellt, um der Öffentlichkeit einen Überblick über die rechten Aktivitäten zu verschaffen. Am 15. April verteilten wir bereits auf der Demonstration gegen Nazistrukturen in Bochum eine Chronik, die nun um viele weitere und teilweise noch brutalere Übergriffe erweitert werden musste. Der hinlänglich bekannte Polizei- und Gerichtsreportert der WAZ Bernd K. gab sich gerade beim letzten Vorfall wieder die Ehre als unkritisches Sprachrohr der Polizeipressestelle: Er verklärte eine handfeste Bedrohung eines Nazis gegen Kinder glatt zu einem Familienstreit. Im folgenden könnt ihr die Chronik einsehen:

Neonazi-Aktivitäten in und um Langendreer 2011 (unvollständig!)

(Quelle)

12.03.2011

Bedrohung einer Anwohnerin und Sprengung ihres Briefkastens in Langendreer. Täter bis heute unbekannt. Schon einige Zeit vorher sind zwei Mietparteien wegen Pöbeleien und rechtsradikalem Gegröle aus dem Haus des bekannten Nazis Daniel E. ausgezogen: aus Angst.
Pressemitteilung der AJB
Artikel in der BSZ
Seit März sichtbare Zunahme von Aufklebern und Schmierereien von Nazi-Symbolen.

02.04.2011

Circa 100 Nazis demonstrieren nahe der Stadtgrenze zu Bochum-Langendreer in Dortmund-Lütgendortmund gegen die Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen im Wohnheim „Grevendicks Feld“. Bochumer Nazis sind mit dabei.

09.04 .2011

Nächtlicher Angriff von drei Neonazis auf drei Personen in der der Alten Bahnhofstraße. Einer der Neonazis schlägt zu und ruft „Zecke verrecke“. Der betroffene Rechtsanwalt ist leicht verletzt. Die Täter flüchten und werden bis heute nicht gefasst.

01.05.2011

Gegen 01:30 Uhr laufen drei Männer auf der Alten Bahnhofstraße in Richtung Langendreer Amt. Sie brüllen „Sieg Heil“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand!“. Als sich eine Anwohnerin aus dem Fenster lehnt und sie auffordert, das Brüllen einzustellen, ruft einer der Männer: „Halts Maul, du Fotze!“ Nächtliche Umzüge mit Nazi-Grölereien werden immer häufiger.

02.06.2011

Ans Amtshaus in Langendreer wird „White Power“ und ein Hakenkreuz gesprüht. SS-Runen und Ähnliches werden auf einen Lieferwagen und öffentliche Flächen am Karl-von-Ossietzky-Platz gesprüht.

06.06.2011

Circa 40 Nazis protestieren am Kurt-Schumacher-Platz/Huestraße (Nähe Hauptbahnhof Bochum) gegen angebliche „Übergriffe auf ihre Kameraden“, die in Langendreer durch Migranten angegriffen und verletzt worden sein sollen. Auch einige NPDler und etliche Autonome Nationalisten aus Dortmund und Recklinghausen sind anwesend.

30.06.2011

Circa 10 Nazis verteilen an einem NPD-Stand auf dem Langendreerer Marktplatz ihre Propaganda. Bekannte Anwesende sind unter anderem Marcel Haliti (NPD-Ratsherr Essen), Claus Cremer (NPD Ratsherr Bochum), Markus Schumacher und Carsten Römhild (NPD Bochum). Außerdem sind weitere Neonazis da, die schon auf NPD-Ständen in Essen gesichtet wurden.

Juli 2011

In der Teimannstraße und Unterstraße werden vermehrt NPD-Aufkleber gesichtet. Im Bereich Amt finden sich zahlreiche Naziaufkleber des „Freien Netzes“.

02.07.2011

Nazis ziehen grölend durch Langendreer. Ein Fahrzeug eines Antifaschisten wird mit Aufklebern beklebt. An der Unterstraße finden sich an einer Haltestelle mehrere Aufkleber der NPD. Am 17.07. kleben an derselben Haltestelle noch einmal die gleichen Aufkleber.

07.07.2011

Zwei Frauen kommen aus der Gaststätte Landau an der Alten Bahnhofsstraße. Als sie an einer Gruppe von fünf bis sechs Neonazis vorbeigehen, werden sie beschimpft, verfolgt und sie werden mit Böllern beworfen.

09.07.2011

Drei Kölner StudentInnen warten am S-Bahnhof Langendreer auf die letzte Bahn. Am Bahnsteig werden sie von einer Gruppe Neonazis belästigt, die Naziparolen grölen.

19.08.2011

Daniel E. aus Langendreer wird beobachtet, wie er am Abend „An der Laake“ mit nacktem Oberkörper, Handschuhen und Hammer in der Hand gegen ein Fahrzeug mit
Migrant*innen tritt, rumbrüllt, sie auffordert, auszusteigen. Unterstützt wird er von einem Mann mit Baseballschläger in der Hand. Verbal droht er auch noch einer
Nachbarin. Sinngemäß: „Soll die Schlampe doch die Bullen holen. Die fick ich auchnoch.“ Das Ganze findet vor der Wohnung seiner Schwester statt, die dort mit ihrem
Nazifreund, Kind und Hund lebt.

