In den letzten Monaten waren innerhalb der Antifa-Szene starke Spannungen zu beobachten, die durch den Diskurs zwischen Antifas aus dem antideutschen Spektrum und solchen aus dem Spektrum der restlichen Linken entstanden.
Von antideutscher Seite wurden Thesen, Forderungen und Solidaritätserklärungen aufgestellt und ausgesprochen, die vom restlichen Antifa-Spektrum mit Recht als skandaläs aufgefasst wurden. Doch wie ist mit antideutschen Provokationen wie dem Aufruf zum Krieg gegen den Iran, der Verherrlichung israelischer Kriegspolitik und dem platten Antisemitismusvorwurf gegen andere Linke umzugehen?
Der Konflikt um antideutsche Ideologie darf nicht auf die Diskussion um die Israel-Palästina-Frage, oder um US-amerikanische Kriegsführung reduziert werden. Was der radikalen Linken und gerade dem Antifa-Spektrum fehlt ist eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der antideutschen Ideologie und ihrer theoretischen Herleitung. Antideutsche Thesen können nur angegriffen und widerlegt werden, wenn man ihre falschen Grundannahmen versteht.

Deshalb empfehlen wir das Buch „Die Antideutsche Ideologie“ von Robert Kurz. Kurz analysiert die Grundlagen und Fehlannahmen antideutscher Ideologie scharf, zeigt ihre Schnittmengen mit bürgerlicher Ideologie gekonnt auf und erklärt, wieso die antideutsche Ideologie ihre Grundlage nur in verkürzten Annahmen der bisherigen Linken finden konnte.
Das Buch ist sprachlich für Einsteiger schwer konsumierbar, aber dennoch lesenswert. Sobald man sich einmal in den Sprachstil eingelesen hat, werden Kurz‘ Ausführungen verständlich und man wird jede Menge neuer Zusammenhänge und Kritikpunkte entdecken. Eine Lesenswerte Kritik der Antideutschen Ideologie von einem wertkritischen Standpunkt aus.

Unrast Verlag