August 2011

Am Haus eines couragierten Bürgers landen auf dem Parkplatz jede Menge selbstgemalte Schnipsel mit NS-Parolen und einer Nachbarin werden über die Terrassentür zwei Eier in die Wohnung geschmissen. Wieder ein Info-Stand der NPD am Marktplatz Langendreer. Außerdem randaliert eine Gruppe Neonazis vor einem neueröffneten griechischen
Restaurant in der Alte Weststraße und ruft Besuchern zu, Deutsche sollen nur bei Deutschen essen, und wiedermal Naziparolen.

22.08.2011

Pöbeleien und Androhung körperlicher Gewalt seitens zweier Nazis aus einem Auto heraus am Kreisverkehr am Amt.

24.09.2011

Nazis spucken um Mitternacht in der Alten Bahnhofstraße gegen das Fenster eines couragierten Anwohners zünden Bengalische Feuer und rufen Parolen. Eine Stunde
später greifen Nazis (dieselben?) drei Menschen am S-Bahnhof Langendreer an, brechen einem von Ihnen das Nasenbein und schubsen die anderen beiden auf die
Gleise kurz bevor die S-Bahn kommt. Die Polizei ermittelt noch. Elf Nazis stehen in Verdacht.
Lokalkompass
Artikel bei Indymedia Linksunten
Artikel bei Indymedia Deutschland

03.10.2011

Die Fensterscheiben am Linkspartei-Büro an der Unistraße werden eingeschlagen:
Artikel bei Bo-Alternativ

Mitte Oktober 2011

Verteilerkästen auf der Stiftstraße, der Alten Bahnhofstraße und am Kreisverkehr am Amt werden mit Hakenkreuzen, „NS jetzt“ und „frei sozial national“ beschmiert.

22.10.2011

Infostände der NPD in Werne, Weitmar und Wattenscheid

25.10.2011

Brandanschlag auf eine Pizzeria in der Kaltehardstraße. Fünf Neonazis werden vorübergehend in Gewahrsam genommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob die
Tat von Neonazis begangen wurde ist nach wie vor unbekannt. Es gab aber früher schon Pöbeleien von Nazis vor der Gaststätte. Artikel in den Ruhrnachrichten
Artikel in der WAZ

14.11.2011

Daniel E. pöbelt drei Mädchen in Langendreer an und bedroht sie. Sie fliehen in eine
Apotheke, rufen die Polizei und ihre Eltern an. E. begibt sich derweil zu seiner
Schwester in der Straße An der Laake. Wenig später treffen dort die Eltern und
Verwandte der Mädchen und auch zwei Polizisten ein. Diese fordern Verstärkung an. Es
erscheinen mehrere Streifenwagen mit Polizisten in Schutzanzügen. Ob Anzeige gegen
E. erstattet wurde ist uns bisher leider nicht bekannt.
Artikel bei bo-alternativ

]]>
Administrator <![CDATA[Veranstaltungshinweis:Zweitausend Kilometer für Bewegungsfreiheit]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/veranstaltungshinweiszweitausend-kilometer-fuer-bewegungsfreiheit/ 2011-11-21T15:10:24Z 2011-11-21T15:10:24Z Allgemein International Von Anderen ... Veranstaltungen &amp;#038; Demos Für das Recht zu gehen und für das Recht zu bleiben – Berichte von AktivistInnen über die Bamako-Dakar-Karawane vom 27.01. bis 06.02.2011.

Freitag, 25. November 2011, 19:30 Uhr im Sozialen Zentrum, Josephstr.2 in Bochum
organisiert vom Transnationalen Aktionsbündnis

Durch den arabischen Frühling und den Krieg in Lybien rückt die Lage von Flüchtlinge und Migrant_innen in Nordafrika und damit das EU-Migrationsregime mit seinen tödlichen Folgen in das Licht der Öffentlichkeit. Dazu gehört auch die weit vor die Grenzen Europas vorverlegte Migrationskontrolle. In diesem Konzept übernehmen
nordafrikanische Transit-Staaten die Rolle der „Torwächter“ für die EU.

Das Besondere der Karawane war nicht allein diese politische Reise von 200 Afrikaner_innen durch Afrika, son­dern die Teilnahme von 50 Aktivist_innen aus Europa. Es waren Flüchtlinge und Migrant_innen da­bei, die das europäische Grenz-, Lager- und Abschiebe-Regime am eigenen Leib durchlebt haben und erfolgreich dagegen kämpfen konnten.
Inhaltlich ging es bei der Karawane um die Situation und die Rechte von Flüchtlingen und Migrant_innen (in den Transitländern genauso wie an den Außengrenzen bzw. innerhalb der EU) sowie um die Hintergründe von Flucht und Migration (»Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört«).
Wesentliches Ziel ist der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen Basisinitiativen in Afrika und Europa.

A. B. und R. S. vom Transnationalen Aktionsbündnis [TAB] nahmen als Aktivist_in­nen an der Karawane teil. Sie werden über ihre Erlebnisse und dort gemachten Erfahrungen berich­ten und einen Videofilm zeigen.

Weitere Informationen zum Netzwerk Afrique-Europe-Interact und der Bamako-Dakar-Karawane findet ihr hier:
www.afrique-europe-interact.net

]]>
Administrator <![CDATA[Prozess gegen rassistisches Mörder-Duo]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/21/prozess-gegen-rassistisches-moerder-duo/ 2011-11-21T11:01:24Z 2011-11-21T11:01:24Z Allgemein Antifa Von Anderen ...ausgrenzungprozessbeobachtungwohnungslos Düsseldorf/Neuss. Die Hintergründe um den rassistischen Mord an dem Wohnungslosen Pham Duy Doan in Neuss erinnern auf frappierende Weise an den Mord an Josef Anton Gera vor 14 Jahren in Bochum. Der schwarz-rote Prozessbeobachter berichtet über den 2. Prozesstag, der letzten Donnerstag am Düsseldorfer Landgericht stattfand. Hier geht’s zum » Bericht.

An dieser Stelle sei auch auf den aktualisierten Bericht über Todesopfer rechter Gewalt hingewiesen. Von 1990 bis 2011 wurden nach Recherchen u.a. der Amadeu-Antonio-Stiftung insgesamt 182 Menschen aus rassistischen, antisemitischen, homophoben, sozialchauvinistischen oder ähnlichen Gründen getötet. Während schon vor längerer Zeit das Thema über die Mainstream-Medien in die bundesweite Debatte eingebracht wurde, und nachträglich immer mehr Fälle hinzu gezählt werden müssen (2010: 137 Opfer, 2011: 182), besteht die Bundesregierung weiterhin auf ihre Zählungsweise, nach der nur 47 Opfer auf das Konto rechter Gewalttäter gehen.

]]>
Administrator <![CDATA[Mord an Obdachlosem in Neuss möglicherweise rassistisch motiviert]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/10/473/ 2011-11-10T11:10:59Z 2011-11-10T11:10:59Z Allgemein Antifa Von Anderen ...ausgrenzungbürgerliche pressedieter eichprozesssoziale ausgrenzungwohnungslos Vor dem Landgericht Düsseldorf sind momentan zwei mutmaßliche Mörder angeklagt, welche im März diesen Jahres nachts auf einem Parkplatz einen vietnamesischen Wohnungslosen im Schlaf überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt haben sollen. Sie kannten das Opfer aus einer Nachtschlafstelle für Wohnungslose. Nun hat einer der Angeklagten Medienberichten zufolge am ersten Prozesstag vor Gericht sein Bekenntnis zum neonazistischen Weltbild und Kontakte in die örtliche Szene eingeräumt. Inwieweit seine Verachtung für „Kanacken“ bei der unmittelbaren Tat eine Rolle gespielt hat, dieser Frage bemüht sich das Gericht am Donnerstag, den 17.11, nachzuspüren. Ein Besuch als Prozessbeobachter lohnt sich um zu sehen, wie die Staatsanwaltschaft und das Gericht mit diesen Fragen umgeht.

- Die Meldung der Antifaschistischen Aktion Neuss

- „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ vom 27.März 2011

- NTV: Vietnamese wegen acht Euro getötet – Mörder hat Hakenkreuz-Tattoo

NGZ: Obdachlosen-Mord: Ausländerhass als Motiv?

]]>
Administrator <![CDATA[Dokumentarfilm über „Arisierung“ jüdischen Eigentums]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/08/dokumentarfilm-ueber-arisierung-juedischen-eigentums/ 2011-11-08T11:11:36Z 2011-11-08T11:11:36Z Allgemein Antifa Von Anderen ... Veranstaltungen &amp;amp;#038; Demos Aktuell hostet der Bahnhof Langendreer eine Ausstellung zum Thema „Arisierung“ jüdischen Eigentums im Nationalsozialismus, welche als staatlich organisierte „Aktion 3″ ein weit reichender und einschneidender Schritt in der systematischen Entrechtung der Jüdinnen und Juden in Deutschland darstellt. Am 73. Jahrestag der Reichsprogromnacht, am Mittwoch, den 9. November, zeigt der Bahnhof Langendreer zudem eine WDR-Dokumentation über die Erfahrung von Marianne Winter, die als einziges Mitglied ihrer Familie die Shoah überlebte und nach der Befreiung vom Faschismus den ehemaligen Familienbesitz im Eigentum ihrer ehemaligen Nachbarschaft wiederfindet.
» Ankündigungstext

Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf
Mittwoch, 19.11.
19 Uhr
Raum 6 im Bhf. Langendreer

]]>
Administrator <![CDATA[Flugblatt gegen Nazis und Alltagsrassismus]]> http://ajb.blogsport.de/?p=471 2011-11-06T23:28:19Z 2011-11-06T23:28:19Z Allgemein Antifa Gemeinsam & Solidarisch – Alltagsrassismus und Nazis bekämpfen !

Ende August entstand am Bahnhof Langendreer ein Graffiti, dass die Überschrift dieses Flugblattes trägt. Dieses Flugblatt ruft dazu auf dieses Motto in die Tat umzusetzen, erklärt die beunruhigende Situation mit den Nazis und kritisiert den allgegenwärtigen Alltagsrassismus.

Langendreer und das Nazi-Problem

Seit Anfang dieses Jahres häufen sich die Aktivitäten von Neo-Nazis in Langendreer. Begonnen hatte es mit Übergriffen und Einschüchterungsversuchen gegenüber AntifaschistInnen. Die damaligen Aktionen gingen von einer Jugendclique aus, welche aus Schülern verschiedener Schulen in Langendreer besteht. Diese Jugendlichen traten im Look der „Autonomen Nationalisten“ (in schwarzen Regenjacken, Basecaps und Palästinensertüchern) auf. Eigentlich Klamotten, welche man eher in linken Kreisen oder jugendlichen Subkulturen zuordnen würde. Allerdings gibt es schon seit vielen Jahren Nazis, die mit diesem kopierten Aussehen versuchen attraktiver für Jugendliche zu erscheinen. Die Jugendlichen selber bezeichnen und verstehen sich als Faschisten. Ihre „Gruppe“ besteht aus knapp 10 Leuten. Doch bald schon kamen neue Probleme dazu. Als die NPD im März dieses Jahres eine Kundgebung vor dem Langendreer-Amt abhielt. Hier trat zum ersten Mal Daniel E. öffentlich in Erscheinung. Er ist rechten Skinheads zuzuordnen, welche Mitte dieses Jahres in Langendreer mit gewalttätigen Aktionen, die von Übergriffen bis zu Sprengstoffanschlag reichen, auffielen. Diese Nazis bedrängen Jugendliche, welche Nazipropaganda von den Straßen entfernten und schüchtern AntifaschistInnen und Linke mit roher Gewalt ein. Mitte März explodierte der Briefkasten eines Mehrfamilienhauses in Langendreer. Daniel und seine Freunde fotografierten sich mit einem breitem Grinsen und erhobenen Daumen vor diesem Briefkasten. Das Ziel war eine Anwohnerin, welche sich gegen die Nazis offen ausgesprochen hatte. Es ist auch davon auszugehen, dass die massive Nazipropaganda auf den Straßen Langendreers dieser Gruppe zu verdanken ist, welche seit März 2011 aktiv ist. Denn seit diesem Datum sieht man vermehrt Hakenkreuze und Parolen wie „88“ (Zahlencode für Heil Hitler) und SS-Runen an den Häusern stehen. Die Nazis zeigen allerdings auch mit Aufklebern der NPD und „Autonomen Nationalisten“, welche stark in Dortmund vertreten sind Präsenz. Die rechten Skins stehen in Verbindung mit der NPD. Vor allem zu dem ehemaligen NPD-Jugendbeauftragten, Andre Zimmer, welcher im Juni dieses Jahres unter anderem wegen Sprengstoffanschlägen und Körperverletzung verurteilt wurde. Auch er war bei rechtsradikalen Partys in Langendreer anzutreffen. Es ist auch davon auszugehen, dass die Nazis aus Langendreer zum „Nationalen Widerstand Dortmund“, einer überparteilichen Nazi-Gruppe aus Dortmund in Kontakt stehen. Dortmund gilt als Nazi-Hochburg. Die Stadtteile von Dortmund, in denen die Nazis sehr aktiv sind grenzen übrigens zum großen Teil an Langendreer. Dieses Jahr ist es auch zum ersten Mal passiert, dass für einen großen Nazi-Aufmarsch, der jedes Jahr im September in Dortmund statt findet, in Bochum erstaunlich viel Propaganda auf den Straßen Langendreers zu finden war. Hier hatte nicht jemand ausversehen die Stadtgrenze überschritten, sondern gezielt in Bochum Propaganda für die starken Dortmunder Nazi-Strukturen gemacht.

Kommt das vom Alltagsrassismus ?

In Deutschland herrscht eine rassistisch aufgeladene Stimmung. Diese hat ihren Ursprung zum größten Teil nicht bei Neo-Nazis, sondern in einer Hetze, welche von der bürgerlichen Gesellschaft und den Medien mitgetragen wird. Politiker wie Thilo Sarrazin und Christina Schröder, die MigrantInnen eine von Geburt an niedrige Intelligenz zuschreiben und sie als besonders gewaltbereit abstempeln treiben einen Diskurs voran, der Angst vor dem Islam und somit auch vor Menschen, die aus sogenannten „Islamischen Ländern“ stammen, schürt. Viele Menschen sind für solche Ängste empfänglich. Die Angst geht so weit, dass Menschen wie die Muslima Marva el-Scherbini 2009 in einem Dresdener Gerichtsall von einem Mann aus rassistischem Motiv erstochen wurde. Soziale Einschnitte und sonstiges Unrecht werden denen in die Schuhe geschoben, welche weder etwas dafür können und selber unter miesen Verhältnissen leiden. Hierbei wird so getan , als ob Herkunft oder Religion der Menschen das eigentliche Problem wären, somit wird die Hetze kuluturalisiert. Und das soziale Problem wird nicht mehr beachtet – es ist ja auch viel einfacher den Menschen die Schuld zuzusprechen als sich selber verantworten zu müssen und zuzugestehen, dass eine Menge falsch gelaufen ist und eine „Integrationspolitik“ nie statt gefunden hat. Unter so einem Klima ist für Nazis ein Nährboden geschaffen. So können sie ihre Menschenverachtende Ideologie unter „normalen“ Menschen verbreiten und diese sind empfänglicher dafür. Natürlich ist das nicht der einzige Grund dafür, dass es Nazis gibt. Jedoch macht ihnen es deutlich einfacher zu agieren. Die Nazis sind hierbei quasi ein nicht geplanter, radikaler Arm der Gesellschaft, was in einer Gesellschaft, die durch Konkurenzkampf und dem Erfolg des Stärkeren geprägt ist nicht verwunderlich ist. Der Faschismus ist schließlich nur die Zuspitzung der kapitalistischen Denkmuster in denen wir leben. Durch die sozialen Ungerechtigkeiten die im Kapitalismus vorprogrammiert sind wächst bei manchen die Wut auf Randgruppen und die Schuld wird ihnen zugesprochen. So ist es auch bei den Nazis.

Widerstand!

Es ist ein Muss, gerade unter diesen Umständen den Nazis und den alltagsrassistischen Denkmustern den Kampf anzusagen. Dies kann nur Gemeinsam & Solidarisch geschehen. Haltet zusammen und achtet auf euch. Entfernt Nazipropaganda aus eurem Stadtteil und sagt den Nazis was ihr von ihnen und ihrer Ideologie haltet. Wenn ihr einen Übergriff oder sonstige faschistische Aktivitäten beobachtet schreitet ein und zeigt, dass Nazis nicht in eurem und auch in keinem anderen Stadtteil etwas zu suchen haben. Helft Menschen, wenn sie direkt unter Übergriffen und Aktionen leiden. Macht deutlich, dass jeder Mensch, egal woher er/sie kommt oder welcher Religion er/sie angehört immer und überall willkommen ist!

Informiert euch bei örtlichen AntifaschistInnen und informiert sie, wenn ihr etwas beobachtet habt.

Gemeinsam & Solidarisch – Alltagsrassismus und Nazis bekämpfen !

Antifaschistische Jugend Bochum – www.antifa-jugend.org

]]>
Administrator <![CDATA[Kampagne gegen die NATO-Konferenz in Bonn]]> http://ajb.blogsport.de/2011/11/01/kampagne-gegen-die-nato-konferenz-in-bonn/ 2011-10-31T22:57:05Z 2011-10-31T22:57:05Z Allgemein International Von Anderen ... Veranstaltungen &amp;amp;amp;#038; Demos Von der Radikalen Linken Bochum wird eine Kampagne gegen die NATO-Konferenz zu Afghanistan am 5. Dezember in Bonn organisiert. Am 3. Dezember soll es eine Großdemo gegen die Konferenz geben. Dazu ist ein Bochumer Aufruf erschienen (siehe unten). Darüber hinaus wird es am 11. November eine Informationsveranstaltung zum Thema in Bochum geben und am 19. November eine Kundgebung vor der BP-Germany-Zentrale in Bochum. Letztere soll BP als Kriegsprofiteur des Irak-Kriegs markieren. Es folgt der Aufruf der RLBO:


- Im De­zember der NA­TO-​Kriegs-​Kon­fe­renz in Bonn ent­ge­gen­tre­ten! -

Vom 3. bis zum 5. De­zember 2011 wer­den sich die kriegs­füh­ren­den Par­tei­en im Af­gha­nis­tan­krieg am Bon­ner Pe­ters­berg tref­fen, um über zu­künf­ti­ge Stra­te­gi­en zu be­ra­ten. Ver­schie­de­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen und Bünd­nis­se wer­den gegen die­ses Gip­fel­tref­fen mo­bi­li­sie­ren und auch wir wol­len einen Bei­trag zum Pro­test leis­ten. Des­we­gen mo­bil­sie­ren wir zur Ge­gen­de­mons­tra­ti­on am 3. De­zember um 11 Uhr 30 auf dem Bon­ner Kai­ser­platz.

Der Krieg in Af­gha­nis­tan

Am 7. Ok­to­ber 2001 er­öff­ne­ten die USA und die NATO unter deut­scher Be­tei­li­gung den Krieg gegen Af­gha­nis­tan. Der Krieg wurde als „Selbst­ver­tei­di­gungs­akt der USA“ le­gi­ti­miert. Die Bush-​Re­gie­rung sprach sich in Folge der An­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber das Recht zu, Af­gha­nis­tan mi­li­tä­risch ein­zu­neh­men, um Osama bin Laden zu fas­sen und Aus­bil­dungs­la­ger des is­la­mis­ti­schen Netz­werks Al-​Qai­da, das für die An­schlä­ge ver­ant­wort­lich war, zu schlie­ßen. In einem in­ter­nen „Kriegs­ta­ge­buch“ des US-​Mi­li­tärs wird die Zahl der Kriegs­to­ten bis 2009 auf 24.​155 Men­schen ge­schätzt.
Wäh­rend Bun­des­re­gie­rung und bür­ger­li­che Pres­se in Deutsch­land Jahre lang das Bild des Schu­len-​ und Brun­nen­bau­en­den deut­schen Sol­da­ten pro­pa­gan­dis­tisch ver­brei­te­ten, führt die NATO einen hem­mungs­lo­sen Krieg mit Ta­li­ban und Neo-​Ta­li­ban auf dem Rü­cken der af­gha­ni­schen Zi­vil­be­völ­ke­rung. Im Sep­tem­ber 2009 kamen in Kun­duz 142 Zi­vi­lis­t_in­nen bei einem US-​ame­ri­ka­ni­schen Luft­an­griff ums Leben, der von der Bun­des­wehr an­ge­for­dert wor­den war. Spä­tes­tens seit die­sem Mas­sa­ker er­scheint jede Recht­fer­ti­gung die­ses Krie­ges mit Mo­ti­ven wie „De­mo­kra­tie“, „Frau­en­eman­zi­pa­ti­on“, etc. als in­halts­lee­re Farce.
Die kriegs­füh­ren­den Staa­ten sind rück­sichts­los ge­gen­über den In­ter­es­sen und Men­schen­rech­ten der af­gha­ni­schen Be­völ­ke­rung. Ihnen geht es ein­zig und al­lein um die Auf­recht­er­hal­tung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Welt­ord­nung in Zei­ten des Zer­falls, ihre He­ge­mo­nie­stel­lung in Zen­tral­asi­en, sowie ihre wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen. Af­gha­nis­tan ist ein fai­led state mit einer kor­rup­ten De­mo­kra­tie, grö­ße­rer Armut als zu Zei­ten der Ta­li­ban, einem flo­rie­ren­den Dro­gen­han­del und is­la­mis­ti­schen Lo­kal­macht­ha­ber_in­nen, die jedes Be­stre­ben nach Eman­zi­pa­ti­on im Keim er­sti­cken. Der Gip­fel in Bonn wird den west­li­chen Staa­ten einen wei­te­ren An­lass bie­ten, ihre Kriegs­pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten und in ge­wohnt de­mo­kra­tisch-​re­la­ti­vis­ti­scher Ma­nier die Vor­gän­ge in Af­gha­nis­tan in ein an­de­res Licht zu rü­cken.

Fai­led state? Fai­led sys­tem! -
Von Macht­kämp­fen und Kri­sen­im­pe­ria­lis­mus…

Der Im­pe­ria­lis­mus des 21. Jahr­hun­derts ist in ers­ter Linie ein Kri­sen­im­pe­ria­lis­mus, der mit aller Ge­walt um die Ret­tung einer Ord­nung be­müht ist, die sich selbst aus den An­geln hebt. Wei­ter­hin geht es um die glo­ba­le Ver­tei­lung von wich­ti­gen Res­sour­cen und die Vor­macht­stel­lung in Schlüs­sel­re­gio­nen wie zum Bei­spiel Zen­tral­asi­en.
Die glo­ba­le Krise des Ka­pi­ta­lis­mus führt kei­nes­falls not­wen­di­ger­wei­se zu so­zia­lem Wi­der­stand und Eman­zi­pa­ti­on. Ka­pi­ta­lis­ti­sche Ka­te­go­ri­en wie Ei­gen­tum und Kon­kur­renz be­ste­hen fort und ver­län­gern sich in die Ebene der Il­le­ga­li­tät. Ban­den­krie­ge, Dro­gen­han­del und kor­rup­te Staats­ge­bil­de sind die Folge. Das In­ter­es­se der ka­pi­ta­lis­ti­schen Me­tro­po­len ist es, die be­ste­hen­de Ord­nung um jeden Preis auf­recht­zu­er­hal­ten. Wäh­rend die öko­no­mi­sche Sta­bi­li­sie­rung der be­trof­fe­nen Re­gio­nen nicht mög­lich, oder nicht ge­wollt ist, fah­ren die im­pe­ria­lis­ti­schen Staa­ten ihren re­pres­si­ven Arm nach außen hin aus. Die Un­ter­stüt­zung au­to­ri­tä­rer Dik­ta­tu­ren im nahen Osten und Zen­tral­asi­en im Sinne der „Sta­bi­li­tät“ (siehe Gad­da­fi in Li­by­en, Ben Ali in Tu­ne­si­en, Mu­ba­rak in Ägyp­ten, Mu­schar­raf in Pa­kis­tan, u.v.m.) ist die eine Seite der Me­dail­le, die an­de­re Seite sind Krieg und Be­sat­zung, wie zum Bei­spiel in Af­gha­nis­tan, oder jüngst in Li­by­en.

Die Kri­sen­haf­tig­keit des ka­pi­ta­lis­ti­schen Sys­tems ma­ni­fes­tiert sich glo­bal und zeigt sich am stärks­ten dort, wo ganze Staa­ten öko­no­misch und po­li­tisch schei­tern und Men­schen sich in Scha­ren re­ak­tio­nä­ren Kri­sen­ideo­lo­gi­en, wie zum Bei­spiel dem Is­la­mis­mus an­schlie­ßen. Af­gha­nis­tan ist ein gutes Bei­spiel hier­für. Bis 2001 war das Land be­reits seit über 20 Jah­ren im Kriegs­zu­stand ge­we­sen. Der Ein­marsch so­wje­ti­scher Trup­pen rief die Ta­li­ban auf den Plan, die mit mas­si­ver US-​ame­ri­ka­ni­scher Un­ter­stüt­zung von Pa­kis­tan aus das Land er­ober­ten. Fünf Jahre lang herrsch­ten die Ta­li­ban mit Mord- und Tot­schlag in Af­gha­nis­tan, das Land zer­fiel öko­no­misch, frag­men­tier­te sich ent­lang lo­ka­ler Stam­mes-​ und Macht­struk­tu­ren. Der 11. Sep­tem­ber bot der NATO einen idea­len Recht­fer­ti­gungs­grund, das Land mi­li­tä­risch zu er­obern und die ka­pi­ta­lis­tisch-​na­tio­nal­staat­li­che Ord­nung dort mit aller Ge­walt durch­zu­set­zen und zu ver­tei­di­gen. We­ni­ger die ei­ge­nen „Si­cher­heits­in­ter­es­sen“ mo­ti­vier­ten west­li­che Staa­ten zu die­sem Krieg, viel mehr ging es darum die ka­pi­ta­lis­ti­sche „Sta­bi­li­tät“ in Zen­tral­asi­en um den Preis zehn­tau­sen­der Men­schen­le­ben zu si­chern.
Na­tür­lich las­sen sich die ord­nungs­po­li­ti­schen Mo­ti­ve nie von He­ge­mo­nie­an­sprü­chen und wirt­schaft­li­chen Mo­ti­ven tren­nen. Als 2003 die USA und ei­ni­ge an­de­re Staa­ten (dar­un­ter auch das neu er­ober­te Af­gha­nis­tan) den Irak an­grif­fen, war klar, dass es sich um einen Krieg han­del­te, der in ers­ter Linie Öl­res­sour­cen für west­li­che Un­ter­neh­men zu­gäng­lich ma­chen soll­te. Im­mer­hin hat der Irak welt­weit die dritt­größ­ten Öl­re­ser­ven. Auf der an­de­ren Seite si­cher­ten sich die USA die Vor­macht­stel­lung im Nahen Osten und Zen­tral­asi­en, das im Zu­griffs­be­reich di­ver­ser im­pe­ria­lis­ti­scher Mäch­te liegt (Russ­land, China, In­di­en, Iran).
In Li­by­en ging es eben­falls nicht um die Ent­mach­tung des Dik­ta­tors und Mas­sen­mör­ders Gad­da­fi, mit dem man jahr­zehn­te­lang mi­li­tä­risch, wirt­schaft­lich und in der Flücht­lings­ab­wehr ko­ope­riert hatte. Es ging darum, schnell Sta­bi­li­tät in das Land zu brin­gen, das über Afri­kas größ­te Öl­res­sour­cen ver­fügt. Und auch hier hat sich ge­zeigt: auch wenn man Gad­da­fi, eben­so wie Sad­dam Hus­sein, keine ein­zi­ge Träne hin­ter­her­wei­nen darf, im­pe­ria­lis­ti­scher Krieg führt nie­mals zur Eman­zi­pa­ti­on von au­to­ri­tä­ren Re­gi­men, son­dern zu tau­sen­den Toten, Chaos, Kor­rup­tio­nen und Cli­quen­herr­schaft. So­zia­ler Wi­der­stand in Eu­ro­pa soll­te daher nicht nur darum be­müht sein, die Kri­sen­ver­wal­tung im je­weils ei­ge­nen Land zu at­ta­ckie­ren, son­dern mit Ve­he­menz den ei­ge­nen im­pe­ria­lis­ti­schen Mi­li­tärap­pa­rat be­kämp­fen.

Die Geis­ter, die sie rie­fen

Im öf­fent­li­chen Dis­kurs wird ein „Clash of Ci­vi­liza­t­i­ons“ (Hun­ting­ton) her­auf­be­schwo­ren, in dem der frei­heit­li­che Wes­ten gegen den rück­schritt­lich-​ty­ran­ni­schen is­la­mi­schen „Kul­tur­kreis“ kämp­fe. Die­ses kul­tur­ras­sis­ti­sche Welt­bild, das von sich sta­tisch ge­gen­über ste­hen­den „Kul­tur­krei­sen“ aus­geht, dient der Le­gi­ti­mie­rung des Krie­ges fern­ab der eu­ro­päi­schen und US-​ame­ri­ka­ni­schen Au­ßen­gren­zen und der Hetze gegen (mus­li­mi­sche) Mi­gran­t_in­nen nach innen.
Der „kul­tur­frem­de“ Feind, Is­la­mis­t_in­nen, sowie au­to­ri­tä­re ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­sche Dik­ta­tu­ren, könne durch Krieg be­zwun­gen wer­den und die „west­li­che“ De­mo­kra­tie als „Ende der Ge­schich­te“ (Fu­ku­yama) glo­bal ver­brei­tet wer­den. Je­doch sind so­wohl der ara­bi­sche Na­tio­na­lis­mus, als auch der Is­la­mis­mus kei­nes­falls ab­ge­spa­ce­te Spröss­lin­ge einer „rück­schritt­li­chen“ is­la­mi­schen Kul­tur. Sie be­we­gen sich ideo­lo­gisch voll­kom­men im Rah­men west­lich-​auf­klä­re­ri­schen Den­kens. Die Her­aus­bil­dung ein­heit­li­cher Na­tio­nal­staa­ten war im­mer­hin eine eu­ro­päi­sche Idee, die un­ab­ding­bar mit der Ent­wick­lung des Ka­pi­ta­lis­mus ver­knüpft war. Und so taten die ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­schen Staa­ten unter der Füh­rung der Ba‘th-​Par­tei nie etwas an­de­res als ihr na­tio­na­les und öko­no­mi­sches In­ter­es­se ge­gen­über den Macht­blö­cken im Kal­ten Krieg zu ver­tei­di­gen.

Wäh­rend der Is­la­mis­mus in der west­li­chen Öf­fent­lich­keit als „ex­tre­me“ Ver­län­ge­rung „des Islam“ er­scheint, ist er in Wahr­heit doch nichts an­de­res als eine ba­na­le ka­pi­ta­lis­ti­sche Kri­sen­ideo­lo­gie. An­ti­se­mi­tis­mus, Se­xis­mus und die Sehn­sucht nach re­pres­si­ver Kol­lek­ti­vi­tät sind Denk­for­men im Geis­te der po­si­ti­vis­ti­schen Auf­klä­rung, die lie­ber einen greif­ba­ren Sün­den­bock für die Ver­hält­nis­se ver­ant­wort­lich macht, an­statt eine Trans­for­ma­ti­on der Ge­sell­schafts­ord­nung von Grund auf an­zu­stre­ben. Es ist ja nicht so, als wären einem die ideo­lo­gi­schen Frag­men­te des Is­la­mis­mus im Wes­ten gänz­lich un­be­kannt…
Wenn west­li­che Staa­ten auf dem Rü­cken von Zi­vi­lis­t_in­nen gegen ara­bisch-​na­tio­na­lis­ti­sche Dik­ta­tu­ren und is­la­mis­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen und Re­gimes Krieg füh­ren, kämp­fen sie nicht nur gegen ihre ei­ge­ne Bil­lig­ko­pie, son­dern vor allem auch gegen die Geis­ter, die sie rie­fen. Und so ist es eben kein Zu­fall, dass die Ta­li­ban ohne US-​Be­waff­nung Af­gha­nis­tan nie er­obert hät­ten, Sad­dam Hus­sein mit US-​ame­ri­ka­ni­schen Waf­fen gegen Iran ins Feld zog und mit deut­schen Gift­gas Kur­d_in­nen mas­sa­krier­te und Gad­da­fi jah­re­lang durch Eu­ro­pa und die USA ge­deckt wurde. Wäh­rend eta­blier­te Dumm­schwät­zer_in­nen einen „Clash of Ci­vi­liza­t­i­ons“ pro­pa­gie­ren und dabei an der Hei­mat­front gegen Mus­li­me im ei­ge­nen Land het­zen, kommt es uns eher so vor, als sei der Krieg zwi­schen west­li­chen Im­pe­ria­lis­t_in­nen und re­ak­tio­nä­ren Kräf­ten des Nahen Os­tens ein „Clash of Fun­da­men­ta­lis­ms“ (Tariq Ali).

Fight ca­pi­ta­list war – fight ca­pi­ta­list peace!

Wir emp­fin­den den im­pe­ria­lis­ti­schen Krieg und die Er­mor­dung tau­sen­der Zi­vi­lis­t_in­nen für ord­nungs­po­li­ti­sche Zwe­cke, He­ge­mo­nie­an­sprü­che und Pro­fit­in­ter­es­sen als per­vers und wi­der­wär­tig. Und den­noch wol­len wir uns nicht hin­ter einem pa­zi­fis­ti­schem Gut­men­schen­tum ver­schan­zen, das die sys­te­mi­schen Ur­sa­chen für Im­pe­ria­lis­mus und Krieg ver­kennt und glaubt, man könne durch mehr frie­dens­ori­en­tier­te Po­li­tik ge­walt­lo­se Ver­hält­nis­se schaf­fen. Jede Form von Pa­zi­fis­mus in­ner­halb der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­walt­ver­hält­nis­se ze­men­tiert diese um so mehr. Krieg be­ginnt nicht erst mit dem Aus­rü­cken von Flug­zeug­trä­gern und Pan­zern, er be­ginnt schon in einer Ge­sell­schafts­ord­nung, in der alle gegen alle in Kon­kur­renz zu ein­an­der ste­hen und in der die ge­walt­sa­me Ver­tei­di­gung der Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se auf der Ta­ges­ord­nung steht. Über diese Zu­stän­de kom­men wir nicht hin­aus, indem wir vor der all­ge­gen­wär­ti­gen Kon­kur­renz, Herr­schaft und Ge­walt­tä­tig­keit die Augen ver­schlie­ßen. Wir sind kri­tisch-​so­li­da­risch mit an­ti­im­pe­ria­lis­ti­schen Be­we­gun­gen, wie zum Bei­spiel der kur­di­schen, die auf allen Ebe­nen na­tio­nal­staat­lich-​im­pe­ria­lis­ti­schem Ter­ror be­geg­net. Ge­nau­so mit dem Auf­stän­den im nahen Osten und Ara­bi­en gegen die au­to­ri­tä­re Ty­ran­nei – und zwar so­wohl mit mi­li­tan­ten als auch mit sol­chen, die ohne Mi­li­tanz auf die Stra­ße gehen. Bren­nen­de Bar­ri­ka­den sind uns genau so lieb, wie kämp­fe­ri­sche Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen, ent­schei­dend ist der Ver­such von Selbst­er­mäch­ti­gung ge­gen­über den bis an die Zähne auf­ge­rüs­te­ten ka­pi­ta­lis­ti­schen Na­tio­nal­staa­ten jeder Cou­leur! Wir wis­sen, dass wir – im glo­ba­len Maß­stab be­trach­tet – als im Wes­ten le­ben­de Men­schen (noch) die Nutz­nie­ßer_in­nen von die­ser gan­zen Ver­an­stal­tung sind. Umso wich­ti­ger ist der Wi­der­stand gegen den Im­pe­ria­lis­mus hier in sei­nem Zen­trum. Denn der Haupt­feind steht, wie Karl Lieb­knecht sagte, im ei­ge­nen Land. Lasst uns in Bonn in­halt­lich und ganz prak­tisch zei­gen, dass Krieg und Im­pe­ria­lis­mus auch hier auf ent­schie­de­nen Wi­der­stand sto­ßen.

So­zia­ler Wi­der­stand be­deu­tet nicht nur den Kampf für die ei­ge­nen In­ter­es­sen, so­zia­ler Wi­der­stand be­deu­tet am 3. De­zember auch Deutsch­land und der NATO in den Rü­cken zu fal­len!

]]>
Administrator <![CDATA[betr.: AntifaCafe :-/]]> http://ajb.blogsport.de/2011/10/28/betr-antifacafe/ 2011-10-28T18:18:50Z 2011-10-28T18:18:50Z Allgemein Das Antifa-Cafe, welches seit Anfang diesen Jahres alle zwei Wochen in den Räumen des Falkenheims statt gefunden hat, wird bis auf weiteres eingestellt. Sobald es einen Ersatz für das Cafe gibt, teilen wir euch das selbstverständlich auch auf diesem wege mit…

]]